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 All Hallows' Eve

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BeitragThema: All Hallows' Eve   08.06.12 17:06



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ALL HALLOWS' EVE


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City of Thunder Bay – Ontario, Kanada
Whitney Court - 625 Beverly Street
31. Oktober 2009


*
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Alyssa Raven
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   11.07.12 21:24

„Ich glaube, wir sind zu früh da!“, raunte Alyssa, als sie sich den Motor abstellte, da sie wieder vor dem verlassenen Haus der Blackwells zum Stehen kamen. In den Fenstern war alles schwarz. Sie stieg aus. Und strich ihr schwarzes Shirt glatt, über dem sie ihre Lederjacke trug, fuhr noch einmal durch das rote Haar, das dieses mal in wilden Locken ihr Gesicht umrahmte und auf ihre Schultern fiel. Dann grinste sie Seymor an, dabei kamen die spitzen Zähne zum Vorschein und sie schnappte sich aus dem Handschuhfach eine Flasche Whisky.
„Na, sehe ich jetzt vielleicht aus, wie ein waschechter Vampir?“ Sie stiegen aus und grinste Seymor noch breiter an. Die Haare, die Zähne, die Kleidung, passte doch sicherlich alles zusammen um einen perfekten Vampir auszumachen.
Nun, zum perfekten Vampir, fehlte ihr noch Einiges. Sie spähte vorsichtig zu Seymors Hals, auf dem die Bissspuren noch immer zu sehen waren als blaue Flecken. Ganz zu schweigen von seinem Oberschenkel, seinem Bauch und seiner Schulter. Sie hatte sich wohl gestern nicht so gut unter Kontrolle gehabt, wie sie gehofft hatte und Seymor doch erneut zugesetzt. Aber dafür, dass sie ihm in der Nacht Vieles abverlangt hatte, schlug er sich gut und war relativ fit. Bis sie ihn dann endlich hatte schlafen lassen, war es sicher bereits Morgen gewesen.
Sie grinste leicht bei den Erinnerungen an die vergangene Nacht und trat auf Seymor zu, dessen Hand sie nahm, während sie das Auto zu flippte. Kurz zwinkerte sie ihm zu und auf einmal entflammten links und rechts von ihnen kleine Flammen und erleuchteten die Dunkelheit hier draußen. Sie flankierten einen Weg geradewegs auf die Holztreppe des Hauses zu. Alyssa zog Seymor bei der Hand voran und sie betraten gemeinsam das Haus. Doch auch als sie hinein traten war alles schwarz. Lediglich von oben kamen gedämpfte Stimmen. Mit einem Nicken deutete sie nach oben und zog Seymor weiter. Schließlich kamen sie oben an und der gesamte Zirkel saß auf Kissen am Boden. In der Mitte stand ein Tisch, auf dem ein Board lag mit eingebrannten, schwarzen Buchstaben und Zahlen. Lediglich eine Kerze brannte. Ein schneller Blick durch den Raum verriet Alyssa aber, dass noch mehr Kerzen im Raum waren. Kaum dass sie einen Schritt in den Raum tat, entflammten alle mit einer hohen Stichflamme. Cassy gab einen quietschenden Schrei von sich, in den auch Meredith einstimmte. Die Mädchen schreckten auf und was auch immer sie für einen Zauber zu wirken versuchten, er endete abrupt. Lediglich Bonny stand sogleich auf und kam auf sie mit einem Lächeln zu. Auch Alyssa grinste in die Runde und zeigte die Flasche. Es war erstaunlich. Sie schien jeden von ihnen riechen zu können, jeden der fünf Herzschläger zu hören und Seymors noch dazu. So viele Impressionen.
