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 Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)

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BeitragThema: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   23.08.11 22:29

das Eingangsposting lautete :


*

DIE WEGE TREFFEN SICH...


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New York - Brooklyn
Chambers Street at Woshington Park 177
James' Antiquariat
Sptember 2009 - Januar 2010



*



Zuletzt von Admin am 23.08.11 22:37 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Lilin Woodsen
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Sukkubus
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   15.09.11 16:45

Wortlos war Lilin dem Werwolf gefolgt, er hatte etwas an sich, dass ihr sehr vertrauenswürdig erschien; die Art wie er lächelte und wie sich kleine Fältchen um seine Augen bildeten, wie seine Stimme klang. Gawin führte sie zu seinem großen Motorrad und stieg auf.
„Hey, das Ding kenne ich doch...“, sie überlegte... „So eines habe ich schon mal gesehen... in Chicago!“ Gawin drehte sich erstaunt nach dem Mädchen um.
„Ja. Ja genau! Im September!“ Seine Augen weiteten sich. Er war im September in Chicago gewesen, wegen einem Deal, bei dem er dieses Ding gegen eine Impala getauscht hatte. Ihre Augen verengten sich und sich schaute den Werwolf durchdringend an. Diese Dämonin Alyssa hatte sich einen Fensterplatz gesucht und war dann verschwunden zu einem Typen, in dessen Auto sie gestiegen war. Sie und Seymor waren mit dem Wagen dann auch aufgebrochen und sie hatte sich im Kofferraum versteckt. Und der Typ war auf einem Motorrad davon gefahren. Mit diesem Motorrad. Und es war dieser Typ!
„Du warst auch da! Du bist mit Alyssa in dem Auto kurz weggefahren!“ Lilin grinste über ihren Erfolg, als Gawin sie ungläubig anstarrte. Damit stieg sie zu ihm auf und erklärte flott:
„Ich war damals in dem Gasthaut und ihr Freund war bei mir. Wir haben euch gesehen und Alyssa ist eine Bekannte von James!“
„Wie klein nicht die Welt ist!“, grummelte der Werwolf. „Halt dich fest!“
Sie schlang ihre Arme um seine Brust und fühlte sogleich seine Wärme. Hitze wäre das richtige Wort, denn sogar in der Kälte war seine Wärmeabstrahlung enorm. Lilin schmiegte sich an ihn und versteckte sich vor der Kälte und vor dem Fahrtwind, als er die Maschine startete.
Während Gawin die Maschine durch das Verkehrschaos manövrierte hatte Lilin es gar nicht nötig sich nach den anderen Verkehrsteilnehmern umzuschauen. Sie kauerte sich an ihn und barg ihr Gesicht an seinem Rücken. Der Wind wehte durch ihr Haar und sie spürte die Kälte. Ihre Hände wurden langsam richtig kalt und sie begann zu zittern. Verdammt, sie hatte die Kälte ganz unterschätzt, besonders in dieser Kleidung.
„Wir sind bald da!“, meine Gawin zu ihr über die Schulter. Und tatsächlich waren sie keine drei Minuten später da und er stellte die Maschine auf dem Vorplatz ab. Sogleich stieg Lilin ab, sie tippelte in ihren Absätzen auf einer Stelle umher, was den Werwolf nur erneut zum Grinsen brachte.
„Mach, dass du rein kommst!“, lachte er und schüttelte den Kopf.
„Willst du noch mit rein kommen?“, Lilin lächelte süßlich.
„Keine gute Idee.“ Zu Lilins Bedauern machte er sich daran das Motorrad zu starten.
„Wir sind doch quasi alte Bekannte und wenn du James' und Alyssas Bekannter bist, dann wird James auch nichts dagegen haben, wenn du im Haus auf ihn wartest. Und außerdem hast du überhaupt eine Unterkunft?“, plapperte Lilin fröhlich drauflos.
„Ich war gerade dabei!“ Er grinste noch immer und sie mochte dieses Grinsen.
„Siehst du, um diese Uhrzeit findest du so gut wie nichts mehr. Und es ist meine Schuld, dass du nichts gefunden hast, also komm mit rein und lass mich das wieder gut machen. Außerdem friere ich mir den Arsch hier draußen ab, wenn du mich noch länger warten lässt!“, beschwerte sich Lilin.
„Schön...“, kapitulierend schob Gawin die Kawasaki weiter zur Garageneinfahrt und stellte das Gefährt im Schatten ab, nachdem er es gesichert hatte.
Lilin lief voraus, jedoch nicht zum Eingang durch den Laden, sondern um das Haus – es war fast schon eine Villa – zu dem Hintereingang, den eine große, antike Eichenholztür schmückte mit klassizistischer Täfelung. Lilin sperrte auf und blickte sich lächelnd nach Gawin um, der ihr folgte. Sie ließ ihn eintreten und versperrte die Tür wieder hinter ihm. Auf leisen Sohlen und ohne ein Wort führte sie ihn weiter an einem großen Flur hinauf in die erste Etage, oder die zweite, je nachdem ob man das ausgebaute Kellergewölbe zu der Etage mit dem Laden und Lagerräumen, so wie Wohnzimmer, der eigentlich ein Saal war, Küche und James Arbeitszimmer dazu zählte. Die Treppe wand sich einmal um sich selbst und sie standen erneut am Anfang eines Flures, der ihnen allein 7 Zugänge zu verschiedenen Räumen zeigte, am anderen Ende lag eine eben solche breite Treppe hinab und diese endete im Hinterraum des Ladens. Lilin tippelte weiter, während Gawin ihr zweifelnd folgte. Ob das wohl eine gute Idee war. Sie passierten eine Tür links und eine rechts und dann deutete Lilin auf eine Tür zu ihrer Rechten.
„James ist mit Evy dort dring wie gesagt verschwunden...“ Der Werwolf nickte nur und folgte weiter. Lilin zeigte auf den Raum gegenüber und meinte:
„Das ist Evy's.“ Dann schritt sie noch eine Tür weiter, die neben James lag und von wo aus man bereits hinab schauen konnte. Sie öffnete die Tür und ließ Gawin auch eintreten. Ein großes Himmelbett stand darin, eine Kommode, die Platz bot für ihre Schminksachen und etwas Schmuck und dann war da noch ein großer Schrank, der fast eine gesamte Wand einnahm. Das Zimmer zeigte nach Norden und dennoch hatte es eine große gläserne Tür, die hinaus führte auf einen kleinen Balkon. Der Garten war klein, doch die Häuser in dieser Gegend waren nur mehrstöckige, so dass man einen Blick auf den Himmel erhaschen konnte und die sich dem Himmel empor reckenden Betonriesen in einiger Entfernung. Während Gawin sich umschaute und sogar einen großen Teddybär, auf dem eine kleine weiße Ratte schlief entdeckte, war Lilin zu dem großen Schrank getreten und hatte sich hüpfend ihrer Stiefel entledigt. Dann folgte auf der extrem knappe Rock und das Shirt und er sah ihren Rücken mit nichts weiter als ihrer schwarzen Unterwäsche bekleidet und schwarzen Strümpfen, die ihr weit über die Oberschenkel reichten.
Verdammt sie war doch noch grün hinter den Ohren. Er setzte sich auf ihr Bett und senkte den Blick. Lilin spähte kurz über die Schulter und stellte enttäuscht fest, dass Gawin sie nicht anschaute. Sie ließ sich Zeit sich aus den Strümpfen zu schälen. Und tastete dabei vorsichtig nach seinem Geiste. Was sie erhaschte war jedoch etwas sehr komplexes, geschützt durch eine harte Hülle und etwas Wildes lag darin, nicht menschliches. Sie tastete weiter und schickte ihm ein Blick wie sie völlig nackt vor ihm stand und ihre Hände über seine nackte Brust strichen, wie sie sich anfühlen würde unter seinen Händen. Mehr wagte sie nicht. Dann zog sie sich schnell wieder zurück und späte während sie sich eine Leggins überstreifte zu ihm herüber. Sie sah ihn verwirrt den Kopf schütteln und grinste verschmitzt, so cool war er dann doch nicht. Dann folgte ein sportlicher Pullover und sie tat so, als wäre nichts gewesen. Noch schnell Strümpfe und Schuhe. Unschuldig sah sie Gawin an, der mittlerweile bereits wieder zu Boden blickte.
„Ich musste nur dringend etwas Bequemeres finden! Diese Sachen hätten mich sonst umgebracht.“ Sie lächelte süßlich und er verstand nicht, wieso sie dann so etwas überhaupt anzog. Aber nun gut.
„Ich möchte einen Tee, kann ich auch eine freundliche Gastgeberin sein und dir etwas anbieten, oder möchtest du gleich, dass ich dir ein Zimmer zeige?“, fragte sie und sah unschuldig aus. Geräuschvoll sog der Werwolf die Luft ein und strich sich mit der Hand vom Nacken aus langsam durchs Haar, während er wieder ebenso geräuschvoll ausatmete und wirklich zu überlegen schien. Dann stand er auf und lächelte sie an.
„Nein, etwas Warmes wäre wirklich nicht schlecht...“
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Lilin Woodsen
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Sukkubus
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   18.09.11 8:38

