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 All Hallows' Eve

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BeitragThema: All Hallows' Eve   08.06.12 17:06

das Eingangsposting lautete :



*

ALL HALLOWS' EVE


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City of Thunder Bay – Ontario, Kanada
Whitney Court - 625 Beverly Street
31. Oktober 2009


*
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AutorNachricht
Seymor
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   12.09.12 7:12

Seymors ganzer Körper schien vor Schmerz zu pulsieren, auch wenn sich langsam herauskristallisierte welche Stellen besonders hervorstachen in Bezug auf die Intensität des Schmerzes. Da war zum Beispiel das Bein, von dem er mittlerweile realisiert hatte, das es - so wie er es von sich gestreckt hatte - nicht natürlich sein konnte. Die Kraft es zu bewegen fehlte ihm und doch war da auch jedes mal er einatmete dieses Brennen zwischen seinen Rippen, das ihn dazu verleitete in unregelmäßigen, kurzen Abständen zu atmen um möglichst wenig Druck dort auszuüben. Dann hörte er Schritte hinter sich, doch auch der Versuch den Kopf zu heben war zu schmerzhaft und so musste er warten, bis ihn eine Hand berührte und sacht durch sein Fell strich, bis er erkennen konnte wer da zu ihm kam. Er hörte die Worte Alyssas und wollte etwas sagen, doch erst als er bemerkte wie klein Alyssa im Gegensatz zu ihm aussah, verstand er, dass er sich immer noch in der Gestalt des riesigen Löwen befand. Doch es war seltsam; normalerweise müsste er doch. wenn er eine so große Gestalt annahm, die Kontrolle verlieren, doch es fühlte sich nicht so an. Viel mehr war es ein Gefühl als hätte er den Körper schon völlig akzeptiert und so als wäre er eben bloß eine größere Katze. Dann waren da mehr Stimmen. Er konnte auch Bonny hören, die erst mit Alyssa sprach und dann mit ihm. Als er ihre Anweisungen hörte, versuchte er sich zurück zu verwandeln, doch irgendwie schien sich sein Körper dagegen zu wehren. Es fehlte ihm wohl auch schlicht die kraft dazu und in seinen Lungen brannte es zunehmend mehr und auch die Atmung schien zunehmend schwerer zu werden. Er wollte etwas sagen, doch es kam nur ein undeutbares Geräusch, das wohl irgendwo zwischen einem Schmerzenslaut und einem Stöhnen lag, aus seinem Maul und doch klang das Geräusch relativ schwach.
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Alyssa Raven
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Halbblut: Vampir-Phönix
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   14.09.12 22:05