Der Raum war ein Lichtermeer aus Kerzen. Ein alter Teppich lag nun in der Mitte des Raums, auf diesem stand der kleine Tisch. Die geflochtenen Rattan-Sessel waren alle bis auf einen in der Ecke, verschwunden und irgendwo hatte die Gruppe alte Sitzkissen aufgegabelt. Ein bunt zusammen gewürfeltes Chaos. Um die Gruppe verteilt standen Getränke und zwei Schüsseln, eine mit Süßigkeiten und die andere mit salzigem Knabberzeug. Tausende Gerüche. Collin winkte sie ebenfalls näher ohne aufzustehen und die Mädchen rutschten zusammen. Alyssa achtete genauestens darauf, dass sie neben Collin saß, Seymor links von ihr und Bonny wiederum links von Seymor. Faye hielt wie von selbst einen gewissen Abstand zu Seymor seit dem Zwischenfall und auch bei den letzten Trainingsstunden hatte sie darauf geachtet, ihm nicht zu nahe zu kommen. Alyssa schaute Collin an und meinte lächelnd:
„Was hattet ihr vor? Sollen wir gleich mit dem Training beginnen? An Halloween, heißte es doch, stehen die Pforten offen, dann sind Zirkel am mächtigsten?“
Faye wand sich nach etwas im Raum um. Sogleich kam die Stimme von Marilyn Manson aus der Zimmerecke, wo ein MP3-Player auf dem letzten Rattan-Sessel lag und an kleine Boxen angeschlossen war, die am Bodenlagen. Im Haus gab es anscheinend keinen Strom, so dass alles über Akkus lief. Fayes blaue Augen sahen zunächst Alyssa an und dann Seymor. Sie stand auf und hob von der obersten der drei aufeinander getürmten Matratzen, in der den Stühlen entgegen gesetzten Zimmerecke, ein Ouija-Brett auf und nahm es mit zum Tisch.
„Es sei denn, jemand von euch hat Lust mit jemandem zu sprechen, der bereits von uns gegangen ist?“, sie grinste herausfordernd.
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Seymor
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   13.07.12 14:11

Viel zu früh hatten sie sich auf den Weg gemacht, wie Seymor schien, denn er fühlte sich immer noch etwas müde. Was womöglich an den nächtlichen so wie morgendlichen Tätigkeiten und dem doch nicht so geringen Blutverlust liegen mochte. Dennoch schob Seymor es darauf ab, dass sie viel zu früh aufgebrochen waren, selbst wenn es bereits wieder dunkel wurde, als sie ihr Appartment verließen. Die Strecke kannten sie mittlerweile beide und Seymor nickte noch einmal ein, während sie fuhren. Er war zwar eigentlich nicht so müde wie es im Moment den Anschein machte, doch er war heute Nachmittag, als er aufgestanden und ins Bad gestapft war, doch sehr erstaunt darüber gewesen, dass seine Heilungskräfte wohl doch nicht so klasse waren, wie er gedacht hatte. Nun vielleicht hatte Alyssa auch einfach nur ein wenig die Kontrolle verloren, doch sein Körper war von blauen Flecken überseht gewesen, was Seymor zwar nicht störte und dennoch ein wenig an seinem Ego kratzte. Immer hin hatte er Alyssa keine "Markierung" hinterlassen. Nun das nächste mal würde sie nicht so einfach davonkommen, dachte er und schmollte ein wenig, was Alyssa jedoch entweder nicht mitzubekommen schien oder gekonnt überspielte. Endlich angekommen stiegen sie aus dem Wagen und die kühle und frische Nachtluft weckte ihn wieder ein wenig auf. Mittlerweile fühlten sie sich hier fast schon sie zu Hause, wie in ihrem eigenen Appartment, auch wenn es wohl eine andere Weise des Wohlbefindens war. Sie hatten hier so etwas wie „Freunde“ gefunden, selbst wenn eine davon sie beide fürchtete und die anderen, bis auf Bonny, mehr Respekt denn Freundschaft ihnen gegenüber empfanden. Sie betraten das Haus und den ersten Stock, als um sie herum Kerzen entflammten und sie von einem mittlerweilen gewohnten Aufschrei von Cassy und Meredith begrüßt wurden, welche die Gewohnheit hatten bei jeder noch so kleinen Abweichung von dem, was sie erwarteten, los zu quietschen wie kleine Mädchen, die zum ersten mal einen Horrorfilm sahn. Dennoch konnte Seymor darüber nur grinsen und er schenkte Alyssa einen kurzen Blick, die