Lilin stapfte voran und hörte seine schweren Stiefel hinter sich. Dieses mal nahm sie die Treppe hinab, die direkt am Laden vorbei führte in den unteren Flur und steuerte die Küche an, sich immer Gawins Schritte bewusst. Die Küche war ein ebenfalls weiträumiger Raum, eine Wand des Raumes nahm allein die Küchengarnitur wie Herd, Waschmaschine, Kühlschrank,Arbeitsfläche und alles mögliche an technischer Einrichtung ein. Gegenüber in der Mitte des Raumes war eine Arbeitsfläche, die sich direkt an eine Bar anschloss um die einige hohe Stühle standen, die aber offensichtlich nicht für einen längeren Aufenthalt gedacht war. Die beiden Seitenwände trugen große Fenster, die gerade einmal niedrige Schränke und eine große mit Holz verkleidete Kühltruhe erlaubten, in denen allerlei Essbares verstaut war. Die Tür schwang nach innen auf, wie Lilin bewies und diese Wand war völlig leer gehalten und zeigte die mit hellem Holz getäfelte Wand. Zielstrebig ging das Mädchen auf die hintere Wand zu und fragte: „Kaffee, Tee, Kakao?“
„Das Selbe wie du!“, kam die schlichte Antwort. Sie zuckte die Schultern und nahm zwei Tassen aus einem Regal, in die sie Kakaopulver schüttete und Milch aus dem Kühlschrank goss, verrührte und das Ganze in die Mikrowelle steckte und aufdrehte. Dabei kramte sie in den vielen Schränken nach etwas anderem. Er fragte sich wonach wohl. Doch dann kam die verschlossene Schachte zum Vorschein: Donuts. Ein kurzes Klingeln erklang und Gawin war eher bei der Mikrowelle um die Getränke darauf zu befreien. Er nahm beide heraus und wollte sie schon auf die Bar aus weißem Marmor abstellen.
„Nein, nicht dahin. Komm mit!“ Mit der Schachtel ging Lilin voran, aus der Küche hinaus und dann durch den Flur in den großen Saal. Der Saal hatte eine große Fensterfront, die im Augenblick mit dichten, roten Samtvorhängen verhängt war. Auf der einen Seite beim Eingang stand eine große massive Tafel mit 12 Stühlen. Alles war selbst zur Weihnachtszeit nicht dekoriert worden. Die andere Seite der Wand war mit rotem Kirschholz getäfelt und voller kleiner Regale für zahlreiche Bilder und Büsten und anderen Krimskarms. Die meisten standen jedoch leer, bis auf die, die 3 große Ölgemälde aus dem Klassizismus trugen und einige orientalisch und antike Behältnisse, dafür gab es hier jedoch Kerzen enmasse – nicht ganz ungefährlich in einem hölzernen Haus. Lilin ging jedoch zu dem anderen Ende des Saals. Dort war ein großer Kamin mit breitem Gesims. Davor lag ein großes, weiches Fell, das schneeweiß erschien im Gegensatz zu den dunklen Holzdielen. Unpassenderweise stand frontal dem Kamin gegenüber ein großes braunes Biedermayer-Sofa mit einem kleinen Holztischen, ebenfalls biedermeyer, flankiert von zwei großen Sesseln. Lilin legte die Schachtel auf dem Tisch ab und schritt auf den Kamin zu. Sie wusste, dass James jemanden eingestellt hatte, der sich um das Anwesen kümmerte, da es für ihn allein zu groß war. Ihre persönlichen Räumen wurden ausgelassen, aber in dem Wohnraum, Küche und den Gästezimmern, also alle den Sälen, die sie im Grunde selten nutzten wurden und größtenteils nur repräsentativ waren, herrschte immer Ordnung. Sogar der Kamin war zurecht gemacht. Diesen Teil des Wohnzimmers nutzte sogar James gern. Lilin schnappte sich den Anzünder, der auf dem Gesims lag und nach mehreren Versuchen loderte ein kleines Flämmchen und erfüllte die Düsternis mit warmem Schein.
Gawin ging währenddessen auf das Sofa zu und ließ sich darauf fallen. Mit einem Lächeln wand sich Lilin nach ihm um; das Sofa wirkte beinahe zu klein für seine Größe. Sie schnappte sich schnell die Decke, die auf der anderen Seite hing und wickelte sich darin ein, als sie sich neben ihn setzte und ihren Kakao mit beiden Händen umfasste. Die Tasse war heiß und dennoch drang die Wärme nicht zu ihr durch. Stillschweigend nahm Gawin auch eine Tasse und tat einen großen Schluck, bevor er sie wieder auf das Tischchen abstellte. Dann sah er sie zweifelnd an und sie lächelte noch immer.
„Bist du immer so schweigsam?“, fragte Lilin ihn spöttelnd.
„Kennst du die Redewendung: zu viel der Worte?“, er grinste sie seinerseits an und dann schaute er sie fragend an und musterte sie. Obgleich sie lächelte, konnte er sehen, dass ihre Finger leicht zitterten. Ohne zu zögern griff seine Hand nach ihren beiden Händen, die um die Tasse und lagen und sie waren kalt. Er schüttelte wieder den Kopf.
„Noch immer kalt?“ Sie schüttelte den Kopf, was ihm ein raues Lachen entlockte. Der Werwolf zog seine Jacke aus und hängte sie über die Lehne, dann rutschte er entspannt etwas tiefer in die Kissen, so dass er nun locker nach hinten gelehnt saß und ihr sogar ein Stück zu gewandt. Seine Finger nahmen ihr die Tasse ab und stellten sie auf den Tisch, dann sah er sie an. Sie umgab eine warme Dunkelheit und winterliche Stille, allein das Feuer prasselte leise vor sich hin, das Flämmchen war jedoch zu klein um den Raum zu erhellen. Seine Augen waren dunkel, aber nicht schwarz. Sogar jetzt erkannte sie einen warmen Braunton darin, der sie dunklen Bernstein erinnerte. Und eher sie sich versah wurde sie samt der Decke an ihn gezogen. Erstaunt schreckte sie kurz auf, doch ließ sich willig hinabziehen, sobald sie seine Wärme spürte. Sie bettete ihren Kopf etwas unterhalb seiner Schulter an seine Brust und und ihre blonden Locken ergossen sich über die rote Decke um ihre Schultern und über sein helles Hemd. Sie zog die Beine unter sich und bedeckte sie mir der Decke. Selbst durch den Pullover umgab seine Wärme sie bereits jetzt. Lilin schmiegte sich an ihn und legte den Arm um seine Hüfte, ihn gleichsam mit der Decke zudeckend.
Sie war nicht gerade schwer oder groß und ihr Gewicht war verwindend gering für das, was sein Körper an Belastung gewohnt war. Sie gab ein leises, wohliges Seufzen von sich und schloss die Augen. Ihre kalte Hand wanderte unter sein Hemd und unter sein Unterhemd, bis sie auf nackte Haut stieß und ihre Hand darauf legte. Er glühte richtig, stellte Lilin fest.
„Sind alle Werwesen so warm?“, fragte Lilin schläfrig, aber zumindest war ihn nun nicht mehr so kalt.
„Hm... alle Werwesen und Gestaltwandler...“, er ließ seine Stimme leise klingen
„Warum?“, gähnte sie.
„Weil Menschen immer kalt haben!“,lachte er erneut und eine Erschütterung ging durch seine Brust.
„Nein im Ernst!“, beschwerte sie sich, ohne die Augen zu öffnen und seine Arme zogen sie enger an sich. Sie roch gut und er mochte ihr wirres, blondes Haar. Seine Hand wanderte ihren Rücken hinauf und griff nach einer gelockten Strähne, die er vorsichtig um seinen Finger wickelte.
„Im Ernst, weil unser Körper anders arbeitet als der menschliche und auf eine größere Verwandlung zum Teil durch die Verwandlung ausgelegt ist und so ziemlich alle Funktionen auf Hochtouren laufen.“ Sie nickte nur an seiner Brust und er hatte das Gefühl, dass sie bald einschlafen würde. Ihr Kopf sank ein Stückchen weiter hinab und sie nestelte mit ihrer Wange an seiner Brust. Sie seufzte wieder leise und zufrieden.
„Wenn du es warm magst, verstehe ich nicht, weshalb du dich an den Vampir gehalten hast...“
Seine Stimme war dunkel und erreichte sie noch in ihrem Halbschlaf und zugleich wirkte sie so beruhigend auf sie.
„Weiß nich... weil...“, ihr Verstand verlor sich. „...weil er cool war...“ Er lachte wieder und sie lächelte, während sie immer weiter dahin sank in einen leichten Schlaf.
„Ich bin kein Mensch, weißt du...“, war das letzte, was sie über die Lippen brachte, bevor sie einschlief. Sie atmete gleichmäßig und ruhig und ihr Gesicht sah noch jünger aus.
Eine Weile saß Gawin einfach nur da und hielt sie im Arm. Seine Augen richteten abwechselnd auf das Feuer und dann wieder auf sie. Was hatte sich James nur gedacht. War ihm etwa langweilig, dass er sie ins Haus geholt hatte. Wenn er doch Kinder haben wollte, wäre es so einfach eine Wandlerin zu finden, mit der er Kinderzeugen könnte oder er hätte es auch mit einer menschlichen Frau versuchen können. Und wenn sie kein Mensch war, was war sie dann? Sie roch wie ein Mensch und fühlte sich wie einer an. Aber eines ließ sich nicht leugnen, sie war wirklich süß.
Schließlich war auch das kleine Feuerchen im Kamin herunter gebrannt und Lilin schlief fest in seinem Arm. Sie gehörte eindeutig ins Bett. Vorsichtig um sie nicht zu wecken, schob er die Arme um sie und hob sie mit Leichtigkeit hoch. Lilin war wirklich ein Federgewicht bei ihrer Größe und ihrer Statur. Ihr Körper sackte leicht in seine Arme und er trug sie den Weg, den sie ihn hier her geführt hatte, wieder hinauf zu ihrem Zimmer. Er legte sie in das große Himmelbett.
Schuhe. Vorsichtig setzte er sich zu ihr aufs Bett und streifte ihr die Turnschuhe ab, schob ihre Beine unter die dunkelblaue Bettdecke, zog daran und deckte Lilin schließlich vollständig zu. Auf dem dunklen Blau wirkte ihr Haar sogar in der Dunkelheit weißgold, wie es so um ihren Kopf ausgebreitet auf dem Kissen lag. Er würde wieder hinab gehen und es sich die Nacht über dort gemütlich machen.
Kaum, dass sie hingegen im Bett lag, rutschte sie weiter zur Bettmitte und zerrte an seinem Hemd, in das sie sich verkrallt hatte, ohne die Augen zu öffnen. Ein unzufriedenes Geräusch folgte.
„Nicht weggehen...“, brabbelte sie kaum verständlich. Auch wenn sie noch so müde war ließen ihre Hände ihn nicht los, bis seine Hand die ihre nahm und zu lösen versuchte. Sie hatte einfach keine Kraft mehr.
„Kalt“, murmelte sie und Gawin musste grinsend den Kopf schütteln.
„Na schön!“ Er streifte die Stiefel ab und legte sich zu ihr, das Bett war schließlich gerade groß genug für zwei. Kaum dass er im Bett lag, war sie bereits an seiner Seite und schmiegte sich an ihn.
Das Mädchen war wirklich sonderbar. Sie kannte ihn kaum und war sofort zutraulich geworden, ohne zu wissen, ob er überhaupt James' Feind sein könnte und dann waren sie gleich im Bett gelandet, im wahrsten Sinne des Wortes. Seelenruhig kuschelte sie sich an ihn und schlief dann weiter. Na schön. Und auch er wurde bald eingehüllt von ihrem Geruch und die Müdigkeit schwappte über. Er streckte sie und fand eine bequeme Lage neben ihr, dann war auch er bald eingeschlafen.
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Evy Nelson
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   26.09.11 21:38

