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 March of the proud black Templar

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Katherina Wolkowa
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BeitragThema: March of the proud black Templar   22.12.12 23:29

das Eingangsposting lautete :



*

MARCH OF THE PROUD BLACK TEMPLAR






Moskau
Hilton, Leningradskaya
20./21. Dezember 2012


*



Zuletzt von Max Wolkowa am 09.01.13 15:14 bearbeitet; insgesamt 10-mal bearbeitet
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Katherina Wolkowa
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   07.01.13 19:57

Als sie sein Gewicht leicht auf sich fühlte und er seinen Kopf an sie lehnte, konnte sie nicht umhin, als wieder die Augen zu schließen. Seine Stimme war erneut das erste, was sie hinfort trug, in eine andere Welt, die so weit weg schien und dennoch so präsent bis die Bilder wieder vor ihrem inneren Auge dahin flossen. Es erstaunte sie mit wie viel Geschick sich alles zu einer Geschichte fügte, mal verklärt, mal umso klarer. Die Details, an die er sich erinnerte, waren einfach unglaublich. So viele. So bunte. Und sie ließ ihr Denken gern entführen in diese Welt. Wieder sah sie das Gesicht der Frau, die sie war und etwas tief in ihr weigerte sich dennoch zu akzeptieren, dass sie die selbe Person waren. Zugleich aber entspannte sie sich wieder und nahm es einfach hin, als sie erkannte, wie gut es Ascan mit ihr erging. Und eigentlich stand ja nicht sie im Mittelpunkt, sondern eben Ascan. Aber sie hatte Recht behalten, sie mochte diesen aufbrausenden, jungen Thronfolger. Mochte seine stürmische Art und irgendwie bleib sie stets auf seiner Seite, auch wenn sie sah wie er mit seinem Vater stritt, aber das war kein Schweres. Sie war schließlich schon selbst immer recht freiheitsliebend gewesen und deshalb war ihr der Zwang, den Ascans Vater ihm auferlegte, doch zu wider gewesen.
Außerdem wusste sie nicht wirklich, wie es war eine Mutter oder einen Vater zu haben. Ihre Mutter war meist mit ihrer Band unterwegs gewesen und wenn sie zu Hause war, war sie zu betrunken oder bekifft gewesen. Ihr fürsorglicher aber überforderter Vater hatte sich zwar Mühe gegeben, war war weder eine ernstzunehmende Respektsperson, somit war sie seit ihrem 17. Lebensjahr auf sich gestellt gewesen. Ihre Mutter war mit nem Junkie durchgebrannt und ihr Vater war bereits als sie erst 20 war an einem Herzinfarkt verstorben, tolle Kindheit.
Seine Familie konnte man sich eben nicht aussuchen. Und Ascan war ein gravierenderes Beispiel. Erst seine Stimme brachte sie wieder in die Gegenwart und als er kurz verstummte, fragte sie sich, ob er weiter sprechen wollte. Noch hatte sie nicht genug erfahren. Nur über seine Kindheit, aber es war viel mehr notwendig, als eine verkorkste Kindheit, um einen Menschen so sehr zu verändern.
Ohne die Augen zu öffnen oder sich auch nur zu bewegen, fragte sie:
„Hast du es geschafft? Konntest du deinen Vater mit der Hilfe der Leute stürzen?“ Ihre Finger strichen weiterhin über seinen Nacken und weiter über die Seiten seines Halses, wanderten dann hinab und suchten seinen Arm. Sie strich mit der Flachen Hand seinen Unterarm hinab und verschränkte ihre Finger mit seinen.
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Ascan
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   08.01.13 1:22

Als sie sprach, schüttelte er leicht den Kopf, auch wenn sie es nicht sehen konnte, so erahnte sie wohl die Bewegung durch das Gefühl.
„Nein, zumindest nicht so, wie sie es gedacht hatten und auch nicht so, wie ich es vorgehabt hatte zu dieser Zeit.“ Er genoss das Gefühl ihrer Finger, die ihn sacht streichelten und für einen kurzen Moment erinnerte er sich an ein Gefühl, das Selenya ihm gegeben hatte, als sie gemeinsam im Mondschein auf einer Waldlichtung gelegen waren, nur Augenblicke nachdem sie sich in der kühlen Nachtluft geliebt hatten und ihre Finger sacht über seinen Körper gewandert waren und ihn mit Streicheleinheiten liebkost hatten. Doch die Erinnerung verschwand auch so schnell wie sie gekommen war, wieder und er versuchte seine Gedanken dahingehend zu ordnen, dass er die Geschichte in der richtigen Reihenfolge ablaufen ließ. Es dauerte ein wenig, bis er Jeromy wieder in seine Welt aus Erinnerungen, Bildern und Emotionen hinein holte und sie sich wieder im Schloss befanden.

Im Gegensatz zu vorher wirkte nun das Schloss nicht mehr farbenfroh, sondern kalt und grau. Es waren zwar nur Bildsprünge, doch war klar, dass Ascan die Tage scheinbar sinnlos umher streifte und nur im Kampftraining Gefühle zeigte, bis man ihn davon ausschloss, weil sie seine Wut und seinen Zorn zurecht fürchteten, auch wenn er damals nicht einmal ansatzweise mit dem heutigen Ascan vergleichbar gewesen wäre, oder mit dem, was noch folgen würde. Schließlich mischten sich unter die konturlosen Gesichter immer wieder welche, die gestochen scharf waren und sie waren es auch, die Ascan immer wieder in seinem Ansinnen bestärkten, ihm zuflüsterten und ihm rieten. Nach und nach konnte man sehen wie Ascan sich von seiner Familie entfernte, von seiner Mutter, die letztlich doch zum Vater anstatt zu ihm gehalten hatte und selbst von seiner Schwester, der gegenüber er zwar keinen Zorn hegte, aber die er nicht in die Streitereien mit hinein ziehen wollte. Nach und nach begannen sie Ascan auch weitere Ideen in den Kopf zu setzen. Flüsterten Ascan immer wieder Ideen in den Kopf. Große Ideen, Ideen von Macht, Ideen von Magie, Ideen von Möglichkeiten und doch waren ihre Gedanken nur auf ihre eigenen Vorteil bedacht. Doch Ascan war es egal, obwohl er sie durchschaute, machte er sie zu seinen Freunden. Die jungen Männer, die neu hergekommen waren, schienen ihn im Gegensatz zu seiner Familie genau zu verstehen. Sie stimmten ihm zu und fügten sich seinem Wort. Schmiedeten Pläne und gaben ihm Ideen. Bald darauf wusste er mehr über das Schloss als je zuvor. Er kannte Gänge in und aus dem Schloss und durch einen von ihnen Boran von Namen, konnte er schließlich sogar Kontakt zu Selenya aufnehmen.Boran mischte sich zuerst unter die Dorfbewohner und überbrachte ihr schließlich Nachricht von ihm und einen Tag später organisierte er sogar ein Treffen im Wald, welches durch die Geheimgänge verborgen vor den Augen seines Vaters blieb.

Doch das Treffen verlief nicht so wie er es sich gewünscht hatte, denn bereits kurz nachdem sie in seinen Armen war und er sie an sich ziehen konnte, brach sie in Tränen aus. Erst dachte Ascan es seien Freudentränen, doch schon kurz darauf merkte er, dass dies nicht ganz der Fall war. Das Bild wurde wieder scharf und Ascan nahm ihr hübsches Gesicht in seine Hände, wollte sie küssen, sie trösten, ihr sagen, dass jetzt alles gut werden würde, da er Freunde gefunden hatte, die ihm halfen, doch als er in ihre Augen sah, konnte er ihre Verzweiflung erkennen, doch er verstand sie nicht, bis ihn ihre Worte wie mit einem Hammer trafen. Denn es wäre wohl das Schönste gewesen, dass er sich vorstellen konnte. So sehr hatten ihn die Worte damals getroffen, dass ihm für einen Moment die Erinnerung fehlte und sie weitersprang, bis sie zusammen auf einem Baumstumpf saßen und sie ihm erneut erklärte, dass sie schwanger war und das es sein Kind sein musste, denn sie hatte nie einen anderen Mann geliebt. Ascan hielt sie in Armen, während er fieberhaft nachdachte, was er tun konnte. Er wusste, würde man im Dorf erfahren, dass sie einen Bastard in sich trug, wäre sie nicht nur von der Seite seines Vaters aus in Gefahr, doch er wusste auch nicht wo er sie sonst unterbringen sollte. Doch während sie sprachen, erschien Boran ihnen und sagte ihm, dass es Zeit wäre vorerst wieder Abschied zu nehmen. Außerdem versprach er, dass er sich um sie kümmern würde und ihr helfen würde es vor den Dorfbewohnern geheim zu halten. Was Ascan zwar nicht wirklich beruhigte, jedoch Selenya neuen Mut zu geben schien. Denn sie küsste ihn und flüsterte ihm noch „Ich liebe dich.“, ins Ohr bevor sie zurück in Richtung Dorf ging.
Jetzt da er von Selenyas Bedrängnis wusste und der Gefahr, die bestand, wenn man dahinter kommen würde, dass sie sein Kind unter ihrem Herzen trug, wurde seine Wut und sein Tatendrang nur noch größer. All dies spielte seinen neuen „Freunden“ in die Hand, denn es fehlte nicht mehr viel und sie hatten sein Interesse geweckt für jenes, wovon sie die letzten Wochen nur im Stillen gesprochen haben. Jene Macht, von der sie ihm sagten, dass sie alles ändern könnte, wenn er nur wollte und wenn er nur stark genug wäre und das sie jemanden kannten, der ihm diese Macht geben könnte und von Tag zu Tag bedrängten sie ihn mehr und wiesen auf die verrinnende Zeit hin. So schafften sie es kaum eine Woche nach dem Treffen ihn vollends gegen seinen Vater aufzubringen und mit der Idee zu überzeugen, dass er der weitaus fähigere Herrscher wäre.