sich ebenso darüber zu amüsieren schien. Was ihm jedoch nicht so zusagte war, dass Alyssa sich neben Collin setzte. Auch wenn es ihn nicht störte, dass an seiner Seite Bonny saß, so mochte er Collin auch nach allem nicht besonders. Er war zwar eigentlich nicht so nachtragend, wie man es Katern oft nachsagte, doch Collin hatte schließlich einmal gewagt mit Alyssa zu flirten und war mehr oder weniger ungeschoren davongekommen, wenn man von einem tiefen Kratzer in der Schulter mal absah. Aber im Vergleich zum Letzten, der versucht hatte mit Alyssa zu flirten, wenn auch auf eine bei Weitem noch ungehobeltere Art, war er ja eigentlich noch gut weggekommen, wie Seymor fand. Doch trotz seiner - mehr oder weniger - Abneigung gegen ihn, war Seymor froh, dass Collin mit Alyssa trainierte. Dieser verstand ihre Fähigkeiten bei Weitem besser als er selbst, was jedoch keineswegs ein Grund war ihn sympathischer zu finden. Wieder mal Training im Dunkeln, dann würde es Bonny nur um so schwerer fallen seine Verwandlungen zu verstehen, sie hatten viel zu geringe Fortschritte gemacht, wie er fand, aber das behielt er für sich. Er mochte Bonny und er wusste, dass sie sich alle Mühe gab, doch es war wohl schwerer als er vermutet hatte. Aus seiner Sicht war es ohnehin schwer dies einzuschätzen, da er es immerhin schon länger tat, als er denken konnte. Doch dann stand Faye auf und holte etwas aus einer Ecke. Mit jemandem sprechen, der bereits gestorben war? Klar, vermutete Seymor, dass es Leute gab, die das konnten, aber die Fähigkeiten dieses Zirkels hatten ihn in den letzten Trainingsstunden eher minder beeindruckt und das Potential, das er in manchen von ihnen gesehen hatte, war mittlerweile eher verloschen. Also bezweifelte er, dass die hier anwesenden so etwas bewerkstelligen könnten, deshalb sah er fragend in die Runde.
„Funktioniert das auch?“
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Alyssa Raven
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   13.07.12 15:24

Faye legte das große, schwere Eichenbrett auf den Tisch und der Lack glänzte im Kerzenlicht.
„Na, da kannst du deinen hübschen Arsch drauf verwetten, dass es funktioniert!“, grinste Faye Seymor frech an und aus Alyssas Richtung kam ein unzufriedenes Knurren. Als sie merkte, dass sie fast schon nach tierischer Manier das Mädchen durch zusammengepresste Zähne anknurrte, schlug Alyssa die Hand vor dem Mund und meinte dann. „Oooops!“, konnte sich ein leises selbstgefälliges Grinsen nicht verkneifen, als Faye sie schief anschaute. Demonstrativ hakte sie sich bei Seymor ein und schmiegte sich an seine Seite. Wenn die Schatten an seinem Hals nicht bereits genug waren, dass er nur ihr gehörte. Sie war erst wieder zufrieden, als sie seine Körperwärme spürte und ihn um so deutlicher wahrnahm, obwohl seine Gegenwart durch sein Blut in ihrem Körper immer präsent war. Eine sonderbare Spannung lag auf einmal im Raum, Meredith und Cassy schwiegen, Faye schien leicht unzufrieden, aber das war ja nichts Neues. Allein Bonny schaute zu ihr herüber und lächelte wissend, was Alyssa vielleicht irritiert hätte, wenn sie darauf geachtet hätte.
„Du kannst es ja herausfinden!“, schlug Faye vor, brach die Stille und legte eine dünne Kristallplatte mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern auf den Tisch. In der Mitte des Plättchens war ein Loch, das genau die Größe der auf dem Brett eingravierten Buchstaben hatte. Sie nahm wieder in der Runde Platz und reichte ihre Hände ihrem Bruder, der zu ihrer Linken saß und Cassy zu ihrer Rechten, Cassy Meredith, diese Bonny und Bonny reichte Seymor die Hand. Doch Collin stimmte nicht ein und räusperte sich leicht.
„Ich schätze, das wäre der passende Augenblick. Faye und ich haben etwas für euch.“ Er kramte aus seiner Jackentasche drei Naturkristalle heraus und beugte sich über den Tisch, reichte einen Bonny, einen Cassy und einen Meredith.