Evy wusste, dass James, selbst nachdem sie stundenlang geredet hatte, nicht einschlafen konnte, denn auch sie konnte es nicht. Sie hörte sogar das leise Klacken der Tür, als Lilin nach Hause kam. Zu gern hätte sie in die Vergangenheit geblickt um zu wissen, was Lilin in dieser Nacht angestellt und wie sie ausgesehen hatte. Sie hatte letztendlich lange auf James einreden müssen, alle seine Vorschläge ausgeschlagen und dennoch hatte sie so ein Gefühl, dass es noch immer nicht alles war. Dass er früher oder später darauf zurück kommen würde. Wahrscheinlich früher als später. Irgendwann war sie dann auch eingeschlafen, obgleich sie nicht wusste, ob James bereits schlief.
„Evy...“, hallte eine Stimme durch ihren verschlafenen Verstand. „Wach auf!“ Sie sträubte sich, denn die Stimme hallte grell in ihrem Kopf nach. Sie war so grell und zugleich klar, dass es weh tat. Und sie kannte diese Stimme nicht.
„Evy, komm her!“, wiederholte die Stimme. Nein! Die Stimme wurde dringlicher.
„Willst du wissen, was passieren wird, wenn du nicht herkommst?“ Sie konnte noch nicht einmal antworten, als sie bereits James gekrümmt vor sich auf dem Boden sah, wie er rasant alterte und sein junges Äußeres immer mehr verwelkte und sie spürte ihre Gabe in sich. Sie konnte ihr trostloses Leben sehen, das ohne ihn verlaufen würde. Sie würde allein bleiben und das alles nur weil er für ihre Gabe einen Pakt schloss, denn statt Belial sollte morgen Nacht Astaroth zu ihm kommen, der dann nun Belials Platz eingenommen hatte nach ihrem Verrat.
Sogleich schreckte sie hoch und stand vom Bett auf. Ihre Kleider fühlten sich leicht an und sie sah an sich hinab. Sie trug ein hauchdünnes Kleid, dessen Stoff federleicht und kühl auf ihrer Haut war. Sie war barfuß und außer dem Kleid hatte sie rein gar nichts am Leib. Sie blickte sich um nach James, der eingeschlafen war. Sein Gesicht war entspannt im Schlaf und sie lächelte. Weißer, kalter Nebel waberte um das große Himmelbett und stieg immer weiter auf. Erschreckt sah sie sich um, doch da war ein grelles Licht, das alles verschwimmen ließ vor ihren Augen und es zog sie an. Sie wollte bei James bleiben, aber es zog sie immer weiter auf sie zu. Sie blickte sich nach James um, doch der Nebel verschluckte ihn immer mehr und das Licht löste das Zimmer in ein weißes Nichts aus, bis alles verschwunden war und sie nur noch weißer Nebel umgeben war. Und so schritt sie also voran, dem Licht entgegen.
„Was willst du von mir?“, fragte sie laut und wusste noch nicht einmal zu wem sie sprach.
„Nicht ich, sondern wir. Und nicht wir wollen was von dir, sondern du von uns.“
„Ich verstehe nicht...“, sie irrte ziellos voran. Nur langsam begann sich der Nebel zu Lichten und sie erkannte drei Gestalten in hellen Umhängen, die selbst aus purem Nebel zu bestehen schienen in einem Dreieck stehen. Ihre Kapuzen waren tief in ihre Gesichter gezogen, so dass nicht zu erkennen war.
„Wir sind die Triade.“, sprach die Stimme und Jeromy wusste nicht, von welcher Gestalt die Stimme ausging, denn sie schien von allen drei auszugehen und doch von keiner.
Evy blieb in einer Entfernung von drei Metern stehen und schaute sie an.
„Einer deiner Ahnen in der Linie deiner Mutter stammte von uns ab. Und seither wurde die Gabe – die Sicht – die auch du besitzt, von der Mutter an die erstgeborene Tochter weiter gegeben. Bis zu dir. Du wurdest mit der Sicht geboren. Aber diese Gabe ist nun zu schwach, zu sehr vermischt mitmenschlichem Blut, so dass du sie nicht halten konntest. Wir wollen dir ein Angebot machen.
Wir geben dir deine Gabe zurück und was du gesehen hast, wird niemals wirklich werden. Willigst du ein, so erhältst du sie wieder. Jedoch muss das Gleichgewicht gewahrt werden. Im Gegenzug musst du ein Opfer bringen, genauso wie deine Ahnen.“ Die Stimme verstummte.
„Welches Opfer?“, fragte Evy, obgleich ihre Entscheidung bereits feststand.
„Dein Augenlicht.“ Sie zuckte zusammen. Aber es war ein verschwindend geringes Opfer für ihre Gabe und James Leben.
„Doch bedenke, du wirst deine Augen nicht länger brauchen, denn du wirst die Welt viel deutlicher sehen, als du es mit deinen Augen könntest. Du wirst alles sehen auch ohne sie und doch wird es anders sein.“ Eine bedeutungsvolle Pause entstand.
„Du musst hier und jetzt entscheiden und ein Zurück wird es nicht geben.“, wieder schwieg die Stimme.
„Was muss ich tun? Und was wird mit meinen Augen?“, fragte Evy entschlossen und dennoch klag Furcht in ihrer Stimme sein.
„Sei ohne Sorge.“, hallte die Stimme nun und die Triade löste sich in dem milchigen Nebel auf. Die Stimme wurde leiser, wie von weiter weg,
„Wir werden dich leiten und du wirst den richtigen Weg kennen . Du musst nur aufwachen...“ Sie umgab nur Licht, das durch den Nebel hindurch schimmerte!
„Evy, wach auf!“, hörte sie eine vertraute Stimme. Dann erst merkte sie, dass sie geschüttelte wurde. Warme Hände hielten sie an den Schultern fest, hoben sie etwas an, dann war seine Hand an ihrer Wange. Und eine Welle der Verzweiflung schwappte über sie. Diese Verzweiflung war so stark, dass es ihr schier den Atem raubte. Ihre Lider waren so schwer, dass es kaum möglich war die Augen zu öffnen.
Bleib da. Bleib bei mir, hörte sie James Stimme, aber es war still im Raum bis auf seinen Atem.
„Ich bleibe bei dir, nur wenn du auch bei mir bleibst und nichts Dummes tust!“, antwortete sie schwach und öffnete nur langsam die Augen. Licht durchflutete ihren Blick und sie blizelte heftig. Alle Konturen waren verschwommen. Sie schaute in James Gesicht, das sie nur leicht verschwommen sah, und erkannte dennoch die Angst in seinen grünen Augen. Sie spürte seine Angst deutlich von ihm ausgehen, so deutlich, dass sie sie sogar benennen und fast greifen konnte.
Ihre Hände legten sich auf seine Wangen und zogen ihn hinab zu einem Kuss, während sie selig lächelte. Und als ihre Lippen sich trafen, war da seine Erleichterung und die Liebe zu ihr, die sie vollständig erfüllt. Sie schloss die Augen und sandte ihm ihre eigenen Gefühle: Glück, Erleichterung, Liebe, Geborgenheit entgegen, was ihn dazu brachte sie enger an sich zu drücken. Sein Kuss wurde verzweifelter und dauerte lange an, bis sie sich von ihm löste und sich einfach nur an ihn schmiegte.
„Ich dachte, ich hätte dich verloren,du warst so kalt und klamm“, flüsterte seine Stimme in ihr Haar.
„Du wirst mich niemals verlieren“, flüsterte sie ohne die Augen zu öffnen zurück.
Eine Weile herrschte Schweigen, doch dann hörte sie wieder seine Stimme in der Stille.
„Evy, was ist geschehen?“ Das Mädchen mit den blauen Haare lächelte stumm in sich hinein, doch wieder sah sie ihn nicht an.
„Ich weiß, dass du dennoch vorhattest Belial zu rufen um das Problem um meine Gabe zu lösen, aber das brauchst du nicht mehr. Ich habe gesehen, was geschehen würde und es darf einfach nicht geschehen.“ Sie spürte, dass er sie fragend ansah, sie konnte sein Gesicht regelrecht sehen, ohn ihn wirklich ansehen zu müssen. Da war seine Verblüffung.
„Ich kann dich sehen...“, murmelte sie selig und wieder schaute er noch verblüffter drein, so dass sie leise kicherte, wie ein kleines Mädchen, das einem Erwachsenen ein Rätsel aufgab, welches zu lösen er zu schwer von Begriff war. Stille. Seine Atemgeräusche erfüllten den Raum.
„Ich kann sogar die Schneeflocken vor dem Fenster sehen!“, trellerte sie weiter.
„Du.. du hast deine Gabe wieder... aber wie kann das sein?“ Evy zuckte die Schultern.
„Weißt du, im Augenblick ist mir das egal. Halt mich einfach nur und sei bei mir!“
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James of Gaunt
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   04.10.12 21:58