Alyssa spürte wie ein leichtes Beben, das so schwach war, dass man es noch nicht mal als solches bezeichnen konnte, durch seinen Körper ging. Sie schaute sogleich zu Bonny auf, eine stumme Frage in ihrem Blick. Doch Bonny schüttelte nur den Kopf. Und während sie auf Alyssa zu kam, die noch immer an Seymors Seite kniete, strich ihre Hand über sein Becken hinauf und dann über seinen Rücken zu seinen Schulterblättern und schließlich, als sie vor Alyssa zum Stehen kam, zu seiner Flanke. Sie brauchte Alyssa nicht zu sagen, dass seine Atmung flach ging und eindeutig mehr war als das verdrehte Bein. Bonny allerdings brauchte etwas mehr Zeit um zu verstehen, was geschehen war. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich, sie spürte zunächst das verdrehte Gelenk, dann etwas Gebrochenes. Konzentrierte sich und nahm mehr als einen Bruch in der Brust war und Gewebe, das verletzt und geschwollen war. Ihr war klar, dass ihm die Kraft fehlte.
„Er wird sich nicht zurück verwandeln können aus eigener Kraft“, sprach Bonny aus, was Alyssa bereits vermutete. „Ich bin kein Arzt, aber ich glaube ein Paar der Rippen sind gebrochen und es hat seine Lungen erwischt...“, ihre Diagnose klang recht unsicher und vage, aber sie hatte nie gedacht, dass sie sich mit Anatomie auskennen müsste, ob es nun das Brustfell war, was Bronchien waren, wo das Zwerchfell lag. Sie wusste nur, er war verletzt und hatte Schmerzen. Aber sie hatte auch Angst, nie hatte sie so ein großes Tier geheilt. Vögel mit gebrochenem Flügel, befallene Pflanzen, Menschen, aber ein Riesenlöwe? Sie wusste nicht einmal, ob sie es allein schaffen könnte. Sie senkte ihre Stimme, als sie Alyssa ansprach.
„Ich weiß nicht, ob ich ihn in der Gestalt heilen kann oder ob ich es nicht noch schlimmer mache, wenn ich ihn zurück verwandle. Ich werde es so versuchen.“ Alyssa nickte nur und trat sein Stück vor Seymor. Sie setzte sich in das kalte Gras neben ihn, sodass er sie sehen konnte und begann seinen Kopf zu streicheln, so wie sie es bei dem Kater getan hatte. In Wahrheit aber stand sie Todesängste aus. So musste wohl auch er sich im Lagerhaus gefühlt haben, als er dachte, sie müsste sterben.
„ Es tut mir Leid, ich wusste nicht, dass dich der Zauber mit solcher Kraft treffen würde!“, raunte sie seine Richtung. Ihre Hände vergruben sich in seinem und sie sandte ihre Energie aus in die verletzten Stellen, aber es war zu riesig, die Verletzung zu groß. Sie versuchte es wieder.
„Ihr habt das angerichtet, also helft mir gefälligst das wieder gut zu machen!“, rief sie in den Abendhimmel hinauf, aber diese ungeheure Kraft hatte sie wieder verlassen. Ein erneuter Versuch folgte, doch auch dieses mal gelang es nicht. Vorsichtig schaute sie zu Collin, schüttelte dann den Kopf und schließlich zu Alyssa.
„Alyssa...“, kam es kläglich und die goldenen Augen sahen zu ihr auf. „Ich werde deine Kraft brauchen.“ Wortloch nickte sie nur, hauchte einen Kuss zwischen seine Augen auf seine Stirn und ließ sich neben Bonny nieder, diese nahm ihre Hand.
„Meine Kraft allein reicht nicht aus um so eine große Verletzung zu heilen, sogar mit dem Kristall nicht und Collin wird dem wohl nicht stand halten. Du allerdings bist stärker als ein Mensch.“ Es dauerte nicht lang, bis sich Alyssa auf ihr Feuer konzentrierte und zugleich fühlte wie es kleiner wurde, schwächer, wie die Energie aus ihrem Körper floss in Bonnys Hand und durch sie in Seymor Löwenkörper. Sie fühle die Vampirsinne wieder stärker werden, je mehr Energie ihren Körper verließ. Aber es war nur gerecht, wenn sie gab, was sie genommen hatte. Bonny war zunächst erstaunt von der Kraft und Wärme, die sie von Alyssa regelrecht empfing ohne Kraftanstrengung und mühelos leitete sie sie an die verletzten Stellen, die sich langsam und doch verhältnismäßig schnell regenerierten. Zudem war er immer wieder erstaunlich; war der Heilvorgang in Gang gesetzt, tat sein Blut, sein Körper die Heilung von ganz allein und viel schneller als bei einem Menschen, was sicher nicht allein Alyssas Kraft zu verdanken war, sondern auch Seymors besonderer Konstitution. Ohne es zu bemerken zog sie nicht nur von Alyssa Kraft, sondern von überall aus ihrer Umgebung. Das Gras in einem Radius von fünf Metern verlor an Farbe und wurde welk, bis sie auf einem verdorrten Fleck Erde saßen. Erst eine gute Viertelstunde und mehrere geheilte Rippen später wagte sie es Seymors Energiefluss so umzulenken, dass sein Körper wieder schrumpfte und seine gewohnte Gestalt annahm. Von da war es nicht mehr schwer zu verstehen wie ausgekugelt sein Bein war. Keine Sekunde später war Alyssa bereits über Seymor gebeugt, in ihren vor Schreck geweiteten Augen Hoffnung und Liebe, als sie über seine Wange strich und kurz seinen Blick suchte, bevor sie sich über ihn beugte und ihn überschwänglich und zugleich sanft küsste, aber Bonnys Worte rissen sie heraus.
„Das könnte jetzt schmerzhaft werden!“ Sie wies Collin schnell an, was zu tun war und konzentrierte all ihre Kräfte auf das ausgekugelte Gelenk um Seymors Schmerzen so gering wie möglich zu halten und diese noch schneller zu lindern. Ein Nicken und ein Ruck ging durch seinen Körper, ein Knacken.
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Seymor
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   19.09.12 17:25