„Wir haben diese hier für euch gemacht. Die Kristalle sollten es euch ermöglichen eure Kräfte zu bündeln und auch allein Zauber anzuwenden. Allerdings sind diese hier aufgeladen und wenn der Zauber aufgebraucht ist, müssen wir sie erneut aufladen. Ich denke, das sollte euch auch beim anschließenden Training helfen.“ Damit nickte er Seymor zu, da er nur zu genau wusste, dass Bonny nicht die erwarteten Fortschritte machte und er ihr so vielleicht helfen konnte. Und die Mädchen murmelten ein betretenes Dankeschön, da es wohl gerade die Kristalle waren, die sie erneut darauf hinwiesen, wie viel schwächer sie waren im Vergleich zu den Blackwell-Geschwistern. Jedes der Mädchen betrachtete den ihren Kristall. Bonny war die erste, die ihn in ihre Tasche steckte und aufblickte. In ihren Augen stand Funken der Neugierde. Sie konnte es kaum erwarten das Teil auszuprobieren. Faye nickte schließlich zustimmend und auf ihre Erneut Aufforderung hin, ließen auch Cassy und Meredith die Kristalle in ihre Jackentasche und Hose verschwinden, fassten sich alle bei den Händen und Faye begann ruhig zu rezitieren, ihrer Stimme lag eine gewisse unleugbare Macht inne:
„Omnis potestas, di boni et spiritus elemantarii: ignis, aqua, aura, terra et espiritus gratiam et opem petemus! Venite in medium noster. Protegite nos de laris et non condite fatum nostra in miseria. Gratias agimus.“ Dies wiederholte sie drei mal und Worte, die sie sprach, klagen für Alyssa fast wie in der aktuellen Weltsprache. Vertraut und sie begann auch zu verstehen. So viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Sie könnte versuchen jemanden ihrer Eltern zu rufen, oder vielleicht den Maler oder jemand anderen aus ihrer Vergangenheit, der ihr helfen konnte... Aber dann beschloss sie schnell, dass es womöglich unnötig war. Sie war jetzt glücklich. Und es war vielleicht ein guter Neuanfang ohne die Lasten der Vergangenheit.
Faye löste sich von den anderen, legte den rechten Zeigefinger auf die Kristallplatte in der Mitte des Boards und forderte durch ihren Blick alle auf, zu folgen, auch Alyssa, die sich gleich anschloss und Seymor. Der Blick ihrer blauen Augen blieb an Seymor hängen.
„Wir sprechen eine Formel, die ebenfalls mitsprichst und du fügst einfach den Namen der Person ein, mit der du sprechen möchtest. Die Formel lautet: Invocamus. Konzentriert euch bitte und belasst euren Finger auf dem Kristall.“ Und sie begann, während alle einstimmten. Alyssa war mindestens ebenso gespannt, ob es klappte und wen Seymor wohl rufen würde.
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   14.07.12 16:18

Seymor stellte Alyssas Reaktion auf Fayes Worte zufrieden fest und damit verflog auch der Rest seines Schmollens. Stattdessen beobachtete er lieber wie Faye das Mitgebrachte vor ihnen aufbaute. Als sie sich gegenseitig an der Hand fassen sollten, unterbrach Collin jedoch das Ganze um an jedes der drei Mädchen einen Kristall zu vergeben, von dem Seymor zwar nicht verstand wie er funktionieren sollte, doch dennoch wenn es Bonny half, dann wäre es nur um so besser. Dann ermahnte Faye wieder alle sich bei den Händen zu fassen und sie stimmte einen „Reim“ an, den Seymor nicht verstand. Alyssa an seiner Seite schien von den Worten jedoch fasziniert zu sein. Es würde ihn nicht wundern, wenn sie verstand was Faye da von sich gab. Dann endete sie jedoch und sah zu Seymor und er fragte sich, ob es tatsächlich eine gute Idee wäre, wenn er mit jemandem sprach der tot war. Vielleicht wollte jemand, der einmal gestorben war ja auch einfach seine wohl verdiente Ruhe genießen und nicht sich von jemandem, der keine Ahnung davon hatte, wie es dort drüben war, gestört werden. Außerdem wusste er nicht einmal was genau er fragen wollte, selbst wenn sein Vater ihm tatsächlich erscheinen sollte. Doch Faye ließ ihm gar nicht mehr wirklich die Möglichkeit abzulehnen, sie sagte in ein paar kurzen Worten was zu tun war und noch bevor er hätte protestieren können, startete sie mit der ganzen Zeremonie.