Ein lautes Geräusch ging durch den Raum und James schreckte aus dem Schlaf hoch. Ein Rumpeln. Er schreckte aus dem Schlaf hoch und schaute sich um. Verklärt blickten seine müden Augen drei, noch völlig trüb vom Schlaf. Doch vor sich erblickte er seine Freundin, wie sie ihr linkes Bein angewinkelt hielt und ihre Hand ihre Zehen umfasste. Mit der rechten Hand stützt sie sich an der Kommode ab. „Was ist passiert?“
„Kommode... im Weg...“, hauchte sie mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht. „Wollte zur Tür...“
Verwirrt schaute James sie an.
„Ist bei dir alles in Ordnung?“
„Jap, alles klar.“ James schüttelte nur den Kopf und stand auf um auf sie zu zugehen und sie kurzer Hand mit seinen Armen zu umfassen und hochzuheben, denn sie wog nicht gerade viel für ihre Größe. Daraufhin landete sie wieder im Bett. Bis jetzt hatte sie ihn noch nicht darüber aufgeklärt was passiert war oder wie sie ihre Gabe zurück erhalten hatte. James wusste nur, dass sie zurück war. Er hatte sie aber auch nicht weiter damit bedrängt in dem Glauben, dass wenn sie soweit war, dass sie es ihm dann von selbst erzählen würde. Gut möglich, dass er sich irrte, aber dieses Risiko ging er gern ein. Dennoch war ihr Verhalten sonderbar gewesen. Sie hatte am 31. Dezember ein Buch gesucht, das direkt vor ihr gelegen hatte. Am ersten hatte sie schließlich zwei unterschiedlich farbige Socken angehabt und am zweiten trug sie ihr Shirt verkehrt herum. Am dritten war sie über den Läufer gestürzt und heute musste also die Kommode dran glauben. Irgendetwas ging hier nicht mit rechten Dingen zu, auch wenn James es auch nicht so genau zu benennen wusste. Seit sie ihre Gabe nun zurück erhalten hatte war sie die ganze Zeit über sonderbar. Er war so...
So... als könne sie nichts sehen, als wäre sie blind und James begann sich zu fragen, ob an dieser Vermutung wirklich etwas Wahres sein mochte. Sollte sie etwas selbst auf eigene Faust Belial kontaktiert haben und einen Pakt mit ihr geschlossen haben? Ober ging er nun doch zu weit? So wie er sein Geheimnis vor ihr gehabt hatte, hatte nun auch sie das ihre vor ihm. Skeptisch betrachtete er die junge Frau, die sich noch immer ihre Zehen rieb.
„Evy, wann sagst du mir endlich, was nun geschehen ist, hm? Irgendwann finde ich es ja doch heraus.“ Doch sie schaute nur ihre Zehen an, ohne sie wirklich zu betrachten. Ihr Blick schien durch sie hindurch zu gehen. So setzte er sich also direkt vor sie und umfasste ihre beiden Hände mit den seinen, er hielt sie fest, so dass sie ihm nicht entkommen konnte.
„Sieht mich an!“ Und ihr Blick hob sich wirklich, doch auch dieses mal war der Ausdruck anders. Er konnte all ihre Gefühle in den Seelenspiegeln sehen: Zuneigung, Zufriedenheit und womöglich sogar einen Funken Wehmut. Doch sie sah ihn nicht wirklich an. James hob die Hand sehr sehr leise und machte eine Bewegung. Er kam sich so dumm vor, doch sie reagierte nicht.
„Hey, lass das! Du machst dich über mich lustig! Ich kann dich spüren und auch dein Rumgefuchtel!“
„Ich müsste das nicht machen, wenn du mir sagen würdest, was Sache ist!“, erhob er nun etwas seine Stimme und dennoch kam er nicht umhin zu grinsen.Es war wirklich albern. Ein Faust folgte und traf ihn direkt in die Seite.
„Ich werde zwar blind, aber nicht dumm!“ Na bitte, da war das Geständnis, das er gewollt hatte.
„Wieso hast du es mir nicht gesagt?“, fragte er besorgt.
„Ganz einfach, weil ich keine Zeit dazu gehabt hätte und selbst wenn, wärst du dagegen gewesen! Du hättest mich nie gelassen!“
„Dann hätte ich aber zumindest meine Wohnung sicherer eingerichtet!“, scherzte er.
„Na wundervoll! Ich bin kein Invalide, James! In der Nacht vor dem 31. Dezember, als du vorhattest das Ritual zu vollführen, hatte ich einen Traum, eine Vision, nenn es wie du willst. Ich dachte am Anfang, es sei nicht real. Aber als ich erwachte, da sah ich dich verschwommen. Ich blinzelte und konnte dennoch nicht mehr sehen! Dann verblassten die Farben nach und nach, die Formen wurden undeutlicher. Aber denk nicht, dass ich deshalb blind und hilflos bin, denn das bin ich nicht!“, sie schwieg kurz.
„Ich sollte aber wohl am Anfang beginnen. Jedenfalls hatte ich diese Vision, ich sah die Triade – wie sie sich nennen, und sie zeigten mir, dass nicht Belial kommen würde bei der Anrufung, sondern Asteroth, der ihren Platz unter den Fürsten einnehmen will. Und er hätte dich ausgetrickst und ich wäre ohne meine Gabe geendet und du tot. Wie konnte ich das denn zu lassen? Sie sagten mir, dass die Gabe, die ich besitze, von ihnen stamme. Eine meiner Vorfahren stamme von ihnen ab und ich habe ihre Gabe bekommen. Doch ich hätte sie verloren, weil das Blut der Traide zu schwach, zu menschlich ist in meinem Körper. Und so gaben sie mir die Möglichkeit sie wieder zu erlangen. Aber auf eine Aktion folgt eine Reaktion. Für das Gleichgewicht der Dinge, musste ich ein Opfer bringen. Noch beherrsche ich sie nicht wirklich. Aber ich kann dich fühlen, ich kann fühlen, was du fühlst. Ich kann dich meine Gefühle fühlen lassen und ich kann wieder alles sehen. Dinge, sie waren, sie geschehen und die geschehen werden. Ich brauche keine Augen um zu sehen. Ich sehe Farben, die sich bunter und echter, als du es dir vorstellen kannst. Ich sehe die Sterne sogar jetzt, so wie sie sind. Es ist unglaublich. Ich wünschte, du könntest es mit meiner Wahrnehmung sehen. Es brauch dir nicht Leid zu tun. Und bald werde ich auch diese alltäglichen Dinge sehen. Aber so lange musst du dich gedulden, dass ich unterschiedliche Socken trage und Möbelstücke umrenne.
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Lilin Woodsen
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   04.10.12 22:03