Seymor fühlte wie er immer wieder abzugleiten drohte. Wie die Schmerzen zusammen mit dem Sauerstoffmangel, der wieder aus ersterem resultierte, ihn nach und nach immer mehr Kraft kosteten und es ihm zunehmend schwerer fiel die Augen offen zu halten. Auch die Worte von Bonny und Alyssa zu verstehen fiel ihm zunehmend schwerer, bis er schließlich gänzlich weg war, doch auch wenn er nicht wusste wie lange er weg war, so holte ihn doch ein warmes und leuchtendes Gefühl zurück. Wärme durchfloss seinen ganzen Körper und konzentrierte sich an der Stelle nahe über seinem Herzen, die jene Schmerzen verursachte, die ihm das Atmen erschwerten. Ein Gefühl von Wärme und Vertrautheit breitete sich in seinem Körper aus, bis er schließlich nach Minuten, die ihm wie eine Ewigkeit erscheinen, wieder tief einatmete und das Fehlen des Schmerzes realisierte. Vorsichtig versuchte Seymor den Kopf zu heben, doch er war, wenn auch nun nicht mehr so schwer, verletzt und noch immer wahnsinnig müde und mehr als ein paar Zentimeter brachte er nicht zusammen. Schließlich fühlte er jedoch auch wie Bonny in seine Gestalt eingriff und ihm dabei half sich zurückzuverwandeln. Das klägliche Brüllen verwandelte sich mit dem Wechseln von Löwe zu Mensch in einen Aufschrei, als das verletzte Bein sich ebenfalls verwandelte und damit mehrere Irritationen hervorriefen, die nur noch mehr Schmerzen verursachten. Doch dann war es geschafft und jetzt konnte auch Seymor genau erkennen, dass sein Bein nicht umsonst schmerzte. Es stand in einem Winkel nach hinten ab, der einfach nicht normal sein konnte. Doch Alyssa war schon über ihm und küsste ihn und trotz des ganzen erwiderte er schlicht den Kuss und wollte seine Arme um sie legen, auch wenn diese ihm den Dienst verweigerten. Um ehrlich zu sein, wäre es ihm lieber gewesen, wenn Bonny ihn gar nicht vorgewarnt hätte, doch so löste er kurz seine Lippen und bis die Zähne zusammen, als ein reißender Ruck seinen Körper von der Hüfte aufwärts mit einer Welle des Schmerzes durchflutete. Doch kaum war das geschehen, war da wieder die Energie, wenn jetzt auch mit geringerer Wärme und bei Weitem nicht so vertraut. Seymor war einfach zu geschafft um einen klaren Gedanken zu fassen. Noch immer fehlte ihm der Zusammenhang.
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Alyssa Raven
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   21.09.12 0:18

Weitere zehn Minuten verbrachte Bonny damit die Seymors Heilkräfte zu steuern, bis es so für sich anfühlte, als seinen alle Wunden geheilt, aber jetzt musste er umso erschöpfter sein, denn obwohl Bonny auch Alyssas Kraft angezapft hatte, hatte sie doch auch auf seine zurück gegriffen, was sich sicher noch rächen würde. Alyssas Hände strichen zärtlich über seine Wange und sie wartete bis er wieder zu sich kam. Als sie glaubte Seymor halbwegs wieder bei Verstand zu wissen, beugte sie sich erneut vor und küsste sanft seine Lippen. Sie suchte seinen Blick und verharrte noch eine Weile so über ihn gebeugt, wobei ihre Hände nicht aufhörten ihn weiter zu streicheln. Sie suchte Bonnys Blick und diese wirkte zuversichtlich, als sie von Seymor abließ und sich langsam erhob. Auch sie hatte es einiges an Kraft gekostet.
„Ich sollte Seymor vielleicht nach Hause bringen.“, ihre Stimme klang wie eine Frage. Sie fragte sich, ob ein Krankenhaus nicht klüger wäre. Aber Bonnys Fähigkeiten waren sicher zuverlässiger als Ärzte und Krankenhäuser. Die Hexe nickte nur etwas müde und Alyssa erwiderte es ihrerseits mit einem dankbaren Nicken. Bevor Seymor noch Anstalten machen konnte sich zu bewegen, beugte sie sich bereits über ihn, legte die Arme um ihn und hauchte einen Kuss auf seine Stirn. Damit breitete sich Wärme aus und erfasste sie und nur einen Herzschlag später lagen sie in eben jener Haltung auf dem Bett. Sie hatte einfach über seinen Kopf hinweg entschieden, aber es war sicher physisch und psychisch besser, wenn sie das Training dabei bewenden ließen. Mitternacht war gerade vorbei, also würden auch die Kräfte der Hexen nachlassen. Alyssa rutschte hinab und schmiegte sich vorsichtig an ihn, weil sie noch immer Angst hatte, dass er Schmerzen hatte.
„Wie fühlst du dich?“, ihre kühlen Finger stricken zuerst über seine Stirn, dann über seine Wange, seinen Hals. Die andere Hand kam hinzu und beide wanderten zu seinen Schultern und streiften ihm die Lederjacke von den Schultern, während sie ihn immer wieder abwartend betrachtete.
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Seymor
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   21.09.12 10:20