„Invocamus.“, sagte er mit den anderen gemeinsam und dann folgte wenn auch leiser und fast scheu. „Seymor Nightingale.“
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Alyssa Raven
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   15.07.12 15:48

Als Seymor das erste mal den Namen aussprach, wurde ihr sofort klar, wer es war. Irgendwann in den vergangenen Wochen war ihr neben ihren eigenen Büchern auch das Tagebuch von Seymors Ziehmutter in die Hände gefallen und sie hatte die ganze Geschichte erneut erlebt. Nachdem der Name zum ersten Mal durch Seymor gefallen war, stimmte zunächst Alyssa in die Namensnennung bestätigen ein und schaute aufmunternd zu Seymor. Beim dritten mal stimmte nun auch der Zirkel ein und damit endete der Sing-Sang bereits wieder. Faye ergriff bereits das Wort: „Seymor Nightingale, bist du unter uns?“ Die Mädchen tauschten erwartungsvolle Blicke. Doch nichts geschah. Auch Alyssa sah zu Seymor. Sie zweifelt selbst daran, dass es funktionieren würde, versuchte aber es sich nicht anmerken zu lassen.
„Bist du unter uns?“, wiederhole Faye ihre Frage, doch nicht geschah. Collin war der erste, der den Finger von dem Kritallplättchen löste und aufstand. Er ging zum Fenster, vor dem nach wie vor der selbe langbeinige Tisch stand. Er nahm zwei kleine Schälchen, eines füllte er mit Wasser auf, dass abgefüllt in einer Flasche auf dem Tischchen stand, nahm einen Stein, weiße Kreide und ein Kräuterbündel vom Tisch und ging einem um die Gruppe in Uhrzeigersinn herum, während er den bereits von Faye angestimmten lateinischen Spruch leise murmelte, beim zweiten mal begann er im Osten und platzierte dort die erste Schale, in die Er die Kräuter legte, ging weiter und stellte in südlicher Richtung eine der brennenden Kerzen auf, im Westen stellte er das mit Wasser gefüllte zweite Glasschälchen ab, im Norden legte er den Stein ab. Beim dritten Durchlauf zeichnete er einen großen Kreis um den Teppich , trat – ohne die Kreide vom Boden zu lösen – hinter die Linie und vollendete den Kreis. Dann nahm er wieder seinen Platz ein und nickte Faye zu.
„Jetzt müsste es klappen.“, erklärte er ruhig. Alyssa hatte ihn währenddessen beobachtet. Eigentlich wollte sie gar nicht in diese Welt hineingezogen werden, aber nun fühlte es sich so vertraut an, so als wäre es ein Teil von ihr. Das war sonderbar. Aber Collins leise und ruhige Stimme holte sie zurück: „Versuchen wir es erneut. „ Alyssa nickte und folgte seinem Beispiel, sie legte ihren Finger zurück auf den Kristall und die anderen folgten. Sie wiederholten erneut die Anrufung. Doch dieses mal war alles anders. Die Luft füllte sich mit Energie, die nicht von irgendeinem Zauber der Mädchen ausging. Die Kerzenflammen flackerten unruhig und im Raum breitete sich ein kühler Hauch aus, der regelrecht nicht von dieser Welt zu kommen schien. Und noch bevor Faye ihre Frage wiederholte, spürte Alyssa eine Präsenz im Raum. Diese war alles andere als böswillig oder hasserfüllt, aber dennoch ließ dieses Gefühl sie erschaudern. Es war so, als hätten sie eine Pforte geöffnet, durch die kalte Luft hineinströmte. Aber Alyssa versuchte sich auf diese fremde Energie einzulassen. Faye hingegen richtete ihren Blick kurz auf Seymor und wiederholte die Frage: „Seymor Nightingale, bist du unter uns?“ Das Plättchen wanderte mit den Zeigefingern der Anwesenden darauf zum linken, oberen Rand des Brettes, wo ein „Ja“ eingraviert stand.
„Bist du Seymors leiblicher Vater?“ Wieder rotierte das Plättchen, beschrieb einen Kreis um das „Ja“ und kam darauf zum Stehen. Faye schaute nun Seymor an.