Morgen des 09. Februar 2010

Es war früh am Morgen, als er erwachte. Bewegungslos hatte er die gesamte Nacht dagelegen, als Lilin sich an ihn gekuschelt hatte. Trotzt des übergroßen Pullovers fühlte sich ihr Körper so zerbrechlich an seinem an, so zierlich, so klein. Sie schlief in seinen Armen und er konnte nicht umhin, als mit ein Paar von ihren weißen Strähnen zu spielen und es ihr schließlich aus dem Gesicht zu streichen. Mit einem leisen Seufzen drehte sie ihm ihr Gesicht zu. Ihr Arm landete um seine Taille und sie schmiegte sich regelrecht in ihn hinein. Ihre Hüften drückten sich gegen seine und sie barg den Kopf an seiner Brust. Gawin konnte sich in dieser Haltung nun gar nicht mehr bewegen, ohne sie zu wecken.
„Und jetzt, Kleines?“, raunte er leise in ihr Ohr. Sie schmiegte sich noch fester an ihn.
„Jetzt lass ich dich nie mehr gehen...“, brabbelte Lilin und schlief erneut ein. Er lächelte. Sie war doch wirklich bemerkenswert. Nun gut. Er hielt sie also fest und blieb einfach still liegen, nur noch eine Weile.
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James of Gaunt
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   04.10.12 22:04