Überfordert von der Situation hörte Seymor nur wie Bonny und Alyssa sprachen und kurz darauf veränderte sich der bis dahin harte Untergrund in die weichen Kissen ihres Bettes. Alyssa war besorgt über ihn gebeugt und er fühlte die Zuneigung und Wärme, die von ihr ausgingen und allein ihm galten. Ein kurzes Nicken kam als Antwort auf ihre Frage.
„Hab mich schon mal besser gefühlt.“, versuchte er die Situation ein wenig aufzulockern und begann damit das Bein, das bis eben noch so geschmerzt hatte zu bewegen, was immer noch einen leichten Stich verursachte, aber bei Weitem nicht mehr mit den Schmerzen von zuvor vergleichbar war. Außerdem ließ er seine Hand über den Brustkorb wandern. Auch wenn alles verheilt zu sein schien, kam es Seymor so vor, als ob er die Stelle immer noch spüren könnte. Vorsichtig rutschte er im Bett zurecht und suchte Alyssas Blick. Wanderte dann ihren Körper hinab und suchte nach sichtbaren Verletzungen, doch auch Alyssa schien es so weit gut zu gehen, wenn ihr auch noch immer der Schreck in den Augen saß.
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Alyssa Raven
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Halbblut: Vampir-Phönix
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   24.09.12 23:32

Seine leicht ironische Aussage hätte sie wohl dazu bringen sollen sich zu beruhigen, aber im Gegenteil, aber ihr Herz klopfte noch immer schnell. Sogar als er sich bewegte um zu demonstrieren, dass wirklich alles in Ordnung war. Ihre Augen folgten seiner Hand, die zu seiner Brust strich, wo die Rippen zuvor gebrochen waren. Und erst als sie seinen Blick auf sich spürte, blickte Alyssa auf.
„Brauchst du noch etwas? Schmerzmittel?“, ohne seine Antwort abzuwarten tippelte sie los und brachte ein Glas Wasser und eine Schachtel Schmerztabletten mit, die sogleich neben Seymor auf dem Nachttisch platziert wurden, nur für den Falls. Sie fühlte sich so hilflos. Ein Glück, dass Bonny zur Stelle gewesen war und Alyssa stelle immer öfter fest, dass es doch seine Vorteile hatte, eine hauseigene Heilerin zu besitzen. Das Einzige, was sie nicht so ganz verstand, war, was draußen mit dem Gras um sie herum geschehen war. Alles war einfach abgestorben. Nach einigen panischen Runden in der Wohnung und nachdem sie das Gefühl hatte, dass alles halbwegs in Ordnung war mit Seymor, legte sie sich vorsichtig zu ihm ins Bett und blieb schweigend liegend. Ihre grauen Augen musterten ihn noch weiterhin besorgt.
„Diese Verwandlung... Du kannst also wirklich alles annehmen und kontrollieren...“ setzte sie an mit gemischten Gefühlen. Zum einen freute sie sich natürlich über seine Fortschritte, zum anderen aber brachte es jedes mal Gefahr mit sich. Nicht für sie. Sondern für ihn. Ihre Hand begann seine Gesicht zu streicheln, ihr Daumen strich zärtlich über seine Wange zu seinem Hals. Sie hatte ihn die letzte Nacht wirklich verausgabt. Aber auch sie selbst merkte, wie die Müdigkeit in ihre Glieder sickerte und ihre Augenlider schwer wurden. Und nachdem sie sicher war, dass es Seymor den Umständen entsprechend ging, schlief sie neben ihm ein. Sie träumte von ihm in der Katzengestalt, doch ihre Träume nahmen eine unschöne Wende. Sie sah ihn schwerer verletzt als er gewesen war, sie sah ihn sterben und schreckten mitten im Schlaf hoch um sich zu vergewissern, dass er noch lebte. Und es wurde eine lange von Schuldgefühlen geprägte Nacht.