„Stell am besten eine Frage, die nur dein Vater beantworten kann, damit wir auch sicher sind, dass es wirklich er ist.“ , meinte Faye. Und Alyssa war erstaunt, dass es wirklich funktioniert hatte. Doch das Plättchen wanderte automatisch und zog ihre Finger rasend schnell mit sich.
„E-S T-U-T U-N-S S-O L-E-I-D D-A-S-S W-I-R N-I-C-H-T F-U-E-R D-I-C-H D-A
S-E-I-N K-O-N-N-T-E-N“ , las Alyssa laut mit. Wenn er die Worte hört, dann besser von jemandem, der ihm näher stand, von einer vertrauten Quellen, als von einem der Mädchen oder gar von Collin.
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   16.07.12 14:15

Sie alle wiederholten den Namen seines Vaters und Seymor bekam eine Gänsehaut. Gebannt verfolgte er was passieren würde, als Faye wieder und wieder fragte, ob sein Vater unter ihnen wäre. Doch es geschah nichts. Nichts rührte sich, nichts bewegte sich, selbst die anderen und er selbst scheinen sich nicht zu bewegen, bis Seymor bereits in den Sinn kam, dsas er recht gehabt hatte und es ohnehin nicht funktionieren würde. Doch Collin durchbrach die regungslose Stille, stand auf und Seymor beobachtete aus den Augenwinkeln wie er mit Kreide einen Kreis zog und immer wieder etwas auf den Boden abstellte, was Seymor jedoch nicht genau erkennen konnte. Dann setzte er sich wieder und meinte, dass es nun funktionieren müsste. Noch einmal wiederholten sie das ganze Prozedere und wieder stellten sich Seymor die Haare auf, doch diesmal blieb das Gefühl und Seymor war sich auf einmal nicht mehr so sicher, ob hier etwas funktioniert hatte oder nicht. Fast schon gebannt wartete er darauf, was nun folgen würde. Dann fragte Faye erneut und das Plättchen bewegte sich.
War tatsächlich sein Vater nun hier bei ihnen? Wieder wanderte das Plättchen auf Fayes Frage hin auf „Ja“. Doch noch während Faye nun ihn ansprach, begann das Plättchen von selbst, ohne auf eine Frage zu antworten, sich zu bewegen und flog förmlich über die Buchstaben, während Alyssa diese wiederholte und ihm vorlas. Seymor war wie gebannt von den Worten. Sogar er konnte die einzelnen Buchstaben an einander fügen und die Worte, die sie ergaben, verstehen. Er erschauderte, während er zugleich mit den Tränen kämpfte, obwohl er mehr von der Situation überfordert war, als dass er wirklich die Trauer spürte, die tief in seinem Inneren schwelte. Es dauerte, bis Seymor sich soweit gefasst hatte, dass er wieder denken konnte.
„Ich weiß ihr habt....“, er hielt inne in seinem inneren Kampf. Seit sie das Buch seiner Ziehmutter gefunden hatten, tobten widerstreitende Gefühle in ihm. Er wusste jetzt, dass sie ihn nicht freiwillig im Stich gelassen hatten. Er wusste auch, dass sie ihn geliebt und bis zuletzt dafür gesorgt hatten, dass er geschützt aufwuchs, dennoch hatten sich in den vielen Jahren zuvor unterschiedlichste Empfindungen in ihm aufgestaut: die Wut, darüber verlassen worden zu sein, die Einsamkeit erdulden zu müssen, von niemandem akzeptiert zu werden. Aber jetzt jetzt hatte er die Möglichkeit mit seinem Vater zu sprechen und doch schienen ihm all die Fragen, die er immer stellen wollte, so bedeutungslos.
„Ich weiß, dass es nicht eure Schuld war."“, beendete er nun den Satz und obwohl ihm durchaus bewusst war, dass er nicht nur mit Alyssa hier war, konnte er dennoch einige wenige Tränen, die seine Wange hinab flossen, nicht unterdrücken. Dann hatte Seymor plötzlich das Bedürfnis sich Bestätigung zu verschaffen, das dringende Bedürfnis seinen Eltern mitzuteilen, dass er es geschafft hatte. Trotz all der Schwierigkeiten, obwohl dieser es wohl ohnehin wusste. „Ich habe meinen Weg gefunden, Vater. Ich bin nicht mehr allein.“ Doch Fayes Blick erinnerte ihn daran, dass er eigentlich Fragen stellen sollte.