Wieder änderte sich die Erinnerung, nun war auch die Umgebung klar zu erkennen, wenn auch nicht in solchen Einzelheiten wie bei den Wandteppichen. Ascan schlich Boran auf leisen Schuhen hinterher, während der sichelförmige zunehmende Mond schon hoch am Himmel stand und von vorüberziehenden Wolken bedeckt wurde. Noch einmal drehte Boran sich um, gab ihm per Handzeichen zu verstehen sich im Schatten zu verbergen und ein paar Sekunden später hörte auch er das Klacken der mit Eisen beschlagenen Stiefel der Wache, die im Schein der Fackel an ihnen vorbei Schritt. Ascan hielt den Atem an, seit dem letzten Streit hatte er weder einen Blick noch ein Wort mit seinem Vater gewechselt und doch hatte man den Wachen Befehl erteilt ihn bei einem Fluchtversuch in Gewahrsam zu nehmen, außerdem hatte einer von Borans Informanten in Erfahrung gebracht, dass er bereits morgen zu seinem Onkel gebracht werden sollte, wo er seine Ausbildung abschließen und fern ab jeglicher „Ablenkung“ heranwachsen konnte, wie es sein Vater ausgedrückt hatte. Somit war heute der letzte mögliche Termin um das Schloss zu verlassen oder er würde auch die letzte Chance verlieren jemals mit Selenya zusammen zu sein. Die Wache war vorbei und Boran winkte ihm als Zeichen, dass er ihm wieder folgen sollte. Irgendwie bewunderte er Boran, sein Gehör, generell arbeiteten seine Sinne viel besser als die seinen. Auch wenn Ascan ihm im Schwertkampf überlegen war, so war seine Art sich zu bewegen doch viel eleganter. Er schlich durch die Schatten der Nacht wie eine Katze, schien jede Bewegung, jedes Geräusch noch lange vor ihm wahrzunehmen und kannte die Gassen, Gänge und Hintertüren des Schlosses vermutlich besser als der Erbauer. Nicht lang und sie hatten den äußeren Mauerring erreicht. Das letzte Stück mussten sie durch das Gitter des Burggrabens zurücklegen und dann atmete Ascan erleichtert auf. Es war ihnen gelungen und das Glück stand auf seiner Seite. Wenn er das nächste mal hier her zurückkehren würde, wäre er mächtiger als sein Vater sich vorzustellen vermochte. Mit diesen Gedanken folgte er Boran in den Wald.
Woran dieser sich orientierte, war Ascan schleierhaft. Für Ascan schienen sie einfach quer Wald einwärts zu laufen und wahllos Abzweigungen zu nehmen. Wäre er auf sich selbst gestellt, hätte er sich mit Gewissheit längst verlaufen. Er wäre irgendwo durch den Wald geirrt ohne Ahnung, wo welche Himmelsrichtung lag, oder wo er wieder zurück käme. Es war mindestens ein Marsch von zwei Stunden, den sie zurücklegten, auch wenn er mit dem Orientierungssinn ebenso seinen Zeitsinn größtenteils verlor. Doch schließlich verlangsamte Boran seinen Schritt und gebot ihm inne zu halten.
„Sumus hic“, kam es von Boran, woraufhin der Gesang einer Nachtigall scheinbar als Antwort erklang, bis auch eine weitere einstimmte und noch eine, bis es so viele waren, dass Ascan ihre Zahl nicht mehr ausmachen konnte. Dann schimmerte die Luft vor Boran. Er drehte sich noch einmal zu Ascan um und winkte ihm, bevor er hindurch schritt und vor seinen Augen verschwand. Dieser schritt auf die schimmernde Wand aus Luft vor ihm zu und griff erst einmal vorsichtig danach. Er berührte sie mit seinem Finger und sah wie seine Fingerspitze darin verschwand. Doch da griff bereits eine andere Hand nach ihm und zog ihn mit hinein, sodass er kurz darauf hin einem von Kerzen erhellten Gang anstatt mitten im Wald neben Boran stand, welcher ihn angrinste.
„Nur nicht so schüchtern, und willkommen bei uns.“ Doch Ascan war alles andere als ruhig, während er durch die Hallen geführt wurde und hinter Boran her schritt. Die Hallen schienen wie leer gefegt und es war nahezu totenstill in den Räumen. Einzig die Fackeln und Kerzen warfen Angst einflößende, sich bewegende Schatten an die Wände. Doch schließlich erreichten sie eine große Halle, deren Beleuchtung anstatt von Fackeln ein blauer Schimmer war, der von seltsam wirkenden Kristallen ausging. In der Mitte des Raumes standen in Reih und Glied 11 Männer. Hinter ihnen leicht erhöht stand ein Mann, dessen Alter unmöglich einzuschätzen war, denn von ihm ging eine Aura der Macht aus und obwohl sein Gesicht wie das eines Mannes von vielleicht 25 Jahren aussah, wirkte er doch viel älter. Als sie auf vielleicht 15 Schritt Entfernung ankamen, blieb Boran stehen und ging auf die Knie. Ascan jedoch erinnerte sich seiner Stellung und den Worten, die man ihm zugeredet hatte und obwohl er innerlich vor Angst fast vibrierte, ging er weder auf die Knie, noch senkte er sein Haupt. Im Gegenteil stellte er sich breitbeinig und stolz vor den Mann und erwiderte dessen Blick.
„Du bist also Ascan, jener Ascan, von dem mir meine Leute mittlerweile fast täglich berichten. Jener Ascan, der König sein sollte und den wir zum König machen werden.“, die Stimme des Mannes klang, als würde ein Gott sprechen, zumindest erschien es dem damaligen Ascan so, denn sie schien ihn voll und ganz zu durchdringen und von allen Seiten gleichzeitig auf ihn einzustürmen und dennoch sprach dieser Mann auch davon ihn zum König zu machen.
„Ich freue mich, dich in unserem Kreis willkommen zu heißen, in dem Kreis der Suchenden, doch wenn du uns tatsächlich beitreten willst und wir dir helfen sollen, so wirst du uns deine Treue beweisen müssen.“ Während er sprach, schienen alle anderen wie Statuen zu sein und niemand wagte auch nur laut zu atmen. Er deutete auf einen Kelch der vor ihnen stand.
„Wenn du uns beitrittst, wirst du Macht erlangen, von der du bisher nicht einmal wusstest, dass sie existiert, aber du wirst dich auch von deinem alten Leben und auch von deiner Familie abwenden, also entscheide nun, ob du wirklich bereit bist dem zuzustimmen.“ Immer noch stand Ascan stolz erhobenen Hauptes da, obwohl er sich innerlich wie ein Wurm unter Raben fühlte.
„Solange Ihr mir helft zu meinem Recht zu kommen und mir die Macht gebt, die mir zusteht, werde ich mich euren Gesetzen beugen und tun, was Ihr von mir verlangt.“, seine Stimme klang bei Weitem nicht so fest, wie er es gerne gehabt hätte und doch war sie auch nicht so zittrig und schwach wie er befürchtet hatte.
Was nun folgte war in der Erinnerung vollkommen klar zu sehen, denn die bernsteinfarbenen Augen des Mannes, die der Farbe zum Trotz so eiskalt wie ein zugefrorener See wirkten, fixierten ihn und dann nickte er.
„So soll es sein, diene mir und ich werde dir jene Macht zu Teil werden lassen, die du anstrebst.“ Dann deutete er auf den Kelch vor sich.
„Nun gut um Teil von uns zu werden, muss euer Blut ein Teil von uns werden.“ Auf diese Worte hin setzten sich die 10 Männer und Boran in Bewegung und bildeten einen Kreis rund um den Kelch und der Mann deutete Ascan vor zu treten. Das tat er auch und als er vor dem Kelch stand, begannen die Männer rund um ihn mit einem Singsang. Doch Ascans Erinnerung daran war wieder verwischt, denn er konzentrierte sich nur noch auf den Kelch und den Mann, der ebenfalls auf ihn zu trat. In fast schon feierlicher Geste reichte dieser ihm einen Dolch, dieser wirkte als wäre er durchgehend aus Kristall. Dann nickte er Ascan zu. Ascan schlug das Herz bis zum Hals, als er den Dolch entgegen nahm, doch er griff danach ohne auch nur zu zittern. Dann schob er den Ärmel seines Leinenhemdes weiter nach oben und hielt dann doch noch einmal für einen letzten Moment inne. Seine Gedanken streiften zu seinen Eltern und zu seiner Schwester, denn er wusste, dass er ihnen hiermit großes Leid bringen würde, doch dann kehrten seine Gedanken zurück zu Selenya, er sah sie wie sie verzweifelt geweint hatte, wie sie ihm unter Tränen von ihrer Schwangerschaft erzählte und er wusste, das Einzige, das er tun könnte um ihr zu helfen, lag vor ihm. Es war das Letzte und auch das Einzige, das er tun konnte um sie zu retten. Mit diesen Gedanken verstärkte sich der Griff um den Dolch, er streckte den anderen Arm aus. sodass er über dem Kelch war und zog einen langen tiefen Schnitt, gleich darauf begann das Blut zu rinnen und in den Kelch fließen.


Dann schwand die Erinnerung. Ascan erschien seine eigene Stimme wie störend in der Stille, die bisher nur von ihrer beiden Atem durchbrochen worden war.
„Was dann passierte, weiß ich nicht mehr so genau, denn ich wurde ohnmächtig, ich bezweifle das es aufgrund des Blutverlustes war, obwohl man mir das gesagt hatte. Die nächsten Monate sind für dich wohl weniger von Interesse, denn abgesehen von zwei weiteren Malen konnte ich Selenya nicht mehr treffen und die beiden Male war es nur für ein paar Stunden. Während ich jedoch wie ein Besessener immer mehr von der Magie und dem Wissen in mich aufsog, das mir mein Meister gab. Trotz der kurzen Zeit hatte ich nach einem halben Jahr die anderen Schüler eingeholt und mittlerweile war es Selenya und Boran nahezu unmöglich ihr Geheimnis noch länger geheim zu halten, also war mir klar, dass ich mich beeilen musste und so begann ich mich bereits nach einem halben Jahr für Pakte zu interessieren, denn mir war klar, dass ich nicht die Zeit hatte um auf normalem Weg genug Macht anzuhäufen und so rief ich ihn herbei zu der Zeit, als Selenya im 8. Monat schwanger war und nur mit Hilfe Borans, der einen Zauber über sie gesprochen hatte, der ihren Bauch vor den anderen verbarg, war ihre Tarnung noch nicht aufgeflogen. Doch spätestens wenn die Wehen einsetzten, würde das Ganze in einer Katastrophe enden, doch der Meister verweigerte mir die Gunst sie mit hier her zu nehmen, denn er sagte kein weibliches Wesen dürfte diese Grenze überschreiten und es läge einzig und allein in meinem Ermessen sie zu retten, er konnte mir lediglich die möglichkeiten der Machtgewinnung aufzeigen.“, Ascan hielt inne.
„Wovon du nun erfahren wirst, ist keinem anderen außer mir mehr bekannt und ich habe noch niemals jemanden daran teilhaben lassen.“, durch die Verbindung wusste er, dass sie den Hass, den er gegen sich selbst in diesem Moment fühlte, spüren musste und doch konnte er ihn nicht unterdrücken. Stattdessen baute er wieder eine Erinnerung auf.