Die kommenden Tage hielt sich Alyssa zurück, besonders was ihre Vampirfähigkeiten anbetraf und zwang Seymor regelrecht sich nach dem ersten November sich noch ein Paar Tage frei zu nehmen, bis er sich wieder völlig gesund fühlte.
Sie nahm ihren Job auf und ging mit immer größeren Bedenken zu dem wöchentlichen Training mit den Hexen. Ein unnötiges Wort verlor sie nie zu Seymor darüber, aber ja, sie hatte tatsächlich Angst, dass es einmal nicht so glimpflich ausgehen würde. Das mit seinen wachsenden Fähigkeiten auch die Gefahr für ihn stieg. Wer konnt es ihr verübeln, das zweite mal war er bereits am Boden geendet mit einer neuen Gestalt. Alyssa hielt sich immer mehr zurück im Kampf, ihre Augen suchten stets Seymor, während er immer mehr lernte die neuen Gestalten zu beherrschen. Auch wenn er schnell große Fortschritte machte, entspannte sie sich kaum.
Aber Seymor war nicht der Einzige. Während die Wochen langsam dahinzogen, lernte auch Bonny mehr über sich und bald übertraf ihre Gabe die der Hexen durch ihre Andersartigkeit. Denn sie konnte nicht nur Heilen, indem sie Energien lenkte, sondern auch Energien anzapfen, so wie sie es bei Seymors Heilung getan hatte. Damit konnte sie auch töten oder zumindest vorerst einen Gegner so weit schwächen, dass er kampfunfähig war. Ihre Gaben schlugen eine ganz andere Richtung ein, als Seymor oder sie selbst erwartet hätte. Sie übte bald nicht nur mit Seymor, sondern auch mit Alyssa, lernte auch ihre Kraft anzuzapfen und entgegengesetzt auch Alyssa Kraft zugeben, sodass es ihr einige mal auch erspart blieb Seymor zu beißen, was sie ihrerseits erleichterte.

Doch je länger sie das Blut mied, desto unruhiger wurde sie. Und desto schlimmer wurden ihre Träume.
Sie sah wieder diese Frau mit dem langen, schwarzen Haar, den durchdringenden roten Augen, so rot wie Blut, der Haut so weiß wie Marmor. Doch es war anders, sie trug nicht länger den goldenen Schmuck. Sie war nackt. Ihr bleicher Körper war bedeckt mit Blut. Und wieder streckte die Königin die Hand nach ihr aus. Und wieder erkannte Alyssa an sich selbst das blaue Gewand einer der babylonischen Tempeljungfrauen.
„Komm her, Kind!“, hallte die Stimme in ihrem Kopf. „Komm zu mir!“, wiederholte die Frau mit dieser Stimme, die Alyssa völlig durchdrang. Sie kniet vor der Königin nieder und trank von ihrem zierlichen Blutgelenk.

Der Traum kehrte mit immer und immer wieder und mit jedem mal veränderte sich etwas. Im nächsten Traum war sie selbst ebenso nackt wie die Königin und zwölf andere Vampirinnen tranken von ihr. Sie fühlte die Schwäche, die sich in ihrem Körper ausbreitet und die Nacht umhüllte sie. Schien sie zu ersticken, zu vereinnahmen.

Nach ungefähr einem Monat hielt sie es nicht länger aus und war doch gezwungen von Seymors Blut zu trinken. Ohne dass sie es gemerkt hatte, war sie im Traum näher an ihn heran gerückt und hatte sich an ihn geschmiegt. Erst als sein regelmäßiger Herzschlag sich in ihren Traum geschoben hatte, realisierte sie was sie nah dran zu tun war. Sie weckte ihn mit zärtlichen Küssen und sanften Berührungen um das einzufordern, wonach sie sich so sehnte, wonach es ihr verlangte.