„Seid Mutter und du zusammen? Wo ihr seid?“
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Alyssa Raven
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   17.07.12 22:11

Alyssa hörte es bereits an seiner Stimme, noch bevor sie in sein Gesicht sah. Normalerweise wenn Seymor verunsichert war, klang seine Stimme anders, zwar ebenfalls zaghaft und vorsichtig, aber nicht so. Sie spähte hinter den wirren Locken zu seinem Gesicht hervor und sah es feucht glitzern auf seiner Wange. Die anderen waren in weite Ferne gerückt, was aber auch daran lag, das ein betretenes Schweigen eintrat. Sie senkten alle die Blicke und vermieden es Seymor auch nur irgendwie zu nahe zu kommen, sei es durch Worte oder Blicke. Und als sie sich umschaute, kam lediglich von Faye ein mitfühlender Blick, etwas das sie vielleicht von Bonny erwaretet hätte, aber nicht von Faye. Und Collin? In seinem eigenen Gesicht stand Trauer, doch er schien zu sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein. Ohne ihre Hand vom Kristallplättchen zu lösen, legte Alyssa ihre Linke auf Seymors Oberschenkel, da sie die andere Hand kaum ergreifen konnte. Sie strich leicht über seinen Oberschenkel, übte dann kurz Druck in einer „Ich-bin-da-Geste“ aus und hielt dann einfach still. Konnte gut sein, dass es keine gute Idee gewesen war. Sie spürte, das Seymor die Bestätigung brauchte, aber vor allen die da waren? Darauf konnte er sicher verzichten. Doch dann fand er seine Worte wieder und als er sagte, dass er nicht länger allein sein, drückte sie seinen Oberschenkel erneut leicht. Ein besorgter Blick.
„Willst du das wirklich?“, wisperte Alyssa ganz leise Seymor zu. Womöglich waren auch für ihn zu viele Dinge in letzter Zeit geschehen, dass er noch etwas Zeit brauchte um sich seinen inneren Dämonen zu stellen. Aber er sprach bereits tapfer weiter. Vermutlich hatte Faye keine solche Frage gemeint, oder aber Seymor würde noch weiter fragen. Welche Frage sollte er denn stellen, mit der er beweisen konnte, dass es sein Vater war, die beiden hatten eindander doch kaum gekannt. Noch bevor sich das Plättchen in Bewegung setzte, spürte Alyssa den Zug, die Kraft.
„Ja, und sie sagt, sie ist stolz auf dich. Wir sind stolz auf dich!“, las Alyssa mit und sie konnte Wärme fühlen und eben den Stolz, den auch eine Mutter empfand für ihr Kind. Dann hielt das Plättchen kurz inne.
„Es tut mir Leid, ich kann und darf dir nicht sagen, wo wir sind. Aber mach dir um uns keine Gedanken. Kümmer dich nicht um die Toten, sondern viel lieber um dein eigenes Leben und das deiner Frau. Wir wissen von dem Zwischenfall in der Lagerhalle und es tut uns Leid, dass wir es nicht haben kommen sehen und euch nicht warnen konnten.“, las Alyssa weiter, als der Kristall nur so von sich über das Brett rutschte.
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   19.07.12 7:35

Während er sprach, fühlte er wie sich Alyssas Hand auf seinen Oberschenkel legte und ein Gefühl der Zuneigung und Vertrautheit wanderte durch seinen Körper. Sie machte ihm Mut und ließ ihn noch mehr vergessen, dass sie hier nicht nur zu zweit waren. Die anderen schienen - soweit er es überhaupt mitbekam - eher so, als würden sie versuchen sich auszuklinken. Doch dafür hatte Seymor im Moment keine Gedanken übrig. Wie ein Schwamm sog er jeden folgenden Buchstaben in sich auf und ließ sie von Alyssa zu Worten und Sätzen zusammenfügen. Auch seine Mutter war dort, wo auch immer sie waren und womöglich war sein Traum doch nicht nur ein Traum gewesen. Womöglich war das eine Erinnerung gewesen. Doch umso mehr er darüber nachdachte, desto deutlicher konnte er sich vorstellen, dass seine Eltern tatsächlich so gewesen waren, wie er dachte und er fragte sich, wie er wohl aufgewachsen wäre, wenn es anders gekommen wäre. Beim Rest nickte Seymor, auch wenn er sich nicht sicher war, ob sein Vater das sehen konnte.