Man sah einen der Räume und viele Utensilien aufgestellt um ein Pentagramm.
„Spiritus magnus et potens, cum mihi tantum oboediveris, quantum postulavissem, denique te elicio et vincio, ne me nec hoc locum nec quaecumque, quae mihi est, laedas vel destruas, ut omnia, quae postulaverim, diligenter facias. Et nunc tibi concedo, ut in latibula, quae non cernere possumus, effugas. Pax sit inter te et me. Veni celeriter, cum iterum te eliciam.“
Deutlich wie kaum etwas sonst in seinen Erinnerungen waren die Worte zu hören. Dann schien jedoch für einen Moment nichts zu passieren, bis plötzlich alle Kerzen zugleich ausgingen und doch vor ihm eine Gestalt erschien. Es war eine junge Frau, sie war attraktiv und charmant und lächelte ihn an.
„Du hast mich gerufen, König Ascan? Wie kann ich dir dienen?“ Spätestens hier hätte Ascan merken müssen, dass das Ganze faul war, doch er war dumm gewesen und stolz. Ihr Blick wanderte an ihm herab und wieder herauf, bis sie ihn wieder ansah.
„Wünschst du vielleicht die Nähe eines weiblichen Körpers? Ich sehe du hast schon sehr lange auf darauf verzichtet. Womöglich möchtest du gar mit mir das Bett teilen?“ Ascan war verwirrt von ihren Worten, doch er wusste, dass die Dämonen stets versuchten die Rufer zu verwirren und so rief er sich zurück was genau er wollte.
„Ich möchte Euch einen Handel vorschlagen.“ Damit verstummte sein Gegenüber für einen Moment, bevor sie ein fast schnurrendes Geräusch von sich gab.
„So mein, kleiner Meister, dann schlag mir vor, was du anzubieten hast, denn was du möchtest ist mir längst bekannt.“ Das ließ ihn stutzen, doch er versuchte sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
„Gut, denn ich weiß auch, dass Ihr unter dem Befehl meines Meisters stehst.“, sagte er und fixierte sie mit seinem Blick, woraufhin sie ein fauchendes Geräusch von sich gab und ihn angreifen wollte, doch er hatte zu recht mit seiner Beschwörung auch einen Bann gewählt.
„Was also wünscht du von mir zu tun, da du zu wissen scheinst mit wem du es zu tun hast und auf welche Art von Handel ich eingehen muss.“, nun war es an ihm zu lächeln.
„Ich opfere dem Meister 5 Jahre meines Lebens, ich verlange dafür dass Ihr die Blindheit meiner Geliebten Selenya heilt!“, sie sah Ascan verwundert an.
„Das ist alles, was du verlangst für fünf Jahre deines Lebens? Nun so soll es sein und mit zu diesem Handel gebe ich dir auch noch einen Rat, denn ich weiß, dass ich dich schon bald wieder treffen werde. Zwinge niemals einem Dämon einen Handel ab, denn sonst wirst du niemals das bekommen, was du wirklich wolltest. Und nun laufe, laufe wenn du dein kleines Wunder zumindest noch mit eigenen Augen sehen möchtest.“
Bereits da wusste Ascan, dass er einen Fehler begangen hatte, er wollte sie aufhalten, doch sie zerstob zwischen seinen Fingern zu Rauch, der nach Schwefel stank. Wie von Sinnen eilte er hinaus aus dem Versteck. Seine Füße trugen ihn durch den Tiefschnee in Richtung des Dorfes, doch mit jedem Schritt, den er tat, wurde seine Besorgnis größer und auch der Ascan, der die Erinnerungen zeigte, begann sich immer mehr zu verkrampfen, bis ihm sogar Schweiß auf der Stirn ausbrach, doch die Erinnerung führte unaufhörlich näher an das Dorf heran, bis er aus der Ferne bereits die Dächer erkennen konnte. Noch schneller rannte er durch den Schnee, stolperte über eine verdeckte Wurzel, fiel hin, schrammte sich die Hände auf, woran wusste er nicht, rappelte sich wieder auf und stürmte los. Er wusste, dass etwas ganz falsch gelaufen war, jetzt wusste er, dass Selenya in Gefahr war, alle seine Sinne schienen verrückt zu spielen. Er stieß mit der Schulter gegen einen niedrig hängenden Ast, doch er spürte kaum den Schmerz, als er weiter auf das Dorf zuströmte. Dann hörte er laute Stimmen aus weiter Entfernung. Er hörte jemanden eine Ansprache halten und laute Widerschreie. Als er durch die Gassen stürmte, hörte er Schmerzensschreie. Schreie wie er sie noch nie gehört hatte. Schreie, deren Stimme er kannte und die seine Luft, sein Herz und sein Bewusstsein durchschnitten. Wie ein vom Wahn getriebener, stürmte er in die Mitte des Dorfes, wo er erkannte, wer diese er in Rot mit dem Wappen des Kreuzes gekleidete Person war, welche dieses Dorf genau an diesem Tag besuchte. Es war ein Inquisitor. Rund um ihn war das gesamte Dorf versammelt. Sie schrien und manche verzweifelt, manche aus Eifer, doch in der Mitte des Platzes war was Ascans Blick auf sich zog, war der Anblick, den er niemals vergessen würde, war das, was ihn gekennzeichnet hatte und für immer veränderte, denn als er auf das brennende, aufgestapelte Holz sah, erkannte er jene angebundene Gestalt, die sich vor Schmerzen schreiend und windend inmitten der Flammen befand. Ihre Haar standen bereits in Flammen und Stellen ihrer Haut begannen bereits zu verkohlen, als sie immer noch schrie und dann schrie sie seinen Namen. Sie schrie nach Ascan, rief ihn um Hilfe, und in diesem Moment traf ihr Blick, den seinen und ihre Schreie erstarben.
"Expirete!"
Er schrie das Wort über den ganzen Platz und im selben Moment erloschen die Flammen und er rannte zu ihr hin. Er rannte auf den Scheiterhaufen, während der Inquisitor voller Panik über das Geschehen seine Männer um sich scharrte und voller Panik auf den Mann sah, der gerade vor seinen Augen mittels Wort das Feuer zum Erlöschen gebracht hatte. Doch als Ascan Selenya erreichte, wusste er bereits, dass er zu spät kam. Ihre Augen hatten noch letzte Funken an Leben in sich, doch sie war sogar zu schwach um auch nur Worte noch heraus zu bringen. Sie sah ihn nur noch an und obwohl er schuld daran trug, dass ihr das passiert war, fand er keinerlei Wut auf ihn in ihren Augen, nein ihre Augen schienen von absoluter Liebe zu ihm erfüllt zu sein. Mit ein paar Worten löste er die Fesseln und fing sie in seinen Armen auf, was ihr Schmerzen bereitete, doch er konnte nicht anders, als sie in seine Arme zu holen. Als ihr Leben immer mehr zu schwinden begann und sie dennoch versuchte etwas zu sagen. Er wusste, dass ihre Schmerzen schier unerträglich sein mussten und doch fand er in ihrem Gesicht so etwas wie ein Lächeln.
„Ich wusste... du würdest mich niemals allein lassen.“ Ihre Worte waren kaum mehr als ein Hauch und Tränen rannen Ascan über die Wangen. Tränen der Trauer, doch in seinem Körper baute sich eine Wut auf, wie er selbst sie noch nicht gekannt hatte. All die Wut des letzten Jahres war nichts dagegen gewesen und doch war sie Teil davon, als Selenya von Brandblasen übersaht und an vielen Stellen mit schwarz verkohlter Haut in seinen Armen starb. Dann hörte er ein Klacken hinter sich. Doch ohne sich umzudrehen und ohne ein Wort zu sagen, schossen die Bolzen an ihm vorbei, so als hätte jeder der Soldaten daneben gezielt. Er bettete Selenyas Kopf vorsichtig auf dem halb verbrannten Holz und dann erhob er sich. Er sah die angsterfüllten, panischen Blicke der Dorfbewohner und hörte den Befehle schreienden Inquisitor.
„Ihr habt sie getötet.“ Seine Worte waren so leise, dass sie eigentlich niemand hätte hören können, doch wie auch bei seinem Meister schien seine Stimme von überall zu gleich einzudringen und eine dunkle Aura umgab ihn.
„Ihr habt sie getötet, sie und mein Kind, in blinder Furcht und ohne Nachzudenken habt ihr sie verbrannt.“ Seine Stimme bebte, als er weitersprach.
„Dann soll euch alle das selbe Schicksal ereilen. Rennt, wenn ihr denkt ihr könnt mir entkommen, doch niemand von euch wird den morgigen Tag noch erleben.“
„Ignites!“
Er schrie das Wort zu den Leuten, unter denen er auch die Eltern von Selenya sah und nur einen Moment später waren Schreie zu hören, als sich ein Inferno unter den Dorfbewohnern ausbreitete. „Ihr habt zugelassen, dass man sie verbrennt, obwohl ihr wusstet, dass sie keine Hexe ist, aus Angst selbst beschuldigt zu werden, jetzt brennt, wie sie es getan hat, bis ihr sterbt, brennt mit euren Kindern, so wie ihr mein Kind verbrannt habt!“
Und während die Menge schreiend unter panischen, brennenden und sterbenden Menschen auseinander stob, sah man auch brennende Kinder, Mädchen, Jungen und selbst Babys, die von ihren Eltern fallen gelassen wurden und verbrannten. Dann wandte er sich auch den anderen Dorfbewohnern zu und während sie begannen davon zu rennen, ging einer nach dem anderen in Flammen auf und wo einer fiel oder starb, begannen zwei weitere zu brennen. Sodass sich der Boden nach wenigen Minuten begann mit schwarz verkohlten Leichen von Frauen, Männern, Kindern, wie Greisen zu bedecken und ein Anblick wie aus den tiefsten Erzählungen der Hölle entstand.
„Delusio!“
Wandte er sich schließlich der Inquisition zu.
„Im Wahn habt ihr sie zum Tode verurteilt und hingerichtet. Für euch habe ich eine weitaus schlimmere Art zu sterben. Denn ihr werdet zurückkehren. Werdet zu euren Familien gehen und während ihr bei vollem Bewusstsein seid, werdet ihr sie töten, werdet sie mit euren eigenen Händen fesseln und in Brand stecken und ihr werdet zu sehen, wie eure Frauen und Kinder, eure Brüder und Eltern durch eure Hand im Feuer sterben. Danach werdet ihr euch selbst in Brand stecken und erst im letzten Moment sollt ihr von diesem Fluch befreit werden, sodass ihr euer Handeln noch nachvollziehen könnt. Dann traf sein Blick den des Inquisitors und Priesters s.
„Für dich jedoch der du keine Familie hast habe ich eine andere Qual.“
„Pestis!
„Ich gewähre dir als einzigem, dass du überlebst, ja sogar werde ich dir dafür Sorge tragen, dass du ein langes Leben ohne Krankheit bekommst. Doch du trägst nun die Pest in dir und egal wo du hingehst und egal zu wem du kommst, du wirst ihnen den Tod und die Pest bringen. Damit schritt er auf ihn zu, der wie versteinert dort stand.
„Doch sollst du niemals jemanden warnen können und dich auch nicht selbst töten können.“ Er zog ein Schwert aus der Scheide eines der Soldaten, der Inquisitor war wie paralysiert und bewegte sich nicht, obwohl er wusste, dass er rennen sollte. Das Pferd unter ihm begann bereits durch den Fluch vor sich hin zu sterben und brach unter ihm zusammen. Dann riss Ascan ihn vom Pferd. Zog erst den einen Arm zu sich und das Schwert schnitt durch Haut, Sehen und Knochen, als er die erste Hand abhackte. Der Inquisitor schrie auf, doch immer noch bewegte er sich nicht, gepeinigt von der Angst und dem Unglauben. Bis auch die zweite Hand auf die sich mit schmutziger Asche vermengenden Erde fiel. Der Inquisitor schrie noch einmal auf und endlich schien er zu realisieren, dass es kein Alptraum war und versuchte davon zu laufen, die beiden Armstümpfe, aus denen das Blut floss, vor die Brust haltend und vor Ascan weg stolpernd, so wie es auch die Soldaten taten. Doch Ascan folgte ihm unbarmherzig, bis dieser stolperte und fiel und Ascan langsam auf ihn zu schritt.
„Auch sprechen sollst du nicht mehr können, denn deine Zunge verkündet nichts als Lügen.“ Damit schloss sich seine Hand um den Hals des alt wirkenden Mannes, der bis Ascan erschienen war, wie ein starker Anführer gewirkt hatte. Er stieß ihn erneut zu Boden und kniete sich auf seine Brust. Dann griff er mit den Fingern nach der Zunge des Mannes und auch sie landete neben ihm am Boden und Blut quoll unter Husten und Spucken aus seinem Mund, als Ascan einfach aufstand und von ihm weg trat. Ihn keines Blickes mehr würdigte und die vor Blut triefende Robe trotz des kalten frühwinterlichen Wetters auszog. Das Blut, das an seinen Händen klebte, daran abwischte und sich inmitten all der Leichen, unter Schmerzen, die er mit nichts zu beschreiben wusste, sich hinter Selenya kniete und ihren Kopf auf seine Knie bettete. Sein Blick war an ihre leeren Augen gehaftet und seine Hände strichen zärtlich über ihre Wangen. Tränen tropften auf ihr Gesicht, als er ihre Augen schloss.