So kam es auch, dass der November relativ ereignislos verlief und sie damit auch recht zufrieden war. Der erste Schnee fiel und zerstreute ihre Sorgen und Gedanken. Es war, als wäre es der erste Schnee in ihrem Leben, was er sicher nicht war. Und dennoch freute sie sich wie ein kleines Kind. Das Weiß legte sich weich auf die Welt und verdeckte alle Grau-Töne und auf einmal schien ihr die Welt so viel friedlicher und schöner. Sorgloser. Das viele Weiß verdeckte sogar das Rot ihrer Träume und ihre Ausgelassenheit kehrte zurück. Jedoch nicht ihre Erinnerungen, was Alyssa anfangs zu schaffen machte, doch die vielen bunten Lichter in den Kaufhäusern, die filigranen Glaskugeln und der Geruch nach Weihnachtsgebäck hoben ihre Laune noch weiter. Sie hatte Seymor sogar dazu überredet, dass sie einen Weihnachtsbaum brauchten und diesen sogar mit allerlei unnötigem geschmückt, mit Papierschneeflocken, Glaskugeln, die es im Supermarkt zum Sonderpreis gab, mit Zuckerstangen und verschiedensten Bändern und Schleifen, ein buntes und doch charmantes Chaos. Sie hatte auch beschlossen ein Backbuch zu kaufen, was sich bald als keine gute Idee herausstellte. Denn anstatt dass die Wohnung erfüllt war von angenehmen Geruch, stank es regelmäßig nach Verbranntem, wenn Alyssa wieder einmal eine Keksladung im Backofen verbrannte, ein Blech umwarf oder das eine oder andere mal auch mal gern den Zucker vergaß. Nach vielen mühevollen Versuchen musste sie jedoch einsehen, dass Backen nicht zu ihren Talenten gehörte. Eindeutig. Anstatt Seymors Geschmacksnerven weiter zu foltern entschied sie sich für einfachere Dinge, die sogar sie kochen konnte. In den eisigen Monaten wurde ihr Training weniger, einfach weil es teilweise wirklich zu kalt war und die Temperaturen unter -20°C fielen. Stattdessen bauten sie eine Freundschaft zu dem Zirkel auf, eine Freundschaft, die sicher noch länger bestehen bleiben würde.

Doch kaum dass die fröhlichen Festlichkeiten verflogen waren, kehrten auch Alyssas Träume zurück. Immer häufiger und intensiver. Und sie wurde mit jedem Tag des Januars unruhiger und zugleich verschlossener. Nach der Arbeit verbrachte sie Stunden im Archiv, in der Bäckerei, oder bliebt länger auf der Arbeit um den Computer zu nutzen und alles über das Guardian zu recherchieren, das Seymors Vater erwähnt hatte. In ihren Träumen hörte sie die Stimme der Frau dieses Wort immer wieder wiederholen und es zog sie hin. Sie wollte dass diese Träume endeten und sie wieder Schlaf fand. Sie wollte wieder sie selbst sein und nicht dieses Wrack ihrer Selbst. Es tat ihr Leid, dass sie sich vor Seymor zurück zog, aber sie verstand noch nicht einmal selbst was hier vor sich ging. Und wenn sie es nicht verstand, wie sollte sie es ihm erklären? Sie konnte es nicht. Alles was sie wusste war, dass sie dorthin musste um jeden Preis.