Nach einer geschlagenen Viertelstunde hörte Gawin schließlich Schritte draußen. Es waren schwere Schritte, lange, die nur einem gehören konnten: James. Vorsichtig schob er ihren Arm zurück und glitt aus ihrem Griff heraus. Das blonde Mädchen gab einen unzufriedenen Laut von sich und Gawin dachte bereits, sie würde erwachen, tat sie aber nicht. Ihre Finger krallten sich jedoch in sein Shirt und er konnte sie gerade noch lächelnd lösen. Barfuß wie er war, stapfte er zur Tür und öffnete diese. Und stand wie erwartet vor James. Der Brite war gute zehn Zentimeter kleiner als und musste leicht aufschauen, was jedoch nicht im mindesten seinen weniger erstaunten, als viel mehr missbilligenden Ausdruck schmälerte.
„Gawin, wie ich sehe, hast du dich bereits hier zurecht gefunden und wieder ein unschuldiges Frauenherz zum Brechen gefunden?“
„So unschuldig ist es gar nicht und das solltest du wissen, du Schwerenöter, wenn sie unter deinem Dach wohnt!“, grinste der Werwolf schief zurück, sodass auch der Gestaltwandler in sein Grinsen mit einstimmen musste.
„Also Gawin, was verschafft mir die Eher deines Besuchs? Sicher nicht nur die Gesellschaft der kleinen Sukkubus?“ Wieder lachte der Werwolf ein raues lachen.
„Ich hab sie vor dir gekannt. Ich habe sie vor ein Paar Monaten in Chicago gesehen mit dem Gestaltwandler deiner Freundin. Und sie ist es auch, die mich her führt. Es gibt da ein Paar spannende Neuigkeiten, die dich und deine Freundin interessieren könnten...“, meinte er nun verschwörerisch.
„Folg mir!“ Damit führte James den Werwolf hinab zu seinem Arbeitszimmer, während Lilin friedlich in ihrem Zimmer weiterschlief. Kaum dass James die schwere, dunkle Tür zu seinem Arbeitszimmer öffnete und seinem Gast mit einem Handzeichen gebot zuerst hinein zu gehen, stieg ihnen bereits der Duft von frisch gebrühtem Kaffee in die Nase. Auf dem schweren Holztisch stand ein Tablett mit einer dampfenden Kanne, drei Tassen, Zucker und einem Kännchen Sahne. Evy drehte sich um und lächelte die beiden an. Auf dem Boden hatte sie einen kleinen Korb mit selbstgebackenem Kuchen stehen, Besteck und Tellern. James ging auf sie zu, während Gawin nun hinter sich die Tür schloss und umarmte das Mädchen. Er küsste sie sanft und zugleich leidenschaftlich.
„Du bist unglaublich!“, wiederholte er die bereits so oft gesagten vor.
„Und dafür liebst du mich!“, setzte sie mit einem kurzen und zuckersüßen Kuss auf seine Lippen zurück. „Und du musst Gawin sein!“, trellerte sie darauf los, stapfte auf Gawin zu und streckte diesem die Hand entgegen, doch der schaute sie nur leicht verwirrt an und dann zu James. Die hellen Augen der Frau verrieten ihm, dass sie blind war. Umso mehr erstaunte ihn ihr sicheres Auftreten und die fehlenden Hilfen. Sie schien blind zu sein und dennoch zugleich alles zu sehen. Aber wie war das möglich.
„Kein Grund sich unwohl zu fühlen! Ich bin zwar blind, aber ich sehe besser als ihr beide zusammen!“, setzte sie an und ergriff seine Hand. Ihr Handdruck war fest und bestimmt und Gawin erwiderte ihn ebenso, woraufhin er auch wieder lächelte.
„Es freut mich, die geheimnisvolle Evy endlich persönlich kennen zu lernen, nachdem ich bereits so vieles gehört hab!“
Evy bot ihm lächelnd an sich auf der Couch vor James Schreibtisch nieder zusetzten und nahm daneben Platz. Sie begann damit alles vor ihnen auszubreiten, den Kuchen zu schneiden und die Stücke auf den Tellern zu platzieren, Kaffee einzugießen.
„Also, was führt dich nun her?“ Ein prüfender Blick in Evys Gesicht, ob sie wohl mehr wusste, doch dieses war relativ reglos. Nein, viel mehr gespannt.
Gawin räusperte sich und setzte leise an.
„Ich komme direkt von Guardian und dachte, es würde euch interessieren, dass eure feurige Freundin dort vor ein Paar Tagen eingetroffen ist mit dem jungen Gestaltwandler, mit dem sie bisher umher gereist ist. Außerdem ist dort ebenfalls ein mächtiger Hexenmeister aufgetaucht, wie man munkelt und William möchte bald abtreten. So wie die Dinge aussehen, wird er wohl seinen Platz anbesagten Magier abtreten. Und auch Königin Kyrinia gibt sich die Ehre. Auch sie wird abdanken. Ich dachte mir, diese Informationen seien für euch von Intresse, falls du James doch Williams Angebot nachkommen willst. Außerdem habe ich da so eine Ahnung, wen die Königin zur Nachfolgerin bestimmt hat...“ sein Grinsen verschwand und sein Blick wurde bedeutungsvoll. Ob diese wilde Vampirin dazu geeignet war Königin zu werden, er selbst zweifelte daran. Es waren nur wenige Minuten mit ihr gewesen, aber sie war ein solches Feuerbündel, dass sie an einer solchen Bürde sicher zerbrechen würde.
„Ja, wir haben von Alyssa wirklich seit Ewigkeiten nichts gesehen und nichts gehört.“ Was doch recht merkwürdig war. Normalerweise rief sie wenigstens einmal im Monat an oder hiel anders Kontakt.
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Evy Nelson
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   04.10.12 22:26

„Hier.“, damit reichte Evy Gawin eine Tassee mit heißem Kaffee. Als er danach griff, streiften sich ihre Finger und Evy keuchte auf. Eine Flut an Bildern prasselte auf sie ein. Sie sah in einem Moment durch seine Augen und hörte mir seinen Ohren. Sie sah Gawin in der Halle stehen, in der auch sie einmal mit ihrer Schwester und mit mit James gestanden hatte.