Mit ihnen verschwand auch die Erinnerung und zurück blieb nur Leere. Leere in Ascan, die alles erfüllte, Leere, die jeden Schmerz und jedes Gefühl verdrängt hatte, das da jemals existiert haben mochte. Kein Geräusch war von ihm zu hören, nicht einmal mehr sein Brustkorb hob oder senkte sich um zu atmen. Nur jeder seiner Muskeln schien bis zum Bersten angespannt und doch war nichts, nur alles erfüllende Leere in seinem Kopf, eine alles vernichtende, auslöschende, vergiftende Leere, die nichts mehr an ihn heran ließ. Er wusste nicht mehr wo er war, oder wer er war, nicht mehr, dass Jeromy bei ihm war oder dass er sich nicht mehr in dieser Zeit befand, sondern ein neues Leben angefangen hatte. Es war einfach nur schwarz, schwarz und leer. Leer um nicht ertragen zu müssen und nicht verstehen zu müssen. Schwarz um nicht sehen zu müssen und nicht wissen zu müssen.
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Katherina Wolkowa
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   08.01.13 12:45

Am Anfang war es gar nicht so schwer Ascan zu folgen, der Ausbruch aus dem Schloss, das Wiedersehen, alles löste noch positive Gefühle in ihr aus, obwohl die Ascans Gefühle ebenfalls wahrnahm. Aber es war halb so schlimm, im Gegenteil, das war eine leise Hoffnung in ihr, dass sich alles noch wenden könnte. Sie spürte seine Angst, aber auch seine bittere Entschlossenheit, als er dem Zirkel beitrat. Völlig unbewusst hatten ihre Finger die seinen losgelassen und sie hatte den Arm schützend um ihn gelegt, ihre Hand lag auf seiner Seite und streichelte ihn behutsam über dem schwarzen Stoff, so als wolle sie ihn beruhigen, was sie selbst aber gar nicht realisierte, so war sie im Geschehen gefangen. Auch als die Bilder für den Bruchteil eines Moments endeten und er lediglich weitersprach, war sie noch weit weg. Sie hörte ihn, verstand was er sagte, aber öffnete die Augen nicht. Und während er so sprach, stieg in ihr das Gefühl von Angst und Bedrängnis. Sie sah diese auch diese wunderschöne, rothaarige Frau, die viel mehr anziehend als beängstigend wirkte. Doch das Gefühl Ascans griff auch auf sie über. Angst. Panik. Mehr als nur unheilvolle Bedrohung. Solange er durch den Wald eilte und dieser ihm immer mehr Hindernisse in den Weg legte, hatte sie das Gefühl nicht mehr atmen zu können. Es schnürte ihr die Kehle zu. Nicht dieser Kloß im Hals, den man fühlte, wenn man den Tränen nahe war, sondern regelrechter Mangel an Sauerstoff. Ihre Panik wuchs weiter an, sodass sie ihre Finger in seine Seite krallte. Sie spürte Hitze. Sengende Hitze, die sich mit seinen Erinnerungen zu vermengte und doch eindeutig nicht von Ascan ausging. Sie sah wie er durch den Wald rannte. Und als er das Dorf erreichte, den Marktplatz, wechselte ihre Perspektive, sie sah die Frau auf dem Scheiterhaufen nicht länger. Nein, sie selbst war bewegungsunfähig. Stand über der Menge, die sich unter ihr versammelt hatte. Durch verschleierte Augen wurden sie zu einer unscharfen Masse. Der Rauch ätze in ihren Augen, brannte in ihrer Lunge, heiß, trocken und schwer. Die Hitze war überall, fraß sich durch ihren Körper und raubte ihr schier den Verstand. Sie roch ihr eigenes versengtes Fleisch, dessen Geruch einen Würgereiz auslöste, aber die Schmerzen waren so unerträglich, dass dieser Gestank auch wieder nebensächlich wurde. Sie konnte fühlen, wie ihr Körper regelrecht zerfiel, so weit, dass sie nahe der erlösenden Ohnmacht war. Sie sehnt sich nach der Dunkelheit, damit der Schmerz endlich endete und dennoch konnte sie noch nicht aufgeben, sie wusste, dass er kommen würde. Sie wusste es einfach. Sie hatte keine Angst mehr. Und dann irgendwo in der Menge erblickte sie vertraute Augen, ein geliebtes Gesicht. Für einen sehr kurzen Moment ebbten die Schmerzen ab, doch sie hatte keine Kraft mehr anzukämpfen. Und während sich ihre Finger in den schwarzen Stoff krallten, ebbte dieses Bild wieder ab. Es hatte gerade einmal eine oder zwei Sekunden angedauert. Und dennoch wusste sie in ihrem Kopf, dass es nicht das sein war. Der Druck verschwand wieder und wurde abgelöst von Ascans ansteigender Wut. Sie sog scharf die Luft ein, als sie wieder das Gefühl hatte atmen zu können, löste sich jedoch kein bisschen von Ascan, auch wenn sie fühlte, dass sich sein eigenes Körper, an den sie sich schmiegte versteifte. Sie sah das Leben in den blauen Augen verlöschen, die nun die selbe Farbe hatten wie die ihren und dann war da nichts mehr als alles zerstörende Wut. Wut, die so tief war, dass sie sich auch in ihre eigene Seele fraß, dass sie fast glaubte, es sei ihre eigene Wut. Schritt für Schritt sah sie der Auslöschung des Dorfes zu. Und das Schlimmst war, dass sie gemischte Gefühle dabei empfand. Sie kniff die Augen zusammen, als könne sie die Augen schließen und die Bilder würden aufhören, aber nein, sie musste sich das Blutbad bis zum Ende ansehen. Sie barg das Gesicht in Verzweiflung an seiner Schulter und hielt die Augen fest verschlossen. Ihre Nägel hatten sich mittlerweile so tief und hart in seine Haut gegraben, dass ein normaler Mensch sicher tiefe, blute Kratzspuren und schwarze Flecke davon getragen hätte. Ein leises Wimmern entwand sich ihr ob seiner Schmerzen und ob der Grausamkeit den Bewohnern gegenüber, die das selbe Leid erfuhren, das sie eben noch gespürt hatte. Sie empfand tiefe Schuld den vielen Opfern gegenüber, denn im Grunde, wenn sie wirklich diese Frau war, dann war sie Schuld daran, dass ihnen das alles widerfuhr. Zeitgleich empfand sie aber auch Hass auf ihre Familie, auf ihre Nachbarn, die sie verraten hatten, die ihren Tod zugelassen hatten. Es war nicht nur Ascans Hass, sondern das Gefühl des Verrates, der Gleichgültigkeit ihr gegenüber. Sie wusste, dass sie sowohl ihnen, als auch Ascan verzeihen konnte. Ihm vor allen anderen, denn es fühlte sich für sie nicht wie seine Schuld an. Diese Grausamkeiten, die sie mit ansehen musste, verband sie nicht mit ihm, obgleich sie zusah, wie er sie verrichtete. Nein, es fühlte sich viel mehr wie eine Naturgewalt an, die über die Bewohner hinweg fegte. Wie eine dunkle, gewaltige Macht. Wie... Schicksal... wie eine Strafe auf Grund der Verworfenheit und Ignoranz der Menschen. Nein, vor ihm empfand sie keinen Ekel, keinen Hass. Sie fühlte nur Frieden, als er den leblosen Körper in seine Hände nahm und seine Tränen auf sie hinab fielen. Nein, es gab nichts zu verzeihen.
Eine Tränen kullerten auch ihr Gesicht hinab und dann war da nichts mehr. Alles war schwarz und leer. Es dauerte einen Moment, bis sie wieder zu sich fand und verstand, dass es seine Leere war, die von ihrer Seele Besitz ergriff und die Schwärze, die auch sie einhüllen wollte.
Nein, sie wollte nicht wieder in die Dunkelheit? Wieso wieder? Ohne genau zu wissen, wie sie es tat, rastete schwer und tief eine Mauer ein und kappte sie von Ascan, bis die Leere und Schwärze verschwand, bis sie wieder sie selbst war. Zumindest die Person, die sie zu sein geglaubt hatte, bis noch vor ein Paar Stunden.
Sein Körper war starr wie Stein. Er atmete nicht. Wieder druchzuckte sie Panik und sie löste sich sehr hastig von Ascan. Erst jetzt merkte sie, wie verkrampft ihre Finger waren, da sie sich regelrecht in ihn gebohrt hatte. Sie blickte in sein Gesicht, das eben so ausdruckslos war. Sie setzte sich vor ihm auf die Knie auf, beugte sich über ihn. Eine Hand glitt erneut in seinen Nacken, die andere strich über seine Wange und langsam löste sie die Mauer wieder, versuchte sich nach ihm auszustrecken und ihn zu ertasten, spürte ihn wieder in ihren Gedanken, tastete an dieser Wand aus Leere entlang und versuchte ihm das Gefühl zu vermitteln, dass sie noch hier war, konzentrierte sich auf die Wärme, die sie umgab und die sie ausstrahlte. Ihre Finger drückten sachte in seinen Nacken, ihr Daumen strich über seine Wange, knapp unterhalb des Auges. Alles physische Reize, die ihn an diese Welt binden sollte, die dennoch ob des Gesehenen fast so ebenso irreal wirkte.
„Ascan?“, sie hauchte nur und wartete darauf, bis er sie abschaute. „Komm zu mir zurück.“ Ihre eigenen Wangen waren noch von Tränen benetzt und ihre Augen funkelten glasig.
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Ascan
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   08.01.13 19:08