Wieder einmal war sie es, die fort wollte. Und als der Februar anbrach und die Temperaturen langsam stiegen, da hielt sie es kaum mehr aus. Sie war es gewesen, die diese Idylle, dieses normale Leben gewollt hatte und sie wollte es weiterhin haben. Aber sie konnte nicht. Konnte nicht hier bleiben. Es war, als rief der Nordwind sie fort. Vor etwas mehr als einem Drittel Jahr waren sie aus New York aufgebrochen und sie hatten so Vieles erlebt, dass es ihr wie eine kleine Ewigkeit erschien und doch zugleich wie gestern, denn die vergangenen Monate waren das Einzige, was klar zurück gekehrt war. Und langsam kam auch das gesamte letzte Jahr in der Iscariot zurück.
Damals hatte sie an die Kasettendecke gestarrt und diese unfassbare Verzweiflung und Trauer gespürt, wie damals am Tag ihrer ersten Begegnung. Sie hatte nicht allein sein wollen, doch dieses mal war es anders, es war nicht das Alleinsein, es war das Ohne-Ihn-Sein, das sie dieser schmerzhafte Verzweiflung wieder spüren ließ. Genau wie damals. Panik hatte sie gelähmt, der Gedanke ihn nie wieder zu sehen. Sie hatte einmal die Angst gehabt ihn zu verlieren, konnte sich sogar an das Gefühl erinnern, wie sehr er ihr bereits in Gedanken gefehlt hatte und nun sogar noch mehr fehlen würde, nachdem er in den letzten Monaten der Einzige gewesen war, der ihr zur Seite gestanden hatte, auch als sie vergessen hatte, wer er überhaupt war.
Und sie erinnerte sich an diese Blick, der ihr damals fast das Herz gebrochen und sich in ihre Erinnerungen eingebrannt hatte. Sie wusste, dass wenn sie nicht ging, dass sie schier an diesem Gefühl der Unruhe zerbrechen würde und damit würden auch sie zerbrechen. Wenn sie nicht ging mit ihm oder ihn, dass würde es dieses wir niemals geben. Und es schmerzte nicht wirklich in Worte fassen zu können und zu wollen, was sie fühlte. Unruhe. Angst. Zwang. Dieses Gefühl von Gefahr. Aber sie konnte nicht fürchten ihn zu verlieren, schließlich hatte sich Seymor einmal für sie entschieden und gesagt, dass er ihr überallhin folgen würde, wenn sie ihn ließ. Sollte sich daran wirklich so viel geändert haben? Sie glaubte es nicht, auch wenn in ihrem Herzen immer diese leise, tief vergrabene Angst schlummern würde ihn zu verlieren.
Aber ihr Entschluss stand auch dieses mal fest. Es war Zeit. Sie war nie jemand gewesen, der lange an einem Ort verweilte. Und nun hatte sie ein Ziel. Es gab hier nichts mehr, das sie hielt - außer Seymor.
Nachdem sie es ihm bruchstückhaft erklärt hatte, verworren und kaum verständlich, dass sie aufbrechen wollte, kümmerte sie sich um die Auflösung der Wohnung, packte die wenigen Dinge, die sie sich angelegt hatten, verschenkte einen Teil an die Mädchen des Zirkels. Es zog sie hin. Zog sie magisch an.
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Alyssa Raven
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BeitragThema: Re: All Hallows' Eve   19.12.12 15:24


Sie konnte die Richtung fühlen, ganz ohne Karte, ganz ohne Navigationssystem. Es war wie die Gravitation zu einem bestimmten Punkt. Sie wusste es einfach. Kaum, dass sie hinter dem Steuer saß, waren alle anderen Gedanken vergessen. Da war nur noch dieser Drang, er war viel stärker als jeder Drang nach Blut, den sie je verspürt hatte. Immer weiter und weiter. Kilometer um Kilometer. Sie war wie besessen und macht nur kurz hier und da Rast, fuhr den ganzen Tag und manchmal auch die ganze Nacht hindurch. Vermied jegliche Verzögerungen und trieb die Impala zu Höchstleistungen an, so weit, bis der Motor heiß lief. Und binnen drei Tagen, fuhren sie in Vancouver ein und dieses Gefühl, das sie so lange begleitete wechselte in puren Horror und Vorahnungen. Etwas tief in ihr sagte ihr, dass die Träume wahr werden würden. Zugleich konnte sie noch immer nicht begreifen, wie sie den Weg hier her gefunden hatte. Aber sie hatte ihn einfach gekannt, in sich getragen. So als hätte ihr eine Stimme den Weg eingeflüstert.
Sie waren nach Winnipeg gefahren, über Regina weiter nach Medicin Hat und über Kelowana endlich nach Vancouver. Das waren 2320 Kilometer in drei Tagen. Seymor war geflogen, hatte auch mal als Kater neben ihr oder auf ihrem Schoß geschlafen. Aber selbst seine vertraute Nähe hatte ihre Unruhe nicht gemindert. Sie war wie besessen gewesen. Angetrieben von diesen Worten und den Bildern, die immer deutlicher in ihrem Kopf wurden. Die ihre Angst ins Unermessliche steigen ließen und dennoch hatte sie sich nicht wehren können.
Die Angst Seymor zu verlieren wuchs mit jeder Sekunde und mit jedem weiteren Meter, den sie ihrem Ziel näher kam und sei konnte es nicht ändern, so sehr sie es auch wollte. Aber sie... sie waren nur ein winziger Teil des Großen Ganzen. Sie hatten ihre Rollen zu spielen. Und sie hatte einfach Angst, dass diese Rollen, so unausweichlich sie auch waren, sie beide von einander wegführen würden. Nein, tief in ihrem Inneren wusste sie es.