William, der betagte Leider des Guardian stand auf einem kleinen Podium und um ihn herum eine Menschenmenge. Irgendwo abseits sah sie Alyssa stehen und auch Seymor, obgleich sie ihn nie mit einen Augen gesehen hatte. Aber sie wusste, dass sie es waren. Aber dann galt ihre Aufmerksamkeit dem Geschehen auf dem Podium. William räusperte sich, richtete das Mikrophon und begann seine Rede:
„Meine verehrten Gäste, Mitarbeiter und Freunde, ich danke euch allen, dass ihr erschienen seid und mit mir diesen Tag begehen wollt. Für mich ist dieser Tag ein sehr wichtiger, wenn auch kein leichter, denn er verheißt Abschied.
Wir haben alle letztes Jahr mitansehen müssen, welches Chaos in New York ausbrach und wie zahlreiche Organisationen nieder gehen mussten und zerbrachen. Darunter befand sich die Organisation unter dem Vampir-Fürsten Lysander, die Maston Corporation, die sich dem Schutz der Reinblütigen verschrieben hatten und ebenso die Iscariot, die wohl älteste uns bekannte Organisation zum Schutz des Übernatürlichen. Der Feind – Aleksej Korolow – wurde besiegt, doch zu welchem Preis? Aus den Reihen der Menschen und auch aus unseren Reihen mussten viele fallen.
Ihr wisst alle, dass sich Unruhen im Untergrund formieren und Gerüchte laut werden, dass sich bald ein neuer Feind erheben wird und wir eine der letzten noch stehenden Bollwerke sind. Es ist gut möglich, dass die prophezeite Apokalypse des letzten Jahres in Wahrheit erst ihren Anfang nimmt. Unsere Aufgabe ist es alle Kräfte zu mobilisieren, die wir haben und uns für alles zu wappnen.
Ihr alle kennt mich, die einen kürzer, die anderen länger. Ich habe bereits seit 182 Jahren die Leitung des Guardian inne und es war eine sehr schöne Zeit. Aber in dieser Phase des Umbruchs, ist es für mich an der Zeit zurück zu treten und meinen Platz einem besseren, klügeren Leiter zu überlassen. Der die Fäden mit größerem Geschick und Wagemut leitet als ich. Manche von euch werden sich denken, dass ich es aus Feigheit tue, aber ihr werdet wissen, dass ich es zum Wohle unserer Gemeinschaft tue.
Ascan von Falkenstein, mein guter Freund, mit dem ich so zahlreiche, lehrreiche Stunden verbracht habe. Mein treuer Freund, der mir mit klugen Ratschlägen zur Seite stand.
Und natürlich, unsere verehrte Kyrinia, die wohl älteste und schönste Königin unsere Welt.
Meine Freunde, ich habe euch hier her berufen um über die Frage meiner Nachfolge zu entscheiden. Also seid mir willkommen, seid meine Gäste und Verbündeten, damit wir gemeinsam mit eurem Wissen und eurem Können ein solch gewaltigen Schicksalsschlag abwenden können!“
Kaum dass William geendet hatte und seine Kandidaten und dessen Begleitung betrachtete, die ebenso mächtig war wie die Anwärter selbst, war das Rascheln von Stoff zu hören, als die Königin Kyrinia, die von sechs Vampirinnen in blauen Gewändern, den Rock ihres altertümlichen Kleides raffte und zu William hinauf stieg auf das kleine Podium. Sie schaute ihn viel sagend und er nickte, die perfekte wortlose Kommunikation. Er trat zurück und machte ihr Platz vor zu treten.
„Da heute scheinbar der Tag, der großen Verkündungen ist, schließe ich mich an.“, ihr Stimme war so klar, dass sie von überall her schallte und den Körper sogar zu durchdringen schien, so viel Macht lag allein in ihrer Stimme.
„Was die wenigsten wissen ist, dass wir Vampire so alt wie die Menschheit sind. Unsere Mutter war Aset. Schöpferin, Hüterin, Königin und Göttin der alten Welt. Sie herrschte vor 600 000 Jahren. Vor 30 000 Jahren schied sie aus dieser Welt und übergab all ihre Macht an mich. Ich bin nicht, wie viele glauben, die erste Königin der Bluttrinker. Nein, ich bin nur der Abglanz unsere Göttin. Doch auch ich will aus diesem Leben gehen um denen zu folgen, die ohne mich gegangen sind. Aber unser Volk kann nicht ohne Königin existieren. Stirbt die Königin, stirbt das Volk. Daher werde auch ich eine Nachfolgerin erwählen, die die Bürde diese Macht zu tragen hat. Die lebte, damit unser Volk lebt und unser Erbe in dieser unruhigen Zeit tragen kann. Diese Person wird eine persönliche Benachrichtigung erhalten, sobald ich jene, die dieser Bürde würdig ist, erwählt habe.“
Damit fixierten ihre rot-braunen Augen Alyssa, die Königin brachen ihre Worte ab und sie schritt ohne ein weiteres Wort hinab und durch die Menschenmenge, jedoch nicht ohne Alyssa einen weiteren durchdringenden Blick zu zuwerfen, ihre sechs Untergebenen folgten ihr.

Und in diesem Moment konnte Evy Alyssa durch die Zeit hindurch sehen und fühlen.
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Evy Nelson
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   04.10.12 22:46

Erst jetzt verstand sie das volle Ausmaß, als die Bilder liefen rasend schnell vor ihren Augen ab. Sie hatte bereits im September diese Vision von dem Übergriff gehabt.

Aber erst jetzt sah sie die Lagerhalle mit den vielen Toten. Mit der sterbenden Alyssa und dem schwerverwundeten Seymor, der für sie hatte sterben wollen. Sah, wie sie wieder zu sich kamen. Fühlte Alyssas Angst und den Verlust ihres Gedächtnisses. Sie durchlebte die letzten Monate mit den beiden innerhalb von Sekunden. Sogar Alyssas Träume wurden ihr zu Teil, doch nur weil die Triade sie daran Teil haben ließ, das wusste Evy. Allein wäre ihre Gabe niemals so stark gewesen bis in Alyssas Träume zu blicken. Sie spürte die Unruhe, die Panik, sogar dass ihr Gedächtnis nie vollständig zurück gekommen war. Die Blutträume. Das Rufen der Königin. Sie spürte, dass Alyssa kaum ein Schatten ihrer Selbst war. Sie sah diese irrsinnige Fahr nach Vancouver und wie sie beide am 05. Februar in die Stadt einfuhren und gerade rechtzeitig zu der Rede kam. Gawin hatte keiner von beiden erkannt. Und Alyssa hatte nicht einmal gewusst, was sie hier sollte, bis die Augen der Königin sie trafen und ihr das Blut im Körper gefrieren ließen.
Sie waren nach der Rede zu William gegangen, der in Seymor sogleich seinen Vater erkannt hatte und ihn zunächst sogar für diesen gehalten hatte. Nach der angenehmen Wiedersehensfreude hatten beide ein Zimmer bekommen und am nächsten Tag eine persönliche Führung und Einweisung. Danach stand ihnen zunächst Zeit zur freien Verfügung William mit Fragen zu löchern, der auch einige Lücken füllen konnte. Über Seymors Vater, aber auch über James. Doch ihre Gedanken kamen noch immer nicht vollständig zurück. Sie hatten Tage damit zugebracht sich zu orientieren und Aufgaben und Anstellungen zu suchen. Aber Alyssa konnte sich nicht so recht konzentrieren und würde es auch nicht kommen.
Evy fühlte die Blutträume umso mächtiger zurück kommen und immer mehr Besitz ergreifen von ihr.


„Er hat Recht!“, gab Evy zurück, als sie leicht erschöpft die Augen öffnete. Ich habe es gesehen. Sie sind da. Und es gehen wirklich große Veränderungen vor sich.
„Kannst du sie auch jetzt sehen?“, fragte James und auch Gawins neugierige Augen richteten sich auf sie. Evy atmete tief durch und schloss die Augen ließ sich auf die Visionen ein.
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Evy Nelson
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   05.10.12 21:45