Schwarz und leer, einfach nichts, das war es, was er empfand, einfach nur dem Schmerz und dem Zorn und der Wut entfliehen, von der er wusste, dass noch so viel mehr kommen würde. Den Bildern, die er so lange verbannt gehabt hatte und die er nun wieder in sein Bewusstsein hatte dringen lassen, einfach nur entkommen, nichts mehr mitbekommen, Schlaf, alles, verschleiernder Schlaf. das würde ihm nun gut tun.
Doch er war nicht allein, nicht dieses mal und er hatte diese Dinge auch nicht erneut getan, es waren nur Bilder aus seiner Vergangenheit gewesen, Bilder für die er schon einmal gelitten hatte und deren Schmerz er schon einmal überstanden hatte. Dann war da eine Stimme, ein Klang, der die Dunkelheit zu durchschneiden schien. Es war Selenyas Stimme, sie rief nach ihm, und er wusste, er würde zu spät kommen, wusste bereits, was passieren würde und er wollte es nicht erneut sehen, wollte den Schmerz nicht erneut durchleben. Doch die Stimme drang weiter auf ihn ein, obwohl sie nur so leicht wie ein Lufthauch zu sein schien, hatte er doch das Gefühl, dass er ihr folgen musste. Also ließ er zu, dass sie ihn aus dieser Finsternis zog. Dass sie ihn mit sich führte, bis die Dunkelheit und die Leere schwand und ein seltsam betäubtes Gefühl zurückließ. Er fühlte sich wie in Styropor verpackt, als er die Augen öffnete und erst als er ihr Gesicht sah, realisierte er, dass es nicht Selenya gewesen war, die ihn gerufen hatte, sondern das es Jeromys Stimme gewesen war, die ihn hier her zurück gebracht hatte. Doch es dauerte noch viele Herzschläge, bevor er sich so weit wieder in die Welt zurückgebracht hatte, dass er verstand, dass er aufgehört hatte zu atmen und mit einem tiefen Zug strömte die Luft wieder ins eine Lungen, während er hochschreckte.
„Es... tut mir ... Leid.“ Aufgrund der mangelnden Luft fiel es ihm schwer zu sprechen, weshalb er seine Worte unterbrach und stattdessen atmete und anschließend ihren Blick suchte.
„Es tut mir Leid, dass du das miterleben musstest.“
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Katherina Wolkowa
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   08.01.13 20:49

„Komm zurück.“, hauchte sie erneut. Fast hätte sie geglaubt den Notdienst rufen zu müssen, aber was hätte sie gesagt? Dieser über 800 Jahre alte Mann, dessen Körper widerstandsfähiger ist als der eines Menschen, hat plötzlich aufgehört zu atmen, weil er sich an Dinge aus seiner Vergangenheit erinnert hatte? Sicher. Ihre Hand strich über sein Gesicht, strich im das dunkle, weiche Haar aus dem Gesicht. Sie wartete. Es dauerte eine Ewigkeit, bis zunächst seine Augenlider leicht zuckten und er dann hörbar die Luft einsog. Ein riesiger Stein fiel ihr von der Seele. Seine Worte waren so abgehackt und ihr eigenes Herz klopfte wie verrückt. Sie ließ von ihm ab und faltete ihre Hände in ihrem Schoß, während sie ihn einfach nur betrachtete und darauf wartete, dass er wieder zu sich selbst kam. Und als er wieder sprechen konnte, da entschuldigte er sich doch allen Ernstes bei ihr. Sie schüttelte nur lächelnd den Kopf, bei Weitem gefasster als sie es noch zuvor gewesen war und gefasster sogar als er. In ihren Augen stand der abflauende Schrecken und die einkehrende Erleichterung. Dann schüttelte sie den Kopf, noch immer lächelnd.
„Entschuldige dich nicht dafür. Ich wollte es verstehen, ich wollte dich verstehen und das war notwendig. Nun verstehe ich dich auch.“ Sie stand auf, nahm ihre beiden Weingläser und reichte ihm das sein. Es war zwar kein Heilmittel, aber dennoch besser als gar nichts, wobei sie davon ausging, das Ascan im Moment etwas viel, viel stärkeres brauchte. Sie wusste nicht so recht, wie sie sich verhalten sollte. Sollte sie ihn in den Arm nehmen um ihn zu trösten, oder wollte er vielleicht sogar sie fest halten, so wie er Selenya gehalten hatte, damit er wusste, dass er nicht allein war. Sie wollte ihn nicht bemitleiden, sondern lediglich zeigen, dass sie da war. Denn er schien ihr nicht gerade wie der gefühlsduselig Mensch. Aber sie machte keinen Hehl daraus, wie verwirrt sie war, sie ließ Ascan die völlige Freiheit in ihren Gedanken zu lesen, wenn er das wollte um zu sehen, dass alles in Ordnung war. Ach Scheiße! Nichts war in Ordnung, sie er trug es einfach nicht ihn so zu sehen. Ohne länger darüber nachzudenken ließ sie sich auf der anderen Seite der Couch nieder, fasste Ascan an der Hand und mit der anderen an der Schulter und zog ihn bestimmt mit sich in eine halb liegenden, halb sitzenden Haltung, sodass sein Kopf auf ihrer Schulter ruhte und sie an die Seitenlehne lag, sein Gewicht zum Teil auf sich. Sie legte einen Arm um ihn und strich mit dem anderen wieder seinen Nacken entlang. Genoss seine Nähe und versuchte etwas von ihrer Wärme an ihn abzugeben. Was sollte sie bloß sagen? Dass er vergessen sollte? Dass es vorbei war? Das war doch alles Blödsinn!
„Es ist vorbei. Alles vorbei.“, hauchte sie ganz leise. „Jetzt bist du hier, mit mir. Bleib bei mir!“ Und irgendwie gelang es ihr wieder eine Verbindung zu ihm herzustellen. Sie schickte ihm erneut die Impressionen des Augenblicks. Das leise Prasseln des Feuers, das gedämpfte Licht, das Gefühl der Geborgenheit, das sie bei ihm verspürte. Und Hoffnung. Hoffnung, die sie empfand.
„Ich werde nicht gehen. Dich nicht allein lassen. Dich nicht verurteilen oder Angst haben.“, gab sie wie zu Bestätigung, weil sie das Gefühl hatte, dass zumindest ihre Stimme ihn hier halten konnte. Vielleicht ihre Berührungen. Und sie schickte ihm auch dieses Gefühl des Verständnisses und Mitgefühls, die Zuneigung, die sie für ihn empfand, ebenso für den Ascan, den sie eben kennen lernen durfte.
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   09.01.13 21:21