„Ich werde nicht zulassen, dass sich so etwas wie im Lagerhaus wiederholt.“, fügte er noch hinzu. Dann hielt er erneut inne und seine Augen glitzerten immer noch im Flackern der Kerzen.
„Gibt es das Haus, in dem ihr gelebt habt noch? Ich weiß aus dem Tagebuch, dass ihr eines fernab von den Dörfern hattet. Steht es noch und wo war es?“ Seine Worte klangen nun neugierig und aufgeregt zugleich. Mittlerweile hatte er tatsächlich schon fast vergessen, dass noch andere mit im Raum waren. Tatsächlich mit seinen Eltern sprechen zu können, wenn auch in dem Fall mit seinem Vater, schien ihm so unwirklich, dass er nicht wusste, ob er das nicht doch einfach für einen Traum halten sollte. Wie sehr hatte er sich sein Leben lang gewünscht nur einmal eine Antwort zu bekommen, wenn er sich nach ihnen sehnte und jetzt plötzlich schien es das Einfachste der Welt zu sein. Es wirkte als könnte er es jeden Tag machen, wenn er nur wüsste wie. Es war einerseits zu viel für ihn und andererseits konnte er nicht genug bekommen, selbst wenn er kaum wusste welche Fragen ihm wirklich am Herzen lagen.
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   23.07.12 21:57

Alyssa fühlte, wie Seymor regelrecht an Zuversicht und Selbstsicherheit gewann und ließ ihre Hand dort auf seinem Oberschenkel liegen. Auf diese Weise hatte sie wenigstens einen fortwährenden Kontakt zu Seymor. Hier in der Nacht, im Kerzenschein war alles wie in einen Schleier gehüllt, der diese Welt jetzt von der Realität trennte. Jedenfalls kam es ihr so vor. Seymors Worte ließen das Bild des Tages, als sie ohne Erinnerung erwacht war, zurückkehren. Ihn hatte es wirklich mitgenommen und sie fast ebenso, wenn es für sie auch vielleicht leichter war Dank ihres Gedächtnisverlustes und sie eben nicht die Verlustängste durchstehen musste, die er durchgestanden haben muss. Auch wenn sie ihr Gedächtnis auch gern vollständig zurück gehabt hätte. Die anderen um sie herum waren wirklich alle in sich versunken, fast wie in gespannter Trance, so schien es Alyssa, auch wenn alle Augen auf das Brett gerichtet und die Finger am Plättchen waren. Sie schaute sich einmal suchend um und traf zunächst auf Collins blaue Augen, der konzentriert auf das Brett schaute und ihren Blick nur kurz erwiderte. Und dann waren da Bonnys Augen. Doch ihr Blick richtete sich bereits wieder auf das Brett, denn das Scheibchen zog sie weiter.
„Wir hatten ein Häuschen in einem Ort. Aber diesen Ort gibt es so viele Jahre nicht mehr, wie du alt bist. Das Haus, das wir besaßen, ist heute nichts weiter als eine Ruine. Ein großer Haufen Steine. Dieser Ort ist nur ein Zeugnis der Zerstörung, an den es sich nicht zurück zu kehren lohnt. Deine Mutter und ich haben versucht dort ein zu Hause aufzubauen, aber es hat uns kein Glück gebracht. Klammer dich nicht an die Vergangenheit. Du kannst nichts mehr zurückbringen und nichts ändern. Halte dich besser an die Zukunft. Diese hat noch Einiges mit dir vor.“ Die Worte klangen so verheißungsvoll und Alyssa schaute zu Seymor auf.
„Kryptisch“, kommentierte sie leise. Im selbem Moment durchflutete ein Gefühl von Liebe und Zuversicht den Raum.
„Und du, pass auf meinen Jungen auf!“, schrieb das Plättchen weiter und Alyssa las vor, zugleich realisierte sie die Bedeutung der Wörter und musste lachen.
„Das werde ich! Zumindest so gut ich kann!“, gab sie zurück und zwinkerte Seymor zu. Zur Zeit musste wohl viel mehr er auf sie aufpassen.
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