In diesem Moment sah sie Alyssa, die gerade aus ihrem Bett aufstand. Sie war nackt und hatte bei Seymor gelegen, der sich noch immer unter der Bettdecke befand. Schnell streifte sie sich ein Shirt über und schlüpfte in eine Hose. So eilte sie mit zerwühlten Haaren zur Zimmertür und öffnete diese in einer Mischung aus Unmut und Genervtheit, die sich in ihren Gesicht abzeichneten. Vor ihr standen drei Frauen in bodenlangen, blauen Gewändern. Die Kapuzen bedeckten ihr Haar, das darin verborgen war. Ein Mädchen mit eisblauen Augen sprach sie an.
„Die Königin hat gewählt. Begleitete uns!“ Verblüfft drehte sich Alyssa nach Seymor um und schaute ihn erschreckt an.
„Bitte folgt uns!“, wiederholte das Mädchen vor ihr. Und Evy hörte in Alyssas Gedanken eine Stimme, als wäre es in ihrem eigenen Kopf. „Komm zu mir, Tochter!“, sprach sie und hallte bis in jeden Winkel des Bewusstseins. Alyssas Augen füllten sich mit Tränen als sie sich nach Seymor umschaute, der sich das Laken umwarf und auf sie zukam. Er ergriff ihre Hand und wollte Anstalten machen mit zu kommen.
„Nein. Nur sie! Die Königin gestattet kein Anwesenden und schon gar keine Männer!“ Die großen schweren Tränen kullerten Alyssas Wangen hinab. Ihre Augen waren grau und kalt und zu gleich so voller Liebe. Das Gold flackerte ein letztes mal auf, als sie sich an Seymors Körper drängte, die Arme fest um seinen Hals schlang und sich regelrecht in ihn presste. Ihre Lippen drückten sich auf seinen und sie gab ihm alle Leidenschaft und Liebe, die sie in diesem Moment aufbringen konnte. Sie wollte nicht gehen. Der Kuss sollte ewig dauern. Aber er endete viel zu bald, als die Stimme drängender wurde. Noch einmal küsste sie ihn.
„Ich liebe dich!“, ihre Stimme brach und sie konnte die Tränen nicht zurück halten. „Bitte, folg mir nicht. Versprich es. Bitte!“ Sie wartete bis er mit glasigen Augen genickt hatte und wand sich ab. Nicht mehr als ein Häufchen Elend. Sie schloss die Tür hinter sich und brach endgültig in Tränen aus. Wären sie doch nie hier her gekommen. Die Frau mit den eisblauen Augen ging voran, eine andere trat hinter Alyssa und dir dritte lief rechts von ihr. Sie zu halten hätte keine von ihnen vermocht, aber Alyssa konnte nicht anders. Sie verspürte trotz des tiefen Widerwillens den Drang zu gehorchen. Also folgte sie. Sie erkannte den Weg nicht, nicht den Raum. Sie folgte nur. Bis vor ihr eine schwere Tür aufschwang und sich hinter ihr schloss. Der Raum war erfüllt von Kerzenlicht. Und als sich die Frauen teilten erkannte sie einen goldenen Thron vor sich. Darauf saß die Vampirkönigin persönlich. Sie trug nichts bis auf die zahlreichen goldenen Ketten um ihren Hals, die kaum ihre Brüste bedeckten und die um ihre Hüften. Das schwarze Haar war in eine goldenen Krone verwoben und ihre Augen leuchteten blutrot. Sie lächelte und streckte die Hand nach ihr aus. Alyssa trat auf sie zu und kniete wie von selbst zu ihren Füßen, ergriff ihre Hand und die andere Hand der Königin fuhr durch ihr Haar.
„Dich, Tochter vom Blut deiner Mutter, Samira, Tochter von meinem Blut, habe ich erwählt um in meine Fußstapfen zu treten und in die unserer Göttin Aset zuvor. Du brauchst keine Angst zu haben. Dir wird große Ehre zu Teil. Du bist die letzte von reinem Blut, aus der alten Welt, die unser Erbe fortsetzten kann. Und die mächtigste, die überleben kann und selbst Kinder von unserem Blutzeugen kann. Durch die Zeit hast du dich als würdig erwiesen.“
Die Königin deutete den sechs Frauen zur ihrer Rechten und den sechs zu ihrer Linken an sich in Bewegung zu setzten, was diese auch taten, sie kamen auf Alyssa zu und begannen sie zu entkleiden. Erschreckt zuckte sie zurück, doch die Königin nickte ihr aufmunternd zu und ihr Lächeln löste unglaubliche Wärme in Alyssa aus. Sie stand auf und ließ sich von dem Shirt und der Hose entkleiden, bis sie nackt vor der Königin stand, doch ohne sich wirklich nackt zu fühlen. Eine der Vampirinen brachte eine seidene, rote Robe herbei, die mit reichlich Gold gesäumt war und legte es nieder auf einem kleinen Hocker, auf dem weiterer Goldschmuck lag.
„Diese Zwölf werden dir dienen, so wie sie mir gedient haben. Alle meine Macht wird auf dich übergehen. Und sie werden auch von deinem Blut trinken, damit du von mir trinken kannst und mein Erbe auf dich übergeht...“ Alyssa wusste nicht, wie das alles von Statten gehen sollte, folgte aber den Anweisungen der Königin.
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Evy Nelson
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BeitragThema: Re: Die Wege treffen sich... (James/Evy/Lilin/Gawin)   06.10.12 9:45

Sie kniete erneut nieder vor der Königin und die Frauen in den blauen Gestalten begannen ihr Haar aus ihrem Gesicht und von ihrem Hals zu bürsten und hoch zu stecken.
„Hab keine Angst“, wiederholte die Königin lächelnd und dann spürte Alyssa wie sich spitze Zähne in ihren Hals, ihre Schultern, ihre Handgelenke bohrten, während sie vor der Königin kniete. Der Schmerz war nur ein kurzes Stechen, während die Hand der Königin sachte ihr Gesicht streichelte und sie Alyssas Blick erwiderte. Es dauerte nicht lange bis sich eine bleierne Müdigkeit in ihrem Körper ausbreitete und ihre Lider immer schwerer wurden, die Kälte griff nach ihrem Körper, bis sie kaum noch bei Bewusstsein war. Allein die Hände der Blaugewand hielten sie aufrecht und die warme Hand der Königin. Alyssa wurde ein Handgelenk an dem Mund gesetzt und wieder hallte diese gebietende Stimme durch ihre Gedanken: „Trink!“, forderte die Königin. Und das Blut rief nach ihr. Ein tiefes Verlangen erfüllte sie. Mit geschlossenen Augen durchbohrte sie die weiche Haut der Königin und sog das Blut ein, das süß und würzig zugleich schmeckte. Sie gab ein tiefes Seufzen von sich an ihrer Haut und das Leben griff mit voller Wucht nach ihr. Ihr eigenes Herz, das fast zu schlagen aufgehört hatte, nahm seinen Rhythmus wieder auf und trommelte kräftiger in ihrer Brust. Langsam fühlte Alyssa wie sich die Zwölf von ihr abließen, da kein Tropfen Blut länger in ihrem Körper war, bis auf jenes, das sie von der Königin trank. Zugleich mit diesem süßen Leben und Blut stürzten die eigenen Erinnerungen auf sie ein, deutlicher, als sie sie je gesehen hatte. So deutlich, als würde sie diese Bilder in jenem Augenblick erleben. Es war ihr eigenes Leben, das ihrer Mutter, das deren Mutter vor ihr, das Kyrinias, die Leben der Vampirinnen um sie herum. Die Geburt der Aset, ihr Leben, ihr Aufstieg, das Leben ihrer Kinder. Und die leben der vielen tausend noch verbliebenen Vampire dort draußen. Sie dachte ihr Kopf müsste zerspringen bei den vielen Farben und Bildern.
„Trink weiter!“, gebot die leise Stimme der Königin, die nun schwächer wurde. Alyssa öffnete die Augen an und sah in das Gesicht Kyrinias. Ihre Augen waren geschlossen, sie atmete durch die geöffneten Lippen, ihre Haut wurde fahler und ihr Schönheit schien mit jedem weiteren Zug, den sie trank, zu vergehen. Aber Alyssa gehorchte und spürte wie das Wissen von 600 000 Jahren in sie floss, gekoppelt an das Blut. Ihre Panik und sämtliche Angst fielen von ihr ab, als sie die Macht und das Wissen fühlte. Und das Schicksal, vor dem sie solche Angst gehabt hatte erfüllte sich, während das Leben die Königin verließ.
„Du wirst mich an Macht übertreffen. Sei eine würdige Königin. Das Überleben unsere Volkes liegt nun an dir.“ Das waren die letzten Worte der Königin, bevor sie zu einer bleichen Statue erstarrte und das Blut endgültig versiegte. Überwältigt von all dieser Macht und dem Blut, das tausende von Generationen überdauerte und nun in ihrem Körper sang, fiel sie zu Boden. In eine tiefe Ohnmacht.Aber nicht in eine schwarze ihr Gehirn arbeitete verzweifelte um die vielen Bilder und Erinnerungen abzuspeichern. Ihr Körper versuchte das Blut aufzunehmen und in den Kreislauf einzuschleusen, was eine Herausforderung war bei der Menge und unter Betracht, dass ihre eigenen Körperfunktionen herunter gefahren worden waren. Der Vampir kämpfte mit dem Phönix, der das Bedürfnis hatte diese körperliche Schwäche zu tilgen und von neuem geboren zu werden.

Aber die vielen Bilder wurden für Evys Verstand zu viel. Keuchend öffnete sie die Augen und brauchte einige Momente um sich zu orientieren, wo sie war. Sie blickte James an, der sie besorgt betrachtete und schüttelte den Kopf.
„Es ist zu spät. Es ist vollbracht. Sie hat die Nachfolge angetreten.“
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