Immer wieder vernahm er ihre Stimme, die ihn zunehmend mehr zurück in die Realität und fort von seinen Erinnerungen führte. Er konnte ihre beruhigende, streichelnde Geste auf seiner Haut fühlen. Ihre Worte, die auf seine Entschuldigung folgten, waren etwas verworren in seinem Kopf, doch er verstand was sie sagen wollte und lächelte dabei. Dann wurde ihm sein Weinglas gereicht, welches er ohne zu warten austrank und sie dann wieder anblickte. Er wollte sagen, dass es ohnehin niemals entschuldigt werden könnte, doch noch bevor er reagieren konnte, wurde er zu ihr gezogen und sein Kopf auf ihre Schulter gebettet. Selbst wenn er es irgendwie merkwürdig fand in dieser Geste von ihr gehalten zu werden, so war es doch bei Weitem nicht unangenehm. Ihre Nähe, ihre Wärme und die Zuneigung, die von ihr ausging, das alles hielt ihn davon ab, wieder an die Bilder zu denken, wieder an das Geschehene zu denken und auch daran, was noch kommen würde.
„Ich habe viel Böses getan und das dort wäre in vielen Augen vermutlich noch nicht einmal das Schlimmste gewesen.“ Er legte seinen Arm um sie und sah sie schließlich an. Und doch würde er all das wieder tun, in der Hoffnung Selenya wieder zu sehen.
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Katherina Wolkowa
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   10.01.13 9:16

Langsam entspannte er sich und sie fühlte seinen Arm um sich, was eine Welle des Wohlbefindens und der Geborgenheit durch ihren Körper sandte, obgleich sie diese Bilder eben gesehen hatte und obwohl sie es war, die eigentlich ihm dieses Gefühl hatte geben wollen. Ihre eine Hand wanderte zu seiner und ihre Finger begannen damit seinen Handrücken zu streicheln, seinen Unterarm hinauf, die andere legte sich auf seinen Rücken und setzte dort in kleinen Bewegungen fort.
Ihr eigener Körper versteifte sich kurz, als er sagte, dass es wohl noch nicht das Schlimmste war und sie konnte sich kaum vorstellen, was schlimmer gewesen sein könnte, als eine neue Pestwelle auf die Menschen Europas loszuschicken und ein gesamtes Dorf auszulöschen. Aber sie zwang sich wieder zu entspannen. Und dann sah er wie in einer stummen Frage an. Wollte sie mehr wissen? Ja! Auch wenn es sich nicht mehr um die Vorfahring, oder was auch immer diese war, ihrer eigenen Person handelte, nein jetzt ging es um Ascan. Das wollte sie eigentlich umso mehr erfahren. Sie rutschte etwas herum, versuchte sich und ihn in eine bequemere Haltung zu bringen.
„Wann immer du bereit bist.“, gab sie zur Antwort. „Wenn du möchtest, dann brauchst du es nicht jetzt zu erzählen, morgen...?“, ihre Stimme klang zögerlich, denn irgendwie hatte sie Angst, dass er morgen nichts mehr erzählen würde, dass er nicht mehr zu dem Ort des Geschehen zurück kehren würde. Zugleich hatte sie aber auch Angst zu viel von ihn zu verlangen in diesem Moment.
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   10.01.13 21:30

Als er ihr Wohlbefinden fühlte, begann auch er sich weiter zu entspannen. Das sie sich wohl fühlte, wenn er so bei ihr war, gab ihm viel mehr Sicherheit, als es Worte je vermocht hätten. Er fühlte aber auch den Zwiespalt zwischen Rücksichtnahme und Neugier in ihr, dass sie gerne dennoch gewusst hätte wie es weiter ging und zugleich wollte sie ihm eine Pause gönnen, was Ascan nur noch mehr an Selenya denken ließ, doch diesmal an schöne Momente, sodass auch das eine oder andere Bild durchsickerte, von den wenigen und doch schönen Stunden, die sie gemeinsam gehabt hatten, in denen sie an einander geschmiegt auf einer Lichtung gelegen hatten.
„Ich denke, es ist das Beste, wenn ich einfach weitermache, denn es wird auch morgen und auch in hundert Jahren niemals leichter werden diese Erinnerungen wieder wach zu rufen und nun, da du bereits einen Teil davon kennst, will ich dir auch den Rest erzählen, zumindest das, was von belang ist.“ Dennoch begann auch seine Hand die Zärtlichkeiten zu erwidern und er schwieg für einen Moment und genoss das Hochgefühl des Wohlbefindens, das sich für den Moment bei ihm eingestellt hatte. Ihr Körper fühlte sich sehr weich und warm an und für einen Moment überlegte er, ob sie nicht eine bequemere Möglichkeit suchen sollten. Doch schob es vorerst bei Seite, sie hatten später immer noch die Möglichkeit sich eine bequemere Liegemöglichkeit zu wählen, wie das große Himmelbett, das sich nur ein Zimmer weiter befand. Dann jedoch fiel ihm auf, dass er längere Zeit hatte vergehen lassen und einem inneren Bedürfnis folgend, so als hätte er Angst, dass es womöglich seine letzte Chance war, hob er erneut leicht den Kopf von ihrer Schulter und küsste sie mit einem sehnsüchtigen, von Wünschen begleiteten Kuss, so wie es der alte Ascan bei Selenya getan haben mochte. Dann jedoch legte auch er sich ein wenig bequemer hin, schob seinen Arm unter ihren Rücken, sodass er nicht mehr im Weg war und lehnte seinen Kopf wieder gegen sie. Auch wenn er fand, dass die Haltung irgendwie seltsam war, würde er das mit Freuden in Kauf nehmen, wenn er ihr dadurch nahe sein konnte. Doch dann verschloss er sich wieder ein wenig, als von Neuem die Bilder anfingen und den Geruch von verkohltem Fleisch in Erinnerung riefen.