Die Lichter Vancouvers kamen immer näher. Der Asphalt unter den Reifen war nass, das letzte Eis für diesen Tag taute unter ständigen Regen des maritimen Klimas. Fahrzeuge sausten an ihnen vorbei und es fühlte sich wie ein Déjà-vu an. Alyssa wand sich nach Seymor um und lächelte ihn zaghaft an. Ihm müsste auch sicherlich mulmig zu mute sein, gerade jetzt, da sie dem Guardian immer näher kamen. Immer näher an die Vergangenheit und die Zukunft. In ihrem Kopf hatten sich die Bilder immer deutlicher manifestiert. Bilder, die ihr das Blut gefrieren ließen, sodass nicht einmal mehr der Phönix es zum Tauen bringen könnte. Aber sie konnte nicht anders. Sie hatte kein Wort darüber zu Seymor verloren. Wie auch? Wie konnte sie es ihn verstehen machen, dass das was sie befürchtete hatte, was sie am meisten befürchtete hatte, Realität werden würde. Wie sollte sie ihm klar machen, das das Schicksal unausweichlich war, dass sie ihren Platz einnehmen mussten und dass sich ihr Platz immer deutlicher offenbarte. Er hielt sie sicherlich jetzt bereits für verrückt den Weg hier her gefunden zu haben. Aber das Blut in ihrem Körper sag. Das Schlimmste war jedoch, dass sie es nicht ertragen konnte, es ihm zu sagen. Ihm zu sagen, was vor ihnen lag. Ja, sie war feige. Aber sie war gern feige. Noch bleib etwas Zeit, nicht mehr lange. Nur ein Paar Tage, womöglich sogar nur Stunden bis die Königin sie zu sich rief und dieses Leben, wie sie es bisher kannte, endete. Dann war das alles hier nur noch ein Bruchstück einer Erinnerung. Einer Erinnerung, die sie einst zu dem gemacht hatte, was sie war. Und dann würde sie alles aufgeben müssen, sich selbst aufgeben müssen. Seymor aufgeben müssen. Bald würde das hier alles unwichtig sein im Angesicht ihrer Verantwortung. Sein Gesicht würde nur noch eines von vielen aus ihrer Vergangenheit werden. Unbedeutend. Besser, sie hätte ihn gar nicht etwas gebeten mitzukommen. Aber die Zukunft wurde erst jetzt klarer in ihren Augen. Sie wollte nicht, dass die Zukunft kam. Sie wollte nicht die Bürde und Aufgabe tragen, die ihr auferlegt werden würde und dennoch musste sie. Sie wollte am Liebsten umdrehen und davon laufen, aber ihr Blut hielt sie davon ab. Erst jetzt verstand sie den Glauben ihrer Mutter. Verstand die Blutschuld, den Kult der Aset, der Königin, der Mutter. Alles war ihr verschrieben mit Blut und sie war nicht anders. Vielleicht konnte sie dennoch bewahren, was sie war ohne sich aufgeben zu müssen. Sie hoffte es. Hoffte es inständig und betete zur Göttin in Gedanken, dass sie das, was ihr so viel bedeutete nicht aufgeben musste.
Wortlos streckte sie ihre Hand aus und umfasste die Seymors. Drückte sie leicht, wie sie es schon so oft getan hatte und lächelte zaghaft in seine Richtung.
„Seymor...“, ihre Stimme war leise und übertönte kaum die Motorgeräusche, während sie auf das Gebäude des Guardian zufuhren.
„Ganz gleich, was dort auf uns zu kommen wird, du sollst eines wissen: Ich liebe dich. Ich habe mich damals bei unserer ersten Begegnung in dich verliebt und ich werde dich immer lieben.“ Damit wand sie sich ab und richtete ihre Augen wieder auf die Straße. Ja, das würde sie. Zumindest ein Teil von ihr, ganz gleich wie klein oder groß dieser war, dieser Teil würde ihn immer lieben, ganz gleich wie ihre Zukunft aussehen würde.
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