Überall schien Tod zu sein, nur noch der Inquisitor, der als Einziger noch hier geblieben war, da er zu geschwächt um zu fliehen war, wie seine Untergebenen es getan hatten, war noch lebendig und hier. Noch einmal erhob sich Ascan und trat von Selenya weg. Er nahm eines der Schwerter und schnitt sich selbst in die Hand, zog ein Pentagramm und begann die selben Worte wie schon einmal, nur gut eine halbe Stunde zuvor auf zu sagen. Sodass auch nur wenig später erneut die Dämonin vor ihm stand, die ihn nun mit einem gewinnenden Lächeln strafte. „Ich sagte doch, wir würden uns bald wieder sehen, mein kleiner Prinz, ich denke du rufst mich nicht ohne Grund. Also was kann ich für dich tun?“ Sein Blick und seine Gefühle waren wie Eis. Er wusste, dass sie an allem Mitschuld trug, doch er wusste auch, dass er keinerlei Chance hätte ihr etwas zu tun, viel mehr würde er mit ihrer Hilfe all jene strafen, die ihn zu dieser Tat gezwungen hatten.
„Ich opfere dir die Seelen der Hälfte der hier Verstorbenen, dafür wirst du diesen Mann.“, er deutete auf den Inquisitor; „... weder von seinen Wunden, noch von seiner Krankheit heilen, aber ihm ein langes, erbärmliches Leben gewähren, das weder durch eines anderen Hand, noch durch seine eigene beendet werden kann, sondern nur im hohen Alter die Zeit des Richters Gnade sein soll.“ Seine Stimme war kontrolliert und von der Angst, die er noch bei der ersten Anrufung empfunden hatte, war keine Spur mehr zu sehen.
„Das ist ein großzügiges Angebot mein Prinz, du hast also aus deinen Fehler mich zu etwas zu zwingen eine Lehre gezogen. Gut wie du es wünscht, soll es sein.“ Sie drehte sich um und Ascan konnte beinahe fühlen, wie der Mann unter einen Fluch gestellt wurde. Dann sah sie ihn an und Ascan drehte sich zu den Dorfbewohnern um und begann damit die Worte für die Blutopfer zu sprechen, die ihre Seelen an ihn binden würden. Nachdem er dies getan hatte, übergab er sie der Dämonin und somit dem Höllenfeuer selbst.
„Ich habe auch noch einen weiteren Handel für dich, ich gebe dir auch noch die zweite Hälfte der hier Verstorbenen mit Ausnahme von Selenya und dem Kind, das sie unter ihrem Herzen trug, außerdem gelobe ich dich von dem Bann, der dich an meinen Meister bindet, zu befreien.“ Als sie seine Worte vernahm, verengten sich ihre Augen zu schlitzen.
„Du weißt, dass du das nicht kannst, wie solltest du, ein Wurm, einen Rabenkönig besiegen können.?“ Auch seine Augen verengten sich.
„Für alles, das ich dir angeboten habe, verlange ich den wahren Namen des Meisters, außerdem verlange ich, dass der Meister mich für den heutigen Tag unter dem Namen Boran kennt.“ Sie betrachtete Ascan aus ihren gefährlich glühenden Augen und schließlich legte sich ein ebenso gefährliches Lächeln auf ihre Züge.
„Nun vielleicht kann selbst ein Wurm eine eitle Krähe bezwingen, wage es nicht mich zu enttäuschen, kleiner Prinz. Sein Name lautet...“, doch dabei ließ Ascan die Erinnerung weiterspringen, denn er wollte nicht, dass der Name irgendjemandem bekannt wurde, selbst Jeromy nicht. Die Erinnerung setzte wieder ein, als Ascan Selenyas Körper behutsam hochhob und sie langsam von hier weg trug. Sie sollte nicht hier bei all diesen Leichen verweilen. Nicht hier bei all diesem Schreckensbildern leiden müssen, also trug er sie fort. Während des ganzen Weges tropften immer wieder Tränen auf den leblosen Körper in seinen Armen, bis er schließlich zu einer Grotte kam, deren Teich von einem Wasserfall gespeist wurde. Dort trat er in die Höhle, von der er wusste, dass viele seiner Brüder des öfteren hier her kamen um zu entspannen. Er legte sie sanft auf eine Matte aus Stroh und Decken und trat dann zum Eingang der Höhle. Er begann damit Schutzzauber zu weben und belegte den Eingang und die Wände nach und nach mit immer mehr magischen Fallen, Barrieren und Schutzzaubern, die er kannte. Es waren zwar mit Sicherheit nicht genug um einen magisch Begabten lange fern zu halten, doch unvorsichtige würden an den Fallen sterben, bevor sie etwas ahnten und die anderen hätte eine Weile daran zu arbeiten sie wieder zu entfernen. Mit der Arbeit nur unzufrieden und doch unter Zeitdruck trat er erneut zu Selenya und küsste sie sanft auf die mittlerweile erkaltete Stirn, nahm ihr Gesicht in seine Hände und betrachtete sie noch einmal, bevor er aus der Höhle schritt und sich auf den Weg zurück zu seinen „Brüdern“ und zu seinem Meister machte. Sein Gang war ruhig, wie auch seine Atmung, sein Kopf klar und frei von scheinbar jeglichen Gedanken, als er einen Schritt vor den anderen setzte. Er wusste genau was er tun wollte und deshalb musste, durfte er keinen Gedanken daran verschwenden, denn Gedanken konnten sein Ende bedeuten, sollte der Meister Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben. Also trat er einen Schritt vor den anderen und näherte sich seinem Ziel unaufhaltsam und doch beharrlich, langsam wie eine Gottesanbeterin, die auf den richtigen Zeitpunkt wartete. Schließlich trat er wieder durch das Flimmern und in die leisen Gänge, in denen nie Lärm zu herrschen schien. Zielsicher trugen ihn seine Schritte zu dem Schlafraum des Meisters, der eine verbotene Zone war, in die nicht einmal seine treuesten Schüler eindringen durften ohne mit dem Tod rechnen zu müssen. Doch es war Ascan ohnehin egal und wollte er ihn besiegen, war dies seine einzige Chance. Ascan hatte bereits nach wenigen Tagen gewusst, dass er irgendwann gegen den Meister würde vorgehen müssen, wenn er nicht als Marionette enden wollte, deshalb hatte er sich auch seit dem Tag seiner Ankunft damit beschäftigt heraus zu finden auf welche Art und Weise der Meister die zwei Jahrhunderte überdauert hatte und wie man sich das als Waffe gegen ihn zu nutze machen könnte. Es war erst wenige Tage her, dass er des Rätsels Lösung gefunden hatte und sie war erstens riskant und zweitens basierte bei dem großen Kräfteunterschied, der zwischen ihnen lag, alles nur darauf, dass der Meister ihn unterschätzte, wenn er dies nicht tat, dann hatte Ascan bereits verloren. Dennoch, er hatte ohnehin bereits alles, das ihm etwas bedeutet hatte verloren und sein Meister war ebenso schuld daran wie die Dorfbewohner und wie auch seine Eltern. Es dauerte eine Weile bis er die Sicherheitsvorkehrungen, die den Schlafraum schützten, so weit beseitigt hatte, dass er gefahrlos und ohne seinen Meister zu warnen eintreten konnte. Ihm war klar, dass er seine Gegenzauber zeitlich umgehen konnte, dies war ihm jedoch nur aufgrund dessen geglückt waren, da er genau nachgelesen hatte, welche Zauber den Raum des Meisters schützten. Er betrat also den Raum, den einzigen hier, den er noch nie gesehen hatte und steuerte jenen Kristall an, der gut sichtbar neben dem Bett seines Meisters in einer gläsernen Vitrine Schwebte. Sein Meister unterschätzte also seine Schüler oder zumindest deren Intelligenz und vermutlich deren Bereitschaft ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Wenn ihm das Glück also weiterhin hold blieb, dann würde er tatsächlich eine Chance haben. Er entfernte also auch diese Schutzzauber und nahm den Kristall an sich, versteckte ihn unter der Robe, die er trug und verließ den Raum. Wieder waren seine Schritte zielgerichtet, sein Kopf leer, als er in die große Halle schritt, in der ein Großteil seiner Brüder am Essen und Trinken war, doch obwohl einige seinen Namen nannten, schenkte er ihnen keine Aufmerksamkeit, um sie würde er sich später kümmern. Seine Schritte trugen ihn weiter bis in jenen Saal, in den er auch am ersten Tag geführt worden war und wo der Meister zu Tags anzutreffen war. Und auch jetzt befand er sich hier und las eines der Bücher, die für die meisten seiner Schüler verboten waren, denn sie enthielten Zauber, die selbst ihm gefährlich werden könnten. Denn das, was Ascan vor hatte, war eigentlich kein Zauber, es war schlicht die Gefahr, die man einging, wenn mein sein Leben auf diese Weise verlängerte und das Wissen, wie man die Lebensenergie anderer auf sich übertragen konnte, war einer der wichtigsten Zaubersprüche, die der Meister seinen Schülern beibrachte, jedoch niemals für sie selbst sondern stets für ihn. Er sah von seinem Buch auf, als Ascan eintrat und betrachtete ihn mit einem undurchschaubaren Blick.
„Dann bist du also gescheitert, mein Schüler, ich kann an deiner Aura erkennen, dass du bereits ebenfalls mehr zu den Toten, denn zu den Lebenden gehörst, denn du hast den Wunsch zu Leben aufgegeben wie mir scheint oder zumindest deinen Überlebensinstinkt.“ Auch jetzt zeigte Ascan keinerlei Gefühlsregung, auch nicht als er sprach.
„Es gibt nichts mehr für mich, für das es sich zu leben lohnt, doch ich habe Schreckliches getan und möchte dafür Buße tun um meine Seele zu läutern, also bitte ich Euch mein Leben in Euch aufzunehmen und meine Seele so von meinen Sünden frei zu waschen.“ Er wusste zwar, dass dies so nicht ganz funktionierte, aber das war eben das Risiko daran, dass der Meister, ihn unterschätzen und vor allem falsch einschätzen musste, wenn er Erfolg haben wollte.
„Es ist schade um euch Boran, wirklich Schade, in euren Adern fließt durchaus Blut mit Potential.“, doch Ascan war klar, dass der Meister so viele Lebensjahre wie er durch eine freiwillige Aufgabe derer von so einem jungen Menschen wie Ascan nicht mehr so schnell angeboten bekommen würde.
„Wenn dies allerdings dein Wunsch ist, dann werde ich ihn dir gewähren.“ Der Meister griff in eine Schublade und holte eine Phiole heraus. Ascan wusste, dass es sich bei deren Inhalt um sein Blut handelte, eine Art Absicherung für den Meister, die er, solange sein Schüler lebte, aufbewahrte. Danach erhob sich sein Meister und Ascan hörte hinter die großen Eisentüren, durch die er eingetreten war, sich schließen, während der Meister auf ihn zu kam.
„Ich werde dein Leben und mit ihm deine Sünden in mich aufnehmen und so deiner Seele gewähren, sich davon zu befreien. Es ist also für uns beide ein guter Handel.“ Ascan nickte und sah wie der Meister das Blut aus der Phiole in das Becken goss, in dem am ersten Tag der Kelch gestanden hatte. Dann nahm dieser den Kristalldolch herbei und zog eine Wunde über seine rechte Hand, sodass auch sein Blut in das Becken quoll.
„sanguis est sanguis,
vita est vita,
mors dat vitam,
vita dat mortem.“
Kaum dass der Meister diese Formel gesprochen hatte, begann das Blut seltsam zu zirkulieren und Ascan fühlte wie er in den Bann dieser Magie mit eingesogen wurde, so wie auch sein Meister.
„Boran.“ Ascan wusste, dass nun der Moment war, in dem der wahre Namen eines jeden Beteiligten genannt werden musste um sein Leben zu übertragen. Es war ihm unmöglich gewesen das Ritual zu finden und somit auch wie es aussah und wann der Name fallen musste, doch Dank dieser List wusste er, dass dies der Moment war und er zögerte auch keinen Herzschlag länger. Er zog den Kristall aus seiner Tasche, denn er wusste auch, dass wenn er nur den wahren Namen seines Meisters rief und nur dessen Blut sich im Becken befand, lediglich seine Lebensjahre auf ihn übertragen würden, deshalb hatte der Meister auch den Kristall angefertigt. Doch warf er auch den Kristall in das Becken, so würden sich all die Leben, die sein Meister zusammen mit deren Macht und deren Wissen auf den Kristall übertragen hatte, zusammen mit dem Wissen und der Macht seines Meisters auf ihn übergehen und genau das tat er. Der Meister selbst bemerkte zu spät, dass er zu unvorsichtig über die Jahre geworden war und dass er Ascan, der nie sonderlich herausragende Eigenschaften, wenn auch keine schlechten gezeigt hatte, sehr falsch eingeschätzt hatte.
Wieder übersprang Ascan den Moment, in dem er den wahren Namen des Meisters aussprach und dann war da Schmerz. Schmerz, Leid, Erinnerungen, Qualen, Freudenmomente, Gefühle, Wissen, Kraft und Macht, all das stürzte auf Ascan ein in einem Sekundenbruchteil und ließ von dem Mann, der vor ihm stand lediglich eine leblose zu Staub zerfallende Hülle zurück. Keuchend griff Ascan nach dem Altar und atmete schwer. Doch ihm blieb keine Zeit, denn er hörte wie hinter ihm die Türen aufschlugen, getroffen von Zaubern seiner Brüder. Auch wenn schwer keuchend, drehte er sich um und der erste, der durchkam, starb durch ein leises Wort von Ascans Lippen. Diesem folgten weitere, bis sie sich schließlich panisch nach dem Urheber umsahen.
„Der Meister ist tot und ihr werdet ihm folgen.“, sagte Ascan leise und so kalt wie er es auch bei den Dorfbewohnern getan hatte und durch die neue Kraft und Macht, die ihn durchdrang und das Wissen um die Magie seines Meisters schritt er voran, die Angriffe der schwachen Zauber, die man seinen Mitbrüdern zu lernen gewährt hatte, wischte er wie Mücken zur Seite und einer nach dem anderen starb nur durch leise Worte aus Ascans Mund. Bis sie schließlich versuchten zu fliehen, doch auch diese starben. Bis sich auch hier die Gänge mit Leichen füllten. Als der letzte fiel, erschien ohne dass er sie gerufen hatte die Dämonin neben ihm und er wusste aufgrund des Wissens seines Meisters, dass es sich dabei nur um eine Projektion handelte, die nur er sehen konnte, denn um physisch in diese Welt zu kommen, musste sie beschworen werden. Dennoch sah sie ihn an mit zusammengeengten Augen.
„Ich hoffe du erinnerst dich noch an unsere Vereinbarung, denn sei dir gewiss, auch wenn ich nun gezwungen bin dir zu dienen, werde ich einen Weg finden dich zu töten, so wie ich es durch dich bei deinem Meister geschafft habe.“ Doch Ascan sah sie mit strafendem Blick an. „Ich werde mich an unsere Vereinbarung halten und ich werde dir noch mehr geben.“ Denn nun, da er all das Wissen seines Meisters hatte, wusste er endlich wie er sie für das, was sie ihm angetan hatte, strafen konnte und er wusste auch, dass es immer noch eine Möglichkeit geben könnte Selenya wieder zu bekommen. Also schnitt er sich erneut diesmal in die andere Hand und zog das Pentagramm. Kaum dass sie erschienen war, löste er das Band, das nun zwischen ihm und ihr, anstatt zwischen ihr und seinem Meister bestand, auf.
„Du wirst das nicht bereuen Ascan.“, sagte sie, doch Ascans Blick blieb gleichgültig.
„Ein weiterer Handel zwischen uns beiden, bevor du gehst, denn ich weiß nun, dass meine Seele ohnehin in der Hölle brennen wird, also werde ich weiterführen, was ich begonnen habe. Ich gewähre dir all diese Seelen meiner Brüdern. Im Gegenzug will ich, dass wenn ich dich das nächste Mal rufe, Ariman selbst erscheint und es sollte selbst für ihn ein guter Handel sein, den ich ihm unterbreiten werde.“ Damit vollzog er das selbe Ritual wie schon einmal im Dorf und übergab ihr die Seelen seiner gefallenen, ehemaligen Brüder, auch wenn er sie nie als solche gesehen hatte.
„Ariman hört nicht auf meine Worte, er wird selbst entscheiden, ob er kommt oder nicht, doch ich werde Kunde von deinem Anliegen und deiner Bereitschaft große Opfer zu bringen übermitteln, dann mag tatsächlich Ariman selbst erscheinen, doch auch wenn du nun eine Krähe bist, fürchte ich, dass der Drache dich schon allein ob des Frevels, den du gerade gewagt hast, indem du dir das Recht herausgenommen hast ihn um etwas zu bitten, töten wird, noch ehe du den Handel begonnen hast.“ Damit verschwand sie und Ascan wusste, dass er nun sehr schnell handeln musste, denn ihm blieb nicht viel Zeit um den Rest seines Plans, den er erst jetzt verstand, in die Tat umzusetzen.


Doch da ließ Ascan die Erinnerung wieder verklingen und sah zu Jeromy. Sie konnte deutlich fühlen, dass das Schlimmste noch bevorstand, denn er versuchte seine eigene Abscheu davor auch nicht zu verbergen. Denn was nun kommen würde, hatte ihn zwar erst zu dem gemacht, der er heute war, doch dadurch hatte er auch im Mindesten ebenso viel Schuld wie Kain, der der erste Mörder der Erde war, auf sich geladen.
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   11.01.13 0:07

Katherina konnte nicht wirklich sehen, woran sich Ascan erinnerte, doch sie spürte, dass es etwas sehr angenehmes sein musste. Sie konnte es sich schon fast denken und dann sah sie es auch. Sie lagen auf einer kleinen Lichtung im Wald. Das Gras war hoch gewesen, hatte sie fast verdeckt und die Bäume waren hoch und mächtig und hüteten ihr Versteck. Die Sonne schien leicht durch die weichen, weißen Wolken. Es war fast so, als könne sie das frische Gras riechen, die kleinen, gelben Feldblumen und die Tannen weit weg. Eine sanfte Brise ging durch die Wipfel und kämmte durch die Grashalme. Sie saß das und sein Kopf lag in ihren Schoß, während sie den Blick gesenkt hielt, als könne sie ihn sehen, ihre Hände streichelten ihn sanft. Und dann bewegte er sich, legte sich hin und zog sie an sich, sodass sich ihr langes, rabenschwarzes Haar in die Wiese ergoss und sich ihr Körper, der zierlicher und kleiner war als der seine, sich an seine Konturen anschmiegte. Sie legte mit einem glücklichen Seufzen den Arm um ihn, ihre Handfläche lag auf seiner Brust und sie konnte sein Herz schlagen fühlen.
War es Selenya die sein Herz schlagen hörte, oder war sie es, Katherina? Für einen Augenblick war sie völlig glücklich und zufrieden. Bevor sie den Unterschied zwischen Realität und Erinnerung ausmachen konnte, sie wusste ja noch nicht einmal, ob es seine oder ihre Erinnerung war, trafen sie seine warmen Lippen sanft. Sie erwiderte den Kuss, der sie in seiner Andersheit und Neuheit erstaunte. Es war so, als würde sie der Ascan küssen, mit dem sie in der Wiese lag. Sie schob ihre Hand in seinen Nacken und hielt ihn leicht fest, dennoch endete der Kuss viel zu bald, dafür kehrte das angenehme Gefühl seines Körpers auf ihrem zurück. Aber Moment, sie war es gar nicht, die mit Ascan in der Wiese gelegen hatte, das war Selenya, sie selbst lag hier auf der Couch und spürte wie er seinen Arm unter sie schob. Im Grunde hätte er im Moment fast alles tun können und sie hätte sich wohl gefühlt.
Doch diese innere Friede verflog viel zu schnell, als er sich wieder konzentrierte, ihr war klar durch dieses Gefühl und seine Worte, dass nun mehr kommen würde. Wieder erzählte er in Bildern. Und sie sah ihn wieder töten und wieder. Und sie erschrak vor sich selbst, denn sie fühlte lediglich eine innere Kälte und Gleichgültigkeit. Bei den Menschen im Dorf tat es ihr Leid, aber bei der Bruderschaft erschien es fast als gerechte Strafe, dafür dass sie sich hatten zum Bösen verführen lassen. Doch wer war sie um dieses Recht zu treffen? Ihrem Wesen nach hätte sie Mitleid empfinden sollen, aber das tat sie nicht. Es war seltsam. Zudem verstand sie immer mehr wie Ascan an seine Macht gekommen war. Sie hatte es auch einfach hingenommen, dass er den Namen des Meisters vor ihr verbarg, zum eigenen Schutz, wie sie annahm. Aber dieses mal war sie innerlich ruhig und gefasst, wie Ascans Äußeres. Auch wenn ich der Anblick Selenyas in der Grotte fast das Herz gebrochen hatte. Sie wollte unbedingt wissen was mit ihr geschehen war und wie der Pakt ausgegangen war, vor allem, da sie bereits Vieles von den Fürsten der Hölle gehört hatte. Ihre Stimme klang laut in der Stille, obgleich sie leise gesprochen hatte.
„Was ist dann passiert? Was ist mit Selenyas Leichnam geschehen?“ Sie ahnte bereits, dass er seine Selenya nie zurück bekommen hatte, was ihn immer mehr zu dem getrieben hatte, wer er heute war. Aber sie wollte Gewissheit. Zumal Katherina ihm zugetraut hätte Selenyas leblosen Körper mit Zaubern zu versiegeln, sodass er noch heute an genau dem selben Ort völlig unberührt wie zum Zeitpunkt ihres Todes dort lag.
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BeitragThema: Re: March of the proud black Templar   17.01.13 19:16

Ascans Blick suchte den ihren, während sie ihre Fragen stellte. Es viel ihm schwer an das zu denken, das nun folgen würde, doch zumindest ihre zweite Frage viel ihm nicht sonderlich schwer zu beantworten. Wieder ließ er sie eine seiner Erinnerungen sehen, diesmal war sie jedoch glasklar, so als wäre es erst gestern gewesen und im Gegensatz zu den anderen Erinnerungen lag sie auch nur sehr kurz zurück.
Auf den ersten Blick war es kaum zu erkennen, während er näher trat, doch als man das Rauschen des Wasserfalls hörte, konnte man die Trauer und doch zugleich eine seltsame Art von Freude in Ascan fühlen. Als er hinter den Wasserfall in die Höhle trat, die von seltsamen, in angenehmen Farben leuchtenden Lampen, die offensichtlich alchemistischer Natur waren, erhellt wurde. Sie verströmten ein angenehmes und doch, wenn man sie das erste mal sah, etwas befremdlich wirkendes Licht, denn obwohl ihre unbestimmbare Farbe sich nicht zu verändern schien, so veränderte sich doch immer wieder das Licht, das sie ausströmen ließen. Die Höhle selbst war geschmückt mit allen möglichen Bildern, sogar einige Auszeichnungen waren dort, alle offensichtlich aus verschiedenen Abschnitten aus Ascans Leben, sie alle waren einem Altar zugerichtet, der sich in der Mitte der Höhle befand, in der auf nie verblühenden Blumen der Leichnam Selenyas gebettet war. Keine Verbrennungen waren zu erkennen und so als würde sie nur schlafen, lag sie einfach da, beschienen von dem Licht und umgeben von Dingen aus Ascans Leben, fast so, als hätte er immer wieder für das, was er getan hatte ihre Bestätigung gesucht. Nahezu versteckt unter den Mosaiken, die den Boden schmückten, waren für das geschulte Auge dutzende Bannkreise und Schutzsymbole zu erkennen und Ascans Blick schien jeden einzelnen zu kontrollieren. Das Selbe tat er auch mit allen Schutzzaubern, bevor er die letzten Schritte auf den Altar zu ging und sie sanft auf die Stirn küsste. Er hatte viel falsch gemacht und vieles hatte er verschwiegen und nicht hier her gebracht, dennoch wäre er immer bereit dafür gewesen für seine Taten einzustehen, auch wenn er viele davon selbst verabscheute. Damit ließ er die Erinnerung verklingen und sah wieder in Jeromys Augen. „Niemand wird diesen Ort außer mir jemals finden können